Tipps vom BiogärtnerSo gedeihen die Paradeiser

Gesammelt und ausprobiert: Der Biogärtner liefert die besten Tipps, damit das Lieblingsgemüse der Österreicher und Österreicherinnen prächtig wächst.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
 

Alles Tomate mit Karl Ploberger
+

Seit Wochen stehen die Paradeiser-Babys auf den Fensterbänken und werden gehätschelt und verwöhnt. Gleich nach den Eisheiligen kommen sie an ihren endgültigen Platz im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse.

  1. Vollsonnig und vor Regen geschützt.
    Tomaten sind Sonnenanbeter, sie mögen den Regen ganz und gar nicht. Ist das Blatt länger als drei Stunden nass, hat die Kraut- und Braunfäule, ein Pilz, die Chance, in die Pflanze einzudringen und sie langsam, aber sicher zu vernichten. Aufpassen: Zu viel Hitze, wie in vielen Kleingewächshäusern, ist aber auch schlecht, denn dann setzt die Pflanze keine Früchte mehr an.

  2. Humus- und nährstoffreiche lockere Erde.
    Lehmige Grunderde vermischt mit Kompost (oder torffreier Packungserde) ist der ideale Boden für ein kräftiges Wachstum.

  3. Brennnessel und organische Dünger ins Pflanzloch.
    Frische Brennnesseltriebe ins Pflanzloch legen und gleich noch einen organischen Dünger wie Schafwollpellets oder Hornspäne einmischen. Damit haben die Pflanzen eigentlich über Monate genug zu futtern.


  4. Langgewordene junge Pflanzen tiefer setzen.
    Die vorgezogenen Pflanzen leiden oft unter dem Lichtmangel und werden daher ziemlich lang. Das macht aber nichts, denn man kann sie deutlich tiefer setzen. Damit spart man Höhe (in Tomatenhäusern) und kann mehr ernten.

  5. Ausgeizen und aufbinden.
    Viel wird darüber diskutiert, doch für weite Teile Österreichs gilt: Tomatenpfahl einschlagen und die Seitentriebe stets entfernen. Nur im extrem milden und trockenen Klima des Burgenlands wachsen die Paradeiser frei am Feld. In feuchteren Gegenden würde das schnell zu Pilzerkrankungen führen.

  6. Zu Beginn nicht zu viel gießen.
    Damit die Tomaten (und auch generell alle anderen Pflanzen) in die Tiefe wurzeln, sollte man sie zu Beginn kräftig angießen, dann aber immer nur alle paar Tage mit Wasser versorgen. So suchen die feinen, neuen Wurzeln in tieferen Schichten nach Feuchtigkeit.
  7. Töpfe vor praller Sonne schützen.
    Wer die Paradeiser in Töpfen kultiviert, sollte die (meist) schwarzen Kunststofftöpfe vor zu viel Hitze schützen, denn die Wurzeln verbrennen hier. Den Stress kann man den Pflanzen durch Jute oder vorgestellte Holzbretter ersparen.

  8. Schachtelhalm- und Knoblauchextrakt sprühen.
    Blattgesundheit ist das Um und Auf, daher mit diesen Kräuterpräparaten die Blätter am Morgen eines sonnigen Tages übersprühen. Nie am Abend, denn nasse Blätter sind pilzanfällig. Alle ein bis zwei Wochen wiederholen. Vor allem dann, wenn die Pflanze ohne Dach im Freien steht.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!