42 QuadratmeterDiese Mini-Villa hat es faustdick hinter der Fassade

Pippi Langstrumpf in der Kleingartensiedlung. Warum dieses Sommerhaus in Pötzleinsdorf auch für Erwachsene ein Traum ist.

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© (c) Christoph Panzer
 

Müssten Pippi, Herr Nilsson und Kleiner Onkel sesshaft werden, dann wäre dieses 42 Quadratmeter große Sommerhaus mit dem runden Fenster, den vielen Eingängen und den bunten Wänden wohl ein heißer Tipp.

Das Häuschen ist im Wiener Vorort Pötzleinsdorf zu finden und stammt aus der Feder von Schuberth und Schuberth Architektur und Innenarchitektur. 2017 trat ein junges Paar an das Büro heran – ein sehr mitgenommener „Unterstand“ aus den 30ern sollte durch einen charmanten Rückzugsort ersetzt werden. Johanna Schuberth: „Wir wollten keinen abweisenden Bau in diese bunte Siedlung hineinsetzen, sondern das Thema der Vielfalt, des Gewachsenen und ein bisschen auch des Gebastelten aufnehmen.“

Keine klare Vorder- und Rückseite

Die Architekten lösten das Haus daher in drei Kuben auf, die jeweils wieder mit unterschiedlichen Materialien, Farben und auch Fensterformaten herausgearbeitet wurden. „Kleingartenhäuser haben keine klare Vorder- oder Rückseite, weil sie in Siedlungen liegen und nur kleine Wege zu ihnen führen. Man schaut sie wie ein Möbel von allen Seiten an.“

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42 Quadratmeter: Diese Mini-Villa treibt es kunterbunt

Die 42 Quadratmeter große Mini-Villa, die in einer Kleingartensiedlung in Pötzleinsdorf zu finden ist, erscheint von außen relativ zurückhaltend, während im Innenraum mit kräftigen Farben gespielt wird – ein Balanceakt.

Christoph Panzer

Denn es geht ja nicht darum, einen bunten Kindergarten zu machen, so Johanna Schuberth, sondern Gegensätze herauszuarbeiten.

(c) Christoph Panzer

Doch wie lässt man 42 Quadratmeter großzügig erscheinen? „Es gibt bei kleinen Häusern immer einen Luftraum nach oben, wie man es sonst von großen Villen kennt. Das ist gerade bei kleinen Häusern wichtig“, erklärt Johanna Schuberth. 

(c) Christoph Panzer

Weiters wurden klassische Raumstrukturen aufgehoben und durch ineinander übergehende Bereiche ersetzt. Viele der Möbel verfügen über eine Zusatzfunktion oder bieten Stauraum. Die Küche kann mithilfe eines Klappfensters innen wie außen genutzt werden.

(c) Christoph Panzer
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So erscheint die charmante Mini-Villa nun von außen relativ zurückhaltend, während im Innenraum mit kräftigen Farben gespielt wird – ein Balanceakt. Denn es geht ja nicht darum, einen bunten Kindergarten zu machen, so Johanna Schuberth, sondern Gegensätze herauszuarbeiten. „Wenn man bunte Töne verwendet, muss es auch viele stabilisierende Farben geben wie Schwarz oder Weiß. Eine schwarze Wand bringt wieder Ernsthaftigkeit in die Farbwelt“, so die Architektin. Oder wie die Bauherrin sagt: „Man hat das Gefühl, als wäre man in einem begehbaren Gemälde.“

Man hat das Gefühl, als wäre man in einem begehbaren Gemälde.

Bauherrin

Luft nach oben lassen

Doch wie bringt man Großzügigkeit in 42 Quadratmeter? „Es gibt bei kleinen Häusern immer einen Luftraum nach oben, wie man es sonst von großen Villen kennt. Das ist gerade bei kleinen Häusern wichtig.“ Weiters wurden klassische Raumstrukturen aufgehoben und durch ineinander übergehende Bereiche ersetzt.

Viele der Möbel verfügen über eine Zusatzfunktion oder bieten Stauraum. Die Küche kann mithilfe eines Klappfensters innen wie außen genutzt werden. Für die Couch haben sich die Architekten ein einfaches Klappsystem überlegt, sodass sie ganz einfach in eine Doppelcouch verwandelt werden kann.
Falls Pippi einmal Besuch von Annika bekommen sollte.