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Neues Leben in alter Scheune

Zuhause auf der Gurktalleiten

Als Vorbild diente eine alte Scheunenform, die für das Kärntner Gurktal so typisch ist. Das moderne Raumkonzept versetzte jedoch die romantische Idee vom nostalgischen Wohnen endgültig ins 21. Jahrhundert.

Was einst in der Landwirtschaft als Speicher diente, steht heute Pate für diese moderne Wohnform © Architektur Reinhard Madritsch
 

Die ursprüngliche Idee, eine alte Scheune abzutragen, auf das eigene Grundstück zu versetzen und als Wohnhaus zu nutzen, wurde bald zugunsten eines scheunenartig modernen Holzhauses fallengelassen. Zahlreiche individuelle Vorstellungen verlangten auch nach einer zeitgemäßen Architektur. Ein traumhafter Bauplatz in einem unerschlossenen Hang bot die ideale Voraussetzung dafür.

Dass der Frankfurter Bauherr mit seiner Gattin, eine gebürtige Kärntnerin, einen Tiroler Architekten damit beauftragte, war – wie so oft im Leben – Zufall. „Wir beschlossen, eine moderne Version dieser typischen Gurktaler Scheunenform zu planen und mit einem neuen Raumprogramm zu bestücken“, betont Architekt Reinhard Madritsch. Entstanden ist ein quer im Hang liegender Holzbau mit vier Ebenen: Keller und Garage, Wohn- und Esszimmer, eine Galerie als Rückzugsort und eine weitere Schlafkammer quasi im Hochsitz. Der Kern dieser Wohnvision ist jedoch ein Raum, der sich über drei Etagen erstreckt, großzügig verglast und von einer statisch raffinierten Tragstruktur überspannt ist. „Der offene Kamin, der sich zentral in diesem riesigen Raum befindet, war ein Urlaubstraum, den sich die Bauherren jetzt auch für den Alltag erfüllen wollten“, so der Planer. Ostseitig befinden sich die Schlafräume über drei Ebenen, westseitig liegen die teilüberdachte Terrasse und der Rückzugsraum mit Panoramafenster.

Von den vier Ebenen dienen drei als offener Wohnraum Foto © Architektur Reinhard Madritsch

Der Keller wurde in Stahlbeton errichtet, darauf die ost- und westseitigen Gebäudeelemente in Brettsperrholz gesetzt, die mit einer asymetrischen Leimholzkonstruktion verbunden wurden. Das gesamte Raumkonzept wird eingehüllt von einer auf die Umstände reagierenden Lächenholzfassade. Wenn nicht mit dem mächtigen offenen Kamin eingeheizt wird, helfen eine Pelletanlage oder die Sonne aus.

Die Bauleitung war für den Architekten ob der Distanz Innsbruck – Gnesau nicht ganz leicht zu bewältigen. Es konnte jedoch eine familiäre Lösung gefunden werden: Der pensionierte Bauherr und ein Verwandter der Frau Gemahlin verbrachten viel Zeit auf der Baustelle. „Es war sehr charmant, wie sich der Herr aus Frankfurt in die Kärntner Bauernidylle eingefügt hat“, erinnert sich Madritsch. Und gekocht wurde bei den ortsansässigen Eltern, wo sich, wie in Kärnten eben so üblich, alle an einem großen Tisch versammelten.

 

Daten & Fakten

Projekt: Haus Sonnleiten
Planung: Architekt Reinhard Madritsch
Nutzfläche: 217 m2
Grundstücksgröße: 830 m2
Bauweise: Holzmassivbau Brettsperrholz, Lärchenfassade natur
Heizung: Holzofen, mit Solar- und Pelletsheizung unterstützt
Heizwärmebedarf: 45,5 kWh/m2a