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Unterstützung gefordertCoronakrise verschärft Klimawandel-Probleme in der Forstwirtschaft

Es brauche staatliche Unterstützung in Form eines Milliarden schweren Fonds und einen nationalen Schulterschluss in der Forst- und Holzindustrie, fordert der Präsident der Land- und Forstbetriebe.

© (c) APA/HELMUT FOHRINGER
 

Der Klimawandel ist für die heimischen Forstbetriebe und Waldbesitzer schon Herausforderung genug. Die Coronakrise spitzt die Schwierigkeiten nochmals massiv zu. "Sie trifft die gesamte Forstwirtschaft, die schon unter den Marktverwerfungen durch den Klimawandel leidet, sehr. Sie multipliziert das Problem", sagt der Präsident der Land- und Forstbetriebe Österreichs (LFBÖ), Felix Montecuccoli.

Es brauche staatliche Unterstützung in Form eines Milliarden schweren Fonds und einen nationalen Schulterschluss in der Forst- und Holzindustrie, appellierte Montecuccoli im Gespräch mit der APA an die Politik und an seine gesamte Branche.

Schon vor der Coronakrise war klimawandelbedingt zu viel Holz auf dem Markt - Borkenkäferholz, Windwurfholz, Schneebruchholz. "Jetzt ist die Nachfrage deutlich spürbar zurückgegangen", so Montecuccoli. Die Säge- und Holzindustrie arbeite nun mit reduzierten Kapazitäten. In welchem Ausmaß reduziert wird, hänge von der Art der Produkte und bedienten Märkte ab. Bei den Sägen handle es sich um rund 25 Prozent geringere Kapazitäten, auch die Plattenindustrie fährt nicht ein Programm in gewohntem Umfang. "Nur die Zellstoffindustrie macht voll weiter."

Die Lage werde durch Preisstützungen der Öffentlichen Hand etwa in Tschechien und Deutschland verschärft: "Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir dringend Hilfe brauchen", schlägt Montecuccoli Alarm. "Derzeit können Betriebe aller Größen ihre Ausgaben zu einem guten Teil nicht mehr finanzieren." Dabei gehe es um Aufforstungen, Technik, Instandhaltungen auch von Forststraßen und vieles mehr.

Vor knapp zwei Jahren forderten die LFBÖ aufgrund des Klimawandels eine Waldmilliarde, die über zehn Jahre verteilt dabei helfen sollte, die Folgen der klimatischen Verwerfungen einzudämmen und ihnen durch andere Beforstung entgegenzuwirken. Mittlerweise fordern Vertreter der gesamten Forstwirtschaft - neben dem LFBÖ und dem Waldverband auch die Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) auch diese Waldmilliarde - aber nicht für zehn Jahre sonder für drei. "Unsere gemeinsame Forderung ist ein Fonds zur Rettung des Waldes, gefüllt mit einer Milliarde Euro", bekräftigte Montecuccoli.

Die Summe sei notwendig "für Sofortmaßnahmen gegen Schadholz jeglicher Art. Nahezu jede Region ist damit konfrontiert. Das Kalamitätsholz muss rasch aus den Wäldern gebracht werden um eine Ausbreitung des Borkenkäfers nicht weiter zu begünstigen." Die an den Klimawandel angepassten Aufforstungen seien zudem besonders kostspielig. Es brauche mehrere "klimafitte" Baumarten passender Herkunft. "Und die sind nicht so leicht zu bekommen und vorzufinanzieren." Zudem brauche es teures Fachpersonal um richtig vorzugehen.

"Einen Holzpreis gibt es derzeit praktisch nicht", saget Montecuccoli. Schon im Vorjahr sei dieser am Boden gelegen - vermeintlich. Da waren es zum Teil für Käferholz - aus dem man trotzdem Bretter sägen kann - weniger als 60 Euro pro Festmeter. Und zuletzt seien von potenziellen Abnehmern keine Verhandlungen mehr angestrebt worden, sondern Ankündigungen: Wir zahlen um 2, 3, 7 Euro weniger, so der Forstwirt und Branchenlobbyist. "Holz kann derzeit in Tschechien so extrem billig gekauft werden, da spielen die Transportkosten keine Rolle mehr."

"Wir bitten die Holzindustrie inständig, vorrangig österreichisches Holz zu verwenden. Das ist wichtig, um eine zukunftsfähige Forstwirtschaft und starke Holzindustrie mit einer nachhaltigen Waldwirtschaft für die Zukunft abzusichern", appelliert Montecuccoli. "Es braucht einen nationalen Schulterschluss, anders geht es nicht."

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