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Hambacher Forst Großaufgebot der Polizei räumt Baumhäuser: Steirer vor Ort

Die Polizei hatte am Donnerstag mit der Räumung der Baumhäuser von Umweltschützern und Braunkohlegegnern begonnen und die Aktion am Freitag fortgesetzt. Auch ein 30-jähriger Steirer protestiert vor Ort.

Hambacher Forst
© APA/dpa/Marius Becker
 

Der deutsche Energiekonzern RWE will für den Braunkohleabbau mehr als 100 von verbliebenen 200 Hektar im Hambacher Forst, einem Wald in Nordrhein-Westfalen, abholzen. Dagegen gibt es seit langem heftige Proteste von Besetzern. Die Polizei hatte am Donnerstag mit der Räumung der Baumhäuser von Umweltschützern und Braunkohlegegnern begonnen und die Aktion am Freitag fortgesetzt.

Steirer vor Ort

Die Kohlegegner, unter ihnen befindet sich nach einem Bericht das Tageszeitung "Der Standard" ein 30-jähriger Steirer, der unter dem Decknamen Clumsy agiert, seien erneuten Aufforderungen der Behörden zum Verlassen der Baumhäuser nicht gefolgt, teilte die Aachener Polizei mit. Die Behörde rief dazu auf, sich von gewalttätigen Aktionen zu distanzieren.

Eine Gruppe von 18 Kohlegegnern ließ sich demnach Freitag früh von den Einsatzkräften wegtragen. "Die noch derzeit in den Baumhäusern befindlichen Personen verrichten derzeit ihre Notdurft unmittelbar über den eingesetzten Polizeibeamten und weigerten sich, die Baumhäuser zu verlassen", berichtete die Polizei. Insgesamt befanden sich bis einen Tag nach Beginn des Räumungseinsatzes sechs Menschen wegen Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte und Landfriedensbruch im Gewahrsam. Laut Polizei wurden Beamte und Einsatzfahrzeuge mit Molotowcocktails beworfen und mit Steinschleudern beschossen.

Rodungen

Der Energiekonzern RWE will ab Mitte Oktober einen weiteren Teil des Hambacher Forsts roden, um seinen angrenzenden Braunkohletagebau zu erweitern. Begründet wurde die Räumung von den Behörden aber nicht damit, sondern mit Brandschutzbedenken. Kritiker halten dies für vorgeschoben. Die Räumung der jahrelang geduldeten Baumhäuser im Hambacher Forst könnte noch wochenlang dauern. Es handelt sich um einen der größten Polizeieinsätze in der Geschichte Nordrhein-Westfalens.

Herbert Reul (CDU), Innenminister des Bundesland, hat die umstrittene Räumung am Freitag verteidigt. "Jetzt sind da Menschen, die haben auf fremden Gelände schwarz gebaut, beachten keine Bauvorschrift, keine Brandvorschrift, wehren sich auch noch, sind kriminell, greifen noch Polizisten an, also werden straffällig, und da soll ich nicht eingreifen?", sagte er am Freitag im Radio. Der Wald ist seit rund sechs Jahren besetzt.

 

 

 

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mimamo
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Kohlegegner?

Wieso sind Menschen, die sich für den Erhalt eines wichtigen Waldbiotops einsetzen Kohlegegner? Drehen wir sprachlich den Spieß doch einmal um und nennen den Energiekonzern RWE Waldgegner, Lebensgegener, Menschengegner, Zukunftsgegner. Und die staatliche Gewalt lässt sich vor den Karren spannen. Wer in Zeiten des Klimawandels noch immer auf eine längst überkommene Energieform wie Braunkohle setzt, wird später von der Geschichte abgestraft werden. Leider dann zu spät. Dann wird es heißen: "Im Jahr 2018 setzte das große deutsche Energieunternehmen noch immer auf eine Energieform aus dem vorigen Jahrtausend, die erheblich zu dem immensen Artensterben auf der Erde beigetragen hat und in hohem Maße dafür verantwortlich ist, dass Leben auf der Erde im 22. Jahrhundert nur noch unter gewaltigen Glaskuppeln möglich ist. Einige wenige Menschen haben dies damals erkannt und sich erfolglos zur Wehr gesetzt."

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