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PorträtMeisterhaft: Individuelle Möbelstücke aus junger Hand

Sie lässt sich in keine Schublade stecken: Ein Besuch bei Tischlermeisterin Birgit Kumpusch in Gleinstätten.

Ihr wurde das Tischlern schon in die Wiege gelegt: Birgit Kumpusch © (c) KANIZAJ
 

Es gab nie einen Plan B, sagt Birgit Kumpusch (36). Ihr beruflicher Weg war vorgezeichnet wie ein fixfertiger Bauplan. Schon als Kind war ihr der Geruch von Holz vertraut. In der elterlichen Tischlerei baute sie ihr eigenes Spielzeug – wenn man so will: die ersten Meisterstücke. Es sollten noch viele folgen.

Die Ausbildung

Die Matura machte sie an der Grazer Ortweinschule. Historische Gebäude, Kunstgeschichte, Flohmärkte – all das faszinierte die junge Frau und so entschloss sie sich zu einer Ausbildung als Restauratorin. Ein Jahr werkte sie in Wien, verhalf im Palais Coburg Wandvertäfelungen und dem Mobiliar zu neuem Glanz. In der Peterskirche restaurierte sie alte Kirchenbänke, lernte drei Monate in Venedig, bis sie die Meisterprüfung in Deutschland abschloss. Den Tischler-Meisterbrief hatte sie auch in der Tasche.

Zur Person

Birgit Kumpusch (36) übernahm vor fünf Jahren die elterliche Tischlerei in Gleinstätten. 2018 feierte der Betrieb sein 40-jähriges Bestehen. Ihre Arbeit findet sich etwa im Coworking-Space Cocoquadrat in Wien/Graz, im Restaurant von Spitzenkoch
Norbert Thaller, St. Veit/Vogau, in der Aeijst-Bar, Sankt Nikolai, und in Falkensteiner-Appartements.

Extravagante Möbel mit Persönlichkeit

Die Ausbildung ist längst nicht alles, was Birgit Kumpusch ausmacht. Ihre eigenen Entwürfe sind extravagant, Möbel mit Persönlichkeit. Sie zeugen von präziser Handwerkskunst, von großem Feinsinn – und lassen dabei nie die Funktionalität außer Acht. Einen Eindruck von ihrem Schaffen bekommt man in Birgit Kumpuschs Reich, der Tischlerei in Gleinstätten, die sie vor rund fünf Jahren von den Eltern übernahm.

Die Möbel für ihr Büro entwarf sie selbst. Etwa das weiße Pult am Empfang oder den schwarzen Tisch aus Altholz im Besprechungsraum.
Dort schmiedet die Tischlermeisterin Pläne mit ihren Kunden, geht mit frischem Blick an die Aufgaben. „Wenn man Möbel für jemanden baut, ist vor allem Vertrauen wichtig. Das ist privater Raum. Man lernt sich dabei gut kennen und manchmal entstehen auch Freundschaften.“

Herzensstücke willkommen

Vom einzelnen Möbelstück bis zur Gesamtlösung, Lichtkonzept, Farben, Stoffe, Altholz – sechs Mitarbeiter und ein Netzwerk an Spezialisten setzen die Pläne um, Birgit Kumpusch ist bis zuletzt dabei.
Um alte Lieblingsstücke kümmert sie sich am liebsten selbst. In ihrer Werkstatt haucht sie ihnen neues Leben ein: „Ich freue mich immer, wenn die Kunden mit einem alten Herzensstück vorbeikommen, das ich in den Wohnraum integrieren kann.“

Mut zur Farbe beweist dieses türkise Einzelstück Foto © (c) KANIZAJ

Neuer Roboter

Dass sie bei all der Liebe zu Möbeln mit Vergangenheit auch bereit ist, selbst Geschichte zu schreiben, steht einmal mehr seit dem vergangenen Wochenende fest. Da wurde die Tischlerei auf ein neues Level gehoben: „Wir haben jetzt einen Roboter in der Testphase“, strahlt die Tischlermeisterin. Mitarbeiter soll er keine ersetzen. Vielmehr wird er ab Herbst aus Holzblöcken dreidimensionale Stücke herausfräsen – geschwungene Freiformen für den Spabereich etwa, der Einsatzbereich ist vielfältig. „Spannend ist für mich auch der Bühnenbau“, sagt Birgit Kumpusch und man sieht förmlich, wie das Bild in ihrem Kopf bereits Formen annimmt.

Birgit Kumpusch mit einem ihrer Lieblingsstücke Foto © (c) KANIZAJ

Kommentare (2)

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hansgigler
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Titelseite unakzeptabel !

Ich habe in den letzten Tagen mehrere Jugendliche in ÖBB-Zügen dazu veranlasst ihre dreckigen Straßenschuhe von der gegenüberliegende Sitzpolsterung herunter zu nehmen. Die Frau Tischlermeister dürfte vor gepolsterten Sitzflächen die selbe Achtung haben.
Vielleicht wurde sie auch nur von Eurer Fotografin dazu in Szene gesetzt, was noch schlimmer wäre. Vorbildwirkung erbärmlich.

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solidsession
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@hansgigler

was bistn du für ein Spießer ?

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