Viele stellen sich angesichts des Klimawandels die Frage, ob zu Weihnachten ein Christbaum überhaupt sein muss. Und wenn ja - ist es dann nicht besser, sich für einen lebenden Baum, also einen Baum im Topf zu entscheiden? Die Antwort auf diese Frage hängt jedoch sehr stark von den Rahmenbedingungen ab, wie Biogärtner Karl Ploberger erklärt: „So sehr mir lebende Pflanzen am Herzen liegen, die Bäume im Topf sind eigentlich eine ,Pflanzenquälerei‘. Man muss sich vorstellen, dass der Baum zuerst im Frost steht, dann kommt er plötzlich ins Zimmer und erlebt frühlingshafte bis hochsommerliche Temperaturen und beginnt zu wachsen. Nach zwei Wochen treibt er bereits aus. Wird er dann in die Kälte gestellt, frieren diese Triebe ab. Sinnvoll ist so ein Baum nur in einem ungeheizten, etwa fünf Grad warmen Wintergarten, der bei Sonne gelüftet wird."

Auch die Umweltschutzorganisation WWF rät dazu, den Christbaum mit Blick auf Nachhaltigkeitsaspekte auszuwählen. Die Umweltbilanz hebt unter anderem ein Baum, der aus der Region und aus biologischem Anbau stammt. Diese Bäume sind durch Papierschleifen gekennzeichnet. "Absehen sollte man von einem nicht gekennzeichneten Christbaum aus dem Baumarkt. Oft kommen diese Bäume aus Nord- und Osteuropa und werden schon früh gefällt. Die nötige Kühlung bis zum Verkauf und die langen Transportwege bedeuten einen hohen Energieaufwand", so der WWF.

Was man beim geschnittenen Christbaum beachten muss.

  • Er kommt aus Kulturen, die speziell für den Schnitt gezogen werden.
  • Die Bäume werden nicht bewässert und wenig gedüngt.
  • Behandelt man den Christbaum aus heimischen Plantagen nach dem Schnitt richtig und wässert ihn sofort ein, hält die Pflanze mehrere Wochen durch.
  • Im Zimmer aufgestellt, sollte er ebenfalls mit Wasser versorgt werden. Das verlängert die Haltbarkeit deutlich.
  • Nadelbäume verdunsten viel Wasser, was die Luft im Raum verbessert. Außerdem geben sie ätherische Öle ab, die auch für Wohlbefinden sorgen.
  • Nach dem Fest können die Äste zum Abdecken der Rosen verwendet werden. Nadeln kommen auf den Kompost und der Stamm kann als Kletterhilfe für Bohnen genutzt werden. Später kommt er zum Brennholz.

Was beim Baum im Topf beachtet werden muss.

  • Ist er tatsächlich im Topf gezogen worden, benötigt er viel Wasser und eine möglichst kühle Umgebung.
  • Treibt der Baum im zu warmen Zimmer aus, erleidet er einen Schock, wenn er wieder ins Freie kommt. 
  • Viele „Topf“-Christbäume werden erst knapp vor dem Fest gestochen und eingetopft. Sie besitzen praktisch keine feinen Faserwurzeln und verdursten.
  • Lebende Christbäume sind ideal für kühle Wintergärten (um die zehn Grad). Dort können sie eine Zeit lang stehen, werden aber auch hier austreiben.
  • Ausgepflanzt im Garten dauert es meist zwei, drei Jahre, bis sie wieder den normalen Wachstumsrhythmus gefunden haben.
  • Nadelbäume im Garten sind anfangs nett, werden aber über die Jahre für Durchschnittsgärten viel zu groß und müssen letztlich gefällt werden.
  • Nicht unterschätzen sollte man das Gewicht: Mittelgroße Topfbäume wiegen rasch 70 bis 80 Kilo.