BelastungSteuerreform: Kalte Progression frisst Steuersenkung teils weg

Agenda Austria: Erst Abschaffung der kalten Progression bringt echte Entlastung.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
3D Illustration Geldscheine blauer Himmel mit Wolken
© fotomek - stock.adobe.com
 

Ab 1. Jänner 2022 soll neben dem schrittweisen Einstieg in die CO2-Bepreisung auch eine Entlastung für die Steuerzahler kommen. Geplant ist, dass auch die zweite und dritte Tarifstufe der Lohnsteuer gesenkt werden - und zwar von 35 auf 30 Prozent und von 42 auf 40 Prozent. Nach Berechnungen des wirtschaftsliberalen Instituts Agenda Austria werden aufgrund der kalten Progression von dieser Entlastung Niedrigverdiener kaum bis gar nicht profitieren.

Zusätzliche Belastungen trotz Steuerreform

Die Berechnung der Agenda Austria zeigt, dass für Menschen mit einem monatlichen Einkommen von 2000 Euro brutto die kalte Progression seit der letzten Reform sogar für eine zusätzliche Belastung von knapp 200 Euro im Jahr 2022 sorgen würde. Erst ab einem Einkommen von 2500 Euro brutto kommt es zu einer jährlichen Entlastung von 117 Euro, ab 3000 Euro Einkommen sind es 360 Euro Entlastung. Menschen mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 4000 Euro haben am Ende des Jahres 380 Euro mehr in der Geldtasche und Menschen mit 5000 Euro Einkommen profitieren mir 570 Euro.

Gewinnen - aber nur in der Theorie

Einkommensbezieher ab 2500 Euro würden damit zwar gewinnen - aber nur in der Theorie, analysiert Agenda Austria. In der Praxis werden auch sie durch die schleichende Steuererhöhung stark belastet, womit der Großteil der Steuersenkung verpufft. Auch für die übrigen Einkommensbezieher wird ein Teil der Steuersenkung aufgefressen. "Es kann erst dann von einer wirklichen Steuerreform gesprochen werden, wenn die kalte Progression abgeschafft wurde. Erst danach würde eine Tarifreform eine nachhaltige Entlastung für die Steuerzahler bedeuten", so Agenda Austria-Ökonom Denes Kucsera in einer Aussendung.

Kommentare (4)
Patriot
3
5
Lesenswert?

Kurz: Versprochen und gebrochen!

.

melahide
2
7
Lesenswert?

Ja

Das ist Bastianertum! „Mittelschicht entlasten“. Die Senkung der Steuersätze um 2-5 % Bereich bringt sich nix! Das sind ein paar Euro im Monat. Man muss die Tarifgruppen erhöhen. Von 0-11.000 sind es 0 %, für die nächsten 7000 20 %, für die nächsten 7000 35 %. Erhöht man das zb auf … von 0 bis 12.000 20 % spart sich ein jeder mal 200 Euro im Jahr. Nimmt man den nächsten Schritt und sagt „für die nächsten 12.000“ ….

Carlo62
1
4
Lesenswert?

@melahide

Nicht nur Elektroautoexperte*In, jetzt auch noch Steuerexperte*In Die Ausdehnung der Steuersatzgruppen in die Breite bringt für die Spitzenverdiener mehr als für Niedriglohnempfänger.

melahide
0
3
Lesenswert?

@Carlo

Wenn sie meinen, dass jene nicht profitieren die KEINE Steuer zahlen, dann stimmt das. Weil weniger als 0 geht ja nicht! Wie profitieren Niedriglohnempfänger wenn der Tarif von 42 auf 40 % gesenkt wird???