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ÖHV-TagungKöstinger: "Masterplan misst Erfolg im Tourismus neu"

Elisabeth Köstinger (ÖVP), Ministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, über Qualität und saubere Umwelt als Markenkern für Österreichs Hotelbranche, die gerade in Villach tagt.

Elisabeth Köstinger (ÖVP), Ministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus
Elisabeth Köstinger (ÖVP), Ministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus © APA/Herbert Pfarrhofer
 

Frau Bundesministerin, um wieviel Uhr stehen Sie in der Früh auf?
ELISABETH KÖSTINGER: Zwischen vier und fünf Uhr früh. Diese Debatte zur Mindestsicherung geht am Thema vorbei. Es gibt in Österreich viele Familien in prekären Situationen, wo der Staat den sozialen Rahmen bietet, aber auch die Leute in Beschäftigung bringt und Missbrauch verhindert. Daher ist es auch Sinn der Steuerreform, Leistung zu entlasten.

Der Tourismus wurde im November mit Senkung der Nächtigungsteuer von 13 auf zehn Prozent um 120 Millionen Euro entlastet. Die Senkung der Gewinnsteuer KöSt verzögert sich nun.
Es gibt auch für die KöSt einen klaren Plan, wie die Steuerreform über die Legislaturperiode angelegt wird. Wir beginnen bei denen, die es am nötigsten brauchen. Es geht auch darum, das Nulldefizit zu halten.

Der Tourismus drängt auf kürzere Abschreibungsdauern. 40 Jahre sind realitätsfern. Wer will 40 Jahre alte Hotelbäder?
Die Kritik ist berechtigt. Nur hohe Qualität macht wettbewerbsfähig. Ich bin zuversichtlich, mit dem Finanzminister zu einer guten Lösung zu kommen.

Die Digitalsteuer zielt auch auf Booking und Airbnb. Wann erreichen Sie bundesweit Registrierung der Vermieter bei Airbnb?
Lösungen einzelner Städte genügen nicht. Wir sind in Gesprächen für ein lückenloses System und fairen Wettbewerb. Wir wollten die Digitalsteuer gegen Konzern-Schlupflöcher europaweit.

In Österreich stieg die Zahl der Urlauber seit 2010 von 33,4 auf 43,1 Millionen 2017. Österreich verliert in Europa dennoch Marktanteile. Wie steuern Sie dagegen?
Wir wollen dem Tourismus mit dem Masterplan T eine Strategie geben. Dabei erarbeiten wir auch eine Messbarkeit des Erfolgs, die nicht nur an der Zahl der Nächtigungen Maß nimmt.

Die Nächtigungen stiegen seit 2010 von 124,9 auf 144,5 Millionen, der Wertschöpfungsanteil des Tourismus am BIP sank aber von rund neun auf 8,7 Prozent.
Deshalb erarbeiten wir ein neues Indikatorensystem, das auch Auslastungstage und das Gesamtbild umfasst. Bis März wollen wir den Plan T fertig haben.

Einer der acht Arbeitskreise für den Plan T arbeitet am Marketing. Was ist auf den Punkt Ihr Marketingkern für Österreich?
Qualität! Was Österreich ausmacht und abhebt, ist der ganzheitliche Mehrwert einer Umwelt mit sauberer Luft und sauberem Wasser. Da haben wir auch gegenüber Billigdestinationen langfristig bessere Perspektiven.

Die Tourismusbeschäftigtenzahl stieg seit 2010 von 180.000 auf 210.000 gestiegen. Die Arbeitslosenzahl mit 42.000 ist aber weiter enorm hoch.
Die Zahlen zeigen die Saisonabhängigkeit, die nach Regionen unterschiedlich ist und wir suchen mit diesen Modelle zu Saisonverlängerung. Am Wörthersee zum Beispiel mit Yoga-Angeboten im Herbst.

Warum braucht es dann überhaupt 720 Saisonniers im Sommer und 1100 im Winter?
Um die Spitzenzeiten abzudecken. Die Köche, bei denen wir den größten Bedarf haben, haben wir bundesweit auf die Mängelbedarfsliste gebracht.

8900 Lehrlinge im Tourismus sind nur noch fast halb so viele wie 2010. Viele Jungen schreckt die Arbeitszeit in den Spitzen ab.
Das kann man auch für Pflegeberufe sagen. Wir müssen am Image der Tourimusberufe arbeiten. Tourismusschulen haben guten Zulauf, viele machen dann aber anderswo Karrieren.

Nach Einführung des 12-Stunden-Tages gab es erste Zwangs-Fälle just im Tourismus.
Das sind bedauernswerte Fälle, aber die Ausnahme. Wichtig ist, dass es freiwillig ist und Dienstnehmer das nicht einfordern können. Dann ist es auch für Arbeitnehmer vorteilhaft, die Freizeit zu bündeln.

Schneemassen zeigen gerade Extreme des Klimawandels. Wie verändert dieser den Tourismus?
Wintersaisonen beginnen später, den Wandel spürt auch die Landwirtschaft. Jede CO2-Reduktion ist in unser aller Interesse, es beginnt damit, Urlaub in Österreich zu verbringen statt auf Flugfernreisen. Die politische Aufgabe ist der Umbau unseres Wirtschaftssystems auf eine ökosoziale Marktwirtschaft, Schritt für Schritt auch die Unabhängigkeit von Erdöl. Mit dem Verkehrsminister legen wir gerade ein E-Mobilitätspaket auf.

Auf 140 kmh, wie der Verkehrsminister, wären Sie gekommen?
Nein. Es ist ein Testlauf des Verkehrsministers. Den werden wir evaluieren. Fest steht: Im Verkehr müssen wir in Summe Einsparungen schaffen.

Die Hoteliere tagen seit gestern in Villach auch zum Thema regionale Lebensmittel im Tourismus.
Österreichweit nehmen Kooperationen zu. Zu Qualität gehören Herkunft und Geschmack. Ein Vorzeigemodell ist die Slow Food Bewegung in Kärnten.

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Danke für Ihr Verständnis.

perplesso
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Wohl eine der undähigsten Mitglieder

der derzeitigen Regierung. Weiters ist eine Trennung von Landwirtschaftsminister- und Umweltministerium unerlässlich, zumal es zahlreiche gegenläufige Interessen gibt.!!!

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