Tipps vom BiogärtnerSchnecken - Strategien gegen die roten Plagegeister

Einige Tage Regen und die Schnecken sind da. Seit Jahrzehnten bringt die Spanische Wegschnecke Gartenliebhaberinnen und Gartenliebhaber zur Verzweiflung.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
 

Auf Schneckenjagd
+
Nach dem trockenen Frühjahr schien es, als ob wir in diesem Gartenjahr von der Invasion der Nacktschnecken verschont blieben. Aber nun kommen sie aus allen Ritzen und Fugen und fressen über Nacht Gemüse- und Blumenbeete kahl. Hier sind Strategien, um die Probleme in den Griff zu bekommen:

  1. Feinde fördern.
    Ob Igel, Blindschleiche, Laufkäfer, Laufenten oder sogar Amseln, diese natürlichen Feinde fressen die Spanischen Wegschnecken nur, wenn sie ganz klein sind, oder sie machen sich über die Schneckeneier her. Diese Strategie zeigt daher nur bei einer langfristigen Umstellung auf einen naturnahen Garten nachhaltige Wirkung.

    Schleimige Französin

    Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass die Spanische Wegschnecke nicht aus Spanien, sondern aus dem Südwesten Frankreichs stammt. Sie wurde erstmals 1972 von Schneckenforscher Peter Reischütz bei uns nachgewiesen. Unter den rund 350
    in Österreich vorkommenden Schnecken ist die aus Westeuropa stammende und extrem vermehrungsfreudige Arion vulgaris jene, die uns im Garten Probleme beschert.

  2. Schneckenfeste Pflanzen.
    Es gibt mehr Pflanzen, die von Schnecken verabscheut werden, als man denkt. An der Spitze steht die Tagetes, genauer die Gewürztagetes. Sie blüht wie der „Schneckensalat“, die herkömmliche Studentenblume, wird aber von den Schnecken nicht angerührt. Ebenfalls nicht auf dem Speisezettel stehen: Akelei, Kapuzinerkresse, Fächerblume, Löwenmaul, Storchschnabel, Spornblume, Blutweiderich, Frauenmantel, Hauswurz, Bergenie, Wollziest, Nachtviole und die Euphorbien.
  3. Mechanische Abwehr.
    Schneckenzäune, ob für ganze Beete oder für einzelne Pflanzen („Schneckenkragen“), helfen vor allem bei Neupflanzungen. Auch Fallen mit Bier oder mit im Handel erhältlichen Lockmitteln helfen mit, Beete, die durch Zäune abgetrennt sind, schneckenfrei zu bekommen. Kupferbänder, elektrische Barrieren, die mit Batterien betrieben werden, oder Anstriche sind für punktuelle Hindernisse ideal. Sehr gute Erfolge gibt es mit Mulchmaterialien wie der „Schneckenbarriere“, eine gewisse Abwehr schafft auch gehäckseltes Elefantengras.

  4. Chemische Bekämpfung.
    Das Schneckenkorn ist das Effizienteste. Es gibt eines auf Metaldehyd-Basis, das hochgiftig ist und für Mensch und Haustier extrem gefährlich sein kann. Jenes auf Eisen-III-Phosphat-Basis ist ungefährlich, es gibt das Mittel nun bereits in verschiedenen Konzentrationen, die Körner sind regenfester und schimmeln weniger. Beide wirken freilich nicht selektiv, sondern vernichten auch die nützlichen Weinbergschnecken oder Tigerschnegel. Kleine Schnecken kann man auch durch Nematoden bekämpfen. Das Mittel wird mit der Gießkanne ausgebracht.


Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!