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Krisen-AirlineBenetton-Holding könnte bei der Alitalia einsteigen

Atlantia, Infrastrukturholding der italienischen Unternehmerfamilie Benetton, könnte in die neue Alitalia einsteigen, die unter der Regie der Regierung in Rom entstehen soll.

© (c) APA/AFP/TIZIANA FABI (TIZIANA FABI)
 

"Atlantia ist ein starker Partner. Seine Beteiligung an Alitalia wäre wünschenswert", kommentierte der italienische Wirtschaftsminister Giovanni Tria nach Medienangaben. Die börsennotierte Atlantia-Gesellschaft ist Mutterkonzern der Autobahngesellschaft "Autostrade per l'Italia" (ASPI), die nach dem Einsturz der Brücke in Genua im vergangenen August mit 43 Toten sehr kritisiert wird. Verkehrsminister Danilo Toninelli fordert den Konzessionsentzug für ASPI, der 3000 Kilometer Autobahn in Italien betreibt.

"Die Frage der Verantwortung für den Einsturz der Brücke und der Autobahnkonzession muss auf rechtlicher Basis in Angriff genommen werden", sagte Tria. Er gab damit zu verstehen, dass die gegen Atlantia-Chef Giovanni Castellucci laufenden Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit bei den Instandhaltungsarbeiten der Brücke in Genua nicht einen Einstieg der Holding bei der Alitalia verhindern würden.

Alitalia braucht dringend Hilfe

Vizepremier und Lega-Chef Matteo Salvini bezeichnete Atlantia als "seriösen Partner". Alitalia brauche dringend Hilfe zur Rettung von 11.000 Jobs. Gerüchte über Atlantias möglichen Einstieg bei Alitalia beflügelten zuletzt die Aktie der Holding an der Mailänder Börse.

Die italienische Regierung will bis zum kommenden Montag (15. Juli) ihre Entscheidung über die Zukunft der insolventen Fluggesellschaft Alitalia mitteilen. Angebote für die marode Airline können noch bis Sonntagabend eingebracht werden. Nach Medienangaben sollen die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) und das Wirtschaftsministerium zusammen einen 35-prozentigen Anteil an der neuen Alitalia halten.

Mitinvestoren für die Pleite-Airline gesucht

Gesucht werden Mitinvestoren für die Pleite-Airline. Gerüchten zufolge könnte es sich um die italienische Baugesellschaft Toto sowie um den kolumbianisch-brasilianischen Multimillionär German Efromovich, Mehrheitsaktionär von Kolumbiens Fluggesellschaft Avianca, handeln. Nicht ausgeschlossen wird der Einstieg als industrieller Partner der US-Airline Delta.

Die frühere staatliche Airline Alitalia hatte bereits Anfang Mai 2017 Insolvenz angemeldet. Seitdem kann sie nur dank Staatskrediten von mittlerweile 900 Millionen Euro ihren Flugbetrieb aufrechterhalten. Diese Staatshilfe war zunächst nur als vorübergehender Rettungsanker gedacht, doch Italiens Regierung musste die Kreditlinie immer wieder verlängern.

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