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Minus 2,9 Prozent bis MärzWirtschaft ist stärker eingebrochen als bisher angenommen

Österreichs Wirtschaft ist wegen der Coronakrise im ersten Quartal noch etwas stärker geschrumpft als bisher angenommen.

© (c) maxhalanski - Fotolia
 

Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betrug im Jahresabstand real 2,9 Prozent, gab das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Freitag bekannt. Bei der ersten Schätzung vor einem Monat war man von minus 2,7 Prozent ausgegangen.

Stärker als zuletzt gedacht war vor allem die Abschwächung der Konsumausgaben der Privathaushalte, die 4,3 Prozent statt 3,6 Prozent ausmachte - womit sich auch der Einzelhandel noch mehr abschwächte. Der Außenhandel sackte von Jänner bis März ebenfalls stärker ab: Exporte und Importe gaben binnen Jahresfrist um 4,2 bzw. 4,9 Prozent nach, Ende April war man noch von 3,9 bzw. 4,4 Prozent Rückgang ausgegangen.

Am stärksten war das Minus freilich in den Bereichen Sport-, Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen sowie persönliche Dienstleistungen (etwa Frisöre) mit unverändert 8,1 Prozent sowie im großen Bereich "Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie" mit weiterhin 7,3 Prozent. Im Sektor "Bergbau, Herstellung von Waren, Energie- und Wasserversorgung, Abfallentsorgung" betrug der Rückgang nach neuer Rechnung 6,0 Prozent, in der Schnellschätzung ging man von 5,7 Prozent Minus aus. Stabilisierend wirkten dagegen die Bereiche "Information und Kommunikation, Kredit- und Versicherungswesen, Grundstücks- und Wohnungswesen" (+2,0 Prozent) sowie die öffentliche Verwaltung (+0,5 Prozent).

Der Wachstumseinbruch in der gegenwärtigen Coronakrise sei "deutlich kräftiger" als zum Ausbruch der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise im Spätherbst 2008, betonte das Wifo in einer Aussendung: "Ein BIP-Rückgang dieser Größenordnung ist zu Beginn einer Krise in Friedenszeiten außergewöhnlich."

"Massive Einbußen"

Auch im Euroraum und der EU waren die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und der Maßnahmen dagegen massiv, erinnert das Wifo. Im ersten Quartal sank das saisonbereinigte BIP in der Eurozone und in der EU laut Eurostat-Berechnungen von Mitte Mai um 3,8 bzw. 3,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, heute um 11 Uhr kommt dazu vom EU-Statistikamt das Update. Das österreichische BIP im ersten Quartal schwächte sich laut Wifo gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt um 2,6 Prozent ab.

Durch die ab Mitte März in Österreich getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben vor allem die konsumnahen Handels- und Dienstleistungsbereiche "massive Einbußen" verzeichnet, so das Wifo. Im Tourismus führten das vorzeitige Ende der Wintersaison und die Betriebsschließungen zu Erlösausfällen.

Im Einzelhandel kam es zwar in der Grundversorgung (etwa Lebensmittelhandel) zu einer erhöhten Geschäftstätigkeit, dies konnte aber die Ausfälle anderer Bereiche (z.B. Bekleidung, Schuhe) nicht ausgleichen. Somit war der große Bereich mit Handel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie angesichts seines Minus von 7,3 Prozent im Jahresabstand laut Wifo letztlich mit 1,5 Prozentpunkten Minus für mehr als die Hälfte des gesamten BIP-Rückgangs im ersten Quartal verantwortlich.

Investitionstätigkeit stark gesunken

In der schon 2019 schwachen Industrie verstärkten sich im März die Produktionsausfälle, die Wertschöpfung der Sachgütererzeugung sank im ersten Quartal um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bauwirtschaft schrumpfte dank der warmen Witterung nur um 0,7 Prozent.

Die Investitionstätigkeit sank wegen der gestiegenen Unsicherheit im ersten Quartal - um 6,1 Prozent bei Ausrüstungsinvestitionen und um 1,0 Prozent bei den Bauinvestitionen. Insgesamt gingen die Bruttoanlageinvestitionen binnen Jahresfrist um 2,5 Prozent zurück.

Für 26. Juni ist die nächste vierteljährliche Konjunkturprognose von Wifo und dem Institut für Höhere Studien (IHS) geplant, die Wifo-Schnellschätzung für das BIP im 2. Quartal für 30. Juli. Im Zeitraum April bis Juni wird das BIP noch viel stärker einbrechen.

Kommentare (4)
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berndhoedl
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ja was glauben denn die lustigen Regierungsleute...

dass man die Wirtschaft runterfährt bis zum „geht nicht mehr“ und dann wundern sich diese Komiker, dass es doch zu massiven Einbußen gekommen ist.

Lieber Sebastian, waunst die Herdplottn ausschoitest, dann kaunst laung darauf wortn bis des Wossa wieda kocht...

scionescio
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Hat uns die Message Control des Herrn Kurz nicht eingeredet, dass die bösen Schweden mit ihrem Holweg trotzdem eine noch schwächere Wirtschaft haben - wie schon mehrmals erwähnt, ist genau das Gegenteil davon wahr!

"In Schweden, wo weniger strikte Maßnahmen gegen das Coronavirus gelten als anderswo in Europa, ist die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal stabil geblieben: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nahm im Vergleich zum Vorquartal um 0,1 Prozent zu, wie die schwedische Statistikbehörde am Freitag mitteilte. Grund sei vor allem ein Plus der Exporte von 3,4 Prozent gewesen."

selbstdenker70
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..

Die meisten Betriebe, bzw auch die meisten Mitarbeiter, liegen noch in einer Schockstarre. Egal in welchen Bereichen man arbeitet, es ist extrem mühsam etwas zu organisieren. Termine werden nicht eingehalten, Mails nicht beantwortet, kaum ein Rückruf usw. Büros, Geschäfte usw sind nur halb besetzt, und somit dauert alles ewig bis es einem sowieso vergeht...

Balrog206
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Da

Muß ich dir recht geben , lustig wird es erst jetzt wenn man die eigenen Mitarbeiter auch wieder aus der Kurzarbeit erwecken muss !! Der gewöhn Effekt war sehr rasch !