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Tiefrotes QuartalGroßreinemachen bei Semperit

Hohe Abschreibungen auf Medizinsparte, IT-Kosten und Restrukturierung in Frankreich stürzt den Gummikonzern Semperit im zweiten Quartal in tiefrote Zahlen. Neuer Vorstandschef will "jeden Stein umdrehen".

Der neue Vorstandschef Martin Füllenbach will "jeden Stein umdrehen"
© semperit/kk
 

Der börsennotierte Gummi- und Kautschukkonzern Semperit hat im zweiten Quartal nach negativen Sondereffekten in der Höhe von 36,7 Millionen Euro einen Verlust nach Steuern von 41,6 Millionen Euro verbucht. Ohne Sondereffekte wäre es ein Verlust von 6,1 Millionen Euro gewesen, während es im 2. Quartal 2016 noch einen Gewinn von 7,7 Millionen Euro (bereinigt 7,4 Millionen Euro) gegeben hatte, heißt es im Finanzbericht.

Hohe Abschreibungen

Auch operativ (EBIT) hat Semperit im zweiten Quartal einen Verlust von 32 Millionen Euro verbucht. Ohne Sondereffekte hätte es hingegen einen operativen Gewinn von 4,6 Millionen Euro gegeben, was um 72,8 Prozent weniger wäre als im 2. Quartal 2016. Als Sondereffekte sind im zweiten Quartal die Abschreibung des Firmenwerts der Medizinsparte (Sempermed) um 26 Millionen Euro, Aufwendungen für die Restrukturierung der Produktionsstätte von Sempertrans in Argenteuil, Frankreich, von 6,8 Millionen Euro sowie eine Abschreibung von IT-Kosten um 4 Millionen Euro zusammengekommen.

"Jeden Stein umdrehen"

"Ich versichere Ihnen, dass wir jeden Stein im Unternehmen umdrehen werden", erklärte der  neue Vorstandsvorsitzende Martin Füllenbach. "Um in unserer Unternehmens-DNA profitables Wachstum zu verankern, ist es notwendig, unsere zentralen Technologien und Prozesse einer Überprüfung zu unterziehen."

Thailand-Ausstieg

Über das erste Halbjahr sieht die Lage etwas besser aus, da es im ersten Quartal 2017 durch Beendigung fast aller gemeinsamen Geschäftsaktivitäten mit dem thailändischen Joint Venture Partner Sri Trang einen positiven Sondereffekt von 88 Millionen Euro gegeben hatte. Dadurch konnte Semperit im ersten Halbjahr insgesamt einen Gewinn nach Steuern von 21,2 Millionen Euro und einen operativen Gewinn von 54,3 Millionen Euro verbuchen.

Bereinigt um positive und negative Sondereffekte in den ersten beiden Quartalen gab es im ersten Halbjahr einen Verlust von 7,8 Millionen Euro, während es im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinn von 15,5 Millionen Euro gegeben hatte. Operativ blieb Semperit ohne Sondereffekte mit 6,2 Millionen Euro im Plus, das bedeutete aber auch einen drastischen Rückgang: Im ersten Halbjahr 2016 hatte es einen operativen Gewinn von 36,2 Millionen Euro (bereinigt 33,6 Millionen Euro) gegeben.

Angesichts der Unsicherheiten durch die Übergangsphase und bei den Rohstoffpreisen gibt es von Semperit weiter keinen Ausblick. Das angepasste EBIT werde aber deutlich unter dem Ergebnis des Vorjahres bleiben. Angesichts der außergewöhnlichen Umstände werde auch die Dividendenpolitik für 2017 "einer Prüfung unterzogen", heißt es im Halbjahresfinanzbericht. Grundsätzlich galt bisher, dass rund die Hälfte des Ergebnisses nach Steuern an die Aktionäre ausgeschüttet wird - "unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände eintreten".

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