AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Ländliche Entwicklung EU-Agrarbudget: Wo in Österreich jetzt Einschnitte drohen

Unter heimischen Bauernvertretern hegt sich weiter Widerstand gegen die EU-Budgetpläne in ihrem Bereich, die doch deutliche Einschnitte vorsehen.

© Fotolia
 

Besonders heikel an den Budgetplänen ist, dass laut Grünen im Bereich der hierzulande wichtigen und sehr ausgeschöpften Ländlichen Entwicklung 7 Prozent, bei den Direktzahlungen, die auch Großbetrieben nutzen aber nur 4 Prozent eingespart werden sollen.

Insgesamt soll das EU-Agrarbudget um 6 Prozent auf 286 Milliarden Euro sinken. "Wir haben befürchtet, dass es Kürzungen im Agrarbereich geben wird. Dass nun aber bei den Direktzahlungen, die nach wie vor ungerecht verteilt sind, weniger eingespart wird als bei der Ländlichen Entwicklung - und damit den Umweltprogrammen und den Ländlichen Räumen - das ist inakzeptabel", so der Grüne Thomas Waitz, Mitglied im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments. "Wir benötigen ausreichend Geld für die unbedingt notwendige Agrarwende, um die Bäuerinnen und Bauern beim Übergang zu nachhaltigen Bewirtschaftungsweisen unterstützen zu können."

"Existenzbedrohend"

Auch FPÖ-Agrarsprecher Maximilian Linder die EU-Budgetpläne als "existenzbedrohend". Die Liste Pilz forderte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) auf, einen konkreten Plan zur Kompensation vorzulegen. Kritik kam auch von den heimischen EU-Grünen.

Es sei nicht tragbar, dass die Bauern wegen des Ausstiegs von Großbritannien aus der EU finanzielle Nachteile zu erwarten haben, so der freiheitliche Lindner. "Unsere Bauern brauchen Sicherheit und Stabilität." Notfalls müssten in Österreich entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, "um die Nachteile für kleine Betriebe zu kompensieren", so Linder in einer Aussendung.

"Die Struktur der bäuerlichen Familienbetriebe als Vollerwerbsbetriebe ist vor den Verzerrungen der europäischen Agrarförderpolitik zu schützen", heißt es im ÖVP-FPÖ-Regierungsprogramm. In Österreich werden Gelder aus der Ländlichen Entwicklung der EU derzeit aufgedoppelt. Derzeit fließen laut dem Landwirtschaftsministerium rund 1,3 Mrd. Euro von der EU als Direktzahlungen und über die 2. Säule (ländliche Entwicklung) nach Österreich zurück.

"Das werden wir nicht hinnehmen"

In Österreich fließen, wie die Liste Pilz festhielt, rund 700 Millionen Euro an europäischen Fördermitteln zu den landwirtschaftlichen Betrieben, die insgesamt mit rund 2 Milliarden Euro aus öffentlichen Geldern pro Jahr gefördert werden. "Gerade bei der Landwirtschaft, die so stark von öffentlichen Fördermitteln abhängig ist, wird jetzt gespart. Dabei ist zu erwarten, dass nicht die Agrarkonzerne und Großbetriebe um Fördermittel umfallen werden, sondern wieder die Kleinbetriebe, die jetzt schon ums Überleben kämpfen. Das werden wir nicht hinnehmen", so Liste-Pilz-Landwirtschaftssprecherin Martha Bissmann und -Tierschutzssprecher Sebastian Bohrn Mena.

Bereits am gestrigen Mittwoch ließen Landwirtschaftskammer und ÖVP-Bauernbund, dem auch Landwirtschaftsministerin Köstinger angehört, kein gutes Haar an den Einsparungsvorhaben. Die Bauern könnten nicht schutzlos die Brexit-Hauptlast tragen, so LKÖ-Chef Hermann Schultes. Jede Kürzung bedeute Einkommensverluste. "Kürzungen können wir nicht hinnehmen", so Bauernbund-Präsident Georg Strasser. Köstinger sieht die EU-Pläne auch kritisch und versprach gegen Kürzungen bei Landwirtschaften zu kämpfen, die in hoher Qualität produzieren.

Kommentare (8)

Kommentieren
lexbalexba
0
1
Lesenswert?

Kammerlunwesen

Wer bestimmt, dass Millionen an Zangsbeiträgen in dunklen, vielleicht schwarzen, Kammern herumliegen müssen? Zur Versorgung von Privilegien? Oder nur für unsere Eliten? Parteieliten?

Antworten
lexbalexba
3
7
Lesenswert?

Raiffeisen

gibt Kredit zu günstigsten Konditionen und alles wird gut!

Antworten
Johann G.
4
5
Lesenswert?

Endlich unterscheiden!

Bauer ist nicht gleich Bauer. Den die schlimmsten sind die Nutztier Ausnutzer. Vor Ort hier mit 100.000+ Euro ausgestattet und dazu ein neuer EU Stall, und ein Traktor. " Je Kleiner der Bauer, desto größer der Traktor! Die Milch geht über, wir exportieren für die Genossenschaft und den dort abgeschobenen Politikern. Dazu gehört in Österreich alles reformiert " Dürfen Bauern alles" Am Wochenende mähen bis 22 Uhr, Speditionsaufgaben machen, Umwelt mit Aggresiver Jauche versprühen usw. Die neuen Jung Bauern, können die Hand nicht ihren Vorfahren geben Herr EU Manager, den ihr Bio ist der Öko Wahnsinn. ( Heumilch aus Siloballen)

Antworten
erstdenkendannsprechen
3
5
Lesenswert?

Leider unterscheiden Sie in ihrem Posting überhaupt nicht.

in den letzten Jahren hat die Anzahl der Betriebe um ein Fünftel abgenommen, wahrscheinlich weil sie zu reich geworden sind. Was der Witz ist: aufgeben müssen jene, die es von der Flächenaustattung nicht schaffen, zu überleben. Wenn ich 20 ha extensives Grünland im Berggebiet habe, kann ich nicht eine Familie ernähren. Geschweige denn, in einen Betrieb investieren. Dann wird wieder gefordert: Landwirte müssen Unternehmer sein und zu Weltmarktkonditionen produzieren. Und dann kommt genau das heraus: Die Kleinen geben auf, die Großen verleiben sich die Flächen durch Pacht ein, Massentierhaltung (nur so kann billig und kostendeckend produziert werden), die viele Arbeit kann nur mehr durch technologische Innovationen bewältigt werden, die Flächen müssen produktiv sein - also viel gedüngt, vielschnittig. Das führt zum Ausnutzen - an Tier und Natur. Wir hatten es in der Hand, doch Strukturwandel ist gewollt.

Antworten
meineenkelkinder
3
6
Lesenswert?

Zu ersdenkendannsprechen

Es gibt keine 666,6%. Außerdem war es eh die Bauern-Partei die EU so hochgelobt hat.

Antworten
erstdenkendannsprechen
2
3
Lesenswert?

Oh, da bitte ich aber inständig um Verzeihung,

sie dürfen sich die 6, die zuviel ist, gerne behalten. Stellen Sie sich vor, ich vertippe mich am Smartphone manchmal. Aber Gott sei Dank gibt es aufmerksame Mitbürger wie Sie, die mich darauf aufmerksam machen.
Die "Bauernpartei"? Von den Bauern war der größere Teil gegen den EU-Beitritt, laut umfragen. Von den Wählerstimmen machten die Bauern damals ungefähr (hoch geschätzt) 6 Prozent gemessen an der Gesamtzahl der Wähler aus, heute sind es ca. 3 %. Das machte den Ausschlag, sicherlich! Natürlich war die ÖVP für den EU-Beitritt, aber aus anderen Gründen

Antworten
meineenkelkinder
6
5
Lesenswert?

EU -Beitritt

Ja , wer hat denn damals so vehement für die EU gestimmt bzw. den Beitritt für "Gut" geheißen??

Antworten
erstdenkendannsprechen
6
1
Lesenswert?

666,6 Prozent aller, die an der Abstimmung teilgenommen haben?

Bei einer Wahlbeteiligung von ca. 82 Prozent?

Antworten