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Experte Mazal Arbeitslose als Altenbetreuer? Vorschlag stößt auf Kritik

Der Vorschlag von Sozialrechtsexperte Wolfgang Mazal, Arbeitslose für die 24-Stunden-Betreuung am Land einzusetzen, stößt auf Kritik.

INTERVIEW 'VERSORGUNG VON AeLTEREN MENSCHEN: GEMEINSAM STATT EINSAM': MAZAL
© APA/GEORG HOCHMUTH
 

Finanzielle Mittel aus der Arbeitslosenversicherung sollten in die Betreuung älterer Menschen "umgelenkt" werden, sagte der Sozialrechtsexperte Wolfgang Mazal im Gespräch mit der APA. Dabei gehe es um Aufgaben für niedrig qualifizierte Menschen - und auch Asylwerber könnten dies bei geänderter Gesetzeslage tun.

Für Mazal passen ein "gegenleistungsloses Transfereinkommen" und gleichzeitig 400.000 Arbeitslose systemisch nicht zusammen: "Wir haben Jobs, wir sollten sie als solche auch schön ausschildern und dann auch bezahlen." Die Vermittlung Arbeitsloser in ländliche Gemeinden ist für ihn jedenfalls zumutbar. Vorrangig gehe es auch nicht um Akademiker, betont Mazal: "Wir müssen hier die Kirche im Dorf lassen."

"Vielfältiges Netz"

Vor allem für junge Frauen könnten von der neuen Struktur profitieren, hofft Mazal. Ihm schwebt ein "vielfältiges Netz" von stationären Einrichtungen, Tageseinrichtungen aber auch präventiven Einrichtungen vor. Mazal hat als Experte auch am "Masterplan" von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) mitgearbeitet, der ebenfalls eine flexiblere Altenbetreuung am Land vorsieht. Den weitergehenden Ideen schließt sich der Minister allerdings nicht an.

Mazal denkt auch weiter in Richtung Migranten: "Aus meiner Sicht wäre das geradezu eine ideale Situation, Menschen in der Region zu integrieren." Die Wertschätzung für Menschen, die in kleinen Gemeinden Dienstleistungen verrichten, würde steigen. Allerdings, so stellt der Sozialrechtsexperte klar, sei dies durch die derzeitige Gesetzeslage natürlich nicht möglich.

"Hat die Herausforderung wohl nicht verstanden"

Mazals Vorschlag erntete am Sonntag Kritik. "Wer das ernsthaft fordert, hat die Herausforderung wohl nicht verstanden", erklärte Reinhard Bödenauer, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter in der GPA-djp, in einer Aussendung.

Der Gesundheits- und Pflegebereich habe tatsächlich mit Personalmangel zu kämpfen. Pflege und Betreuung seien aber alles andere als unqualifizierte Arbeit, gibt Bödenauer zu bedenken: "Arbeitslose sind nicht automatisch dafür geeignet, in die Pflege zu wechseln." Wer sich aber dafür entscheide, könne sich jederzeit umschulen lassen. Um den Pflegeberuf aufzuwerten, brauche es bessere Arbeitsbedingungen. Wesentlich sei hier eine Arbeitszeitverkürzung im ersten Schritt auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich, so Bödenauer.

Auch die Neos reagierten auf Mazals Vorschlag verwundert. "Hier wird argumentiert, als ob für die Betreuung von alten und pflegebedürftigen Menschen keinerlei Qualifikation notwendig wäre. Jeder Experte im Pflegebereich wird bestätigen, dass das Gegenteil der Fall ist", erklärte Sozialsprecher Gerald Loacker. Zustimmung findet bei den Neos hingegen Mazals Forderung, Zumutbarkeitsbestimmungen bei Umschulungen und der Annahme von Jobs in Entfernung zum Wohnort, zu verschärfen.

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Play68
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niedrig qualifizierte Menschen - und auch Asylwerber

pflegen dann unsere Angehörigen ? Diese Ansicht dürfte für Herrn Mazal ja kein Problem sein, denn seine Angehörigen sind sicher in eine privaten Pflegeheim mit Einzelzimmer und anderen Annehmlichkeiten untergebracht. Es gibt sicher auch ausnahmen, aber meiner Meinung nach muss man den Pflegeberuf lieben und gerne machen, damit man ihn auch gut macht.

Gedanke
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Es muss nicht gleich ein 24 Stunden Pflegeplatz gemeint sein

Könnte es sein, dass Herr Mazal an die große Zahl der Österreicher gedacht hat, die in der Familie Pflegedienste leisten und dringend Unterstützung und Entlastung benötigen würden.

joschi41
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Verwundert

Mazal ist als Experte anerkannt. Wenn jetzt die Poster über ihn herfallen, kann das nur ein Missverständnis sein, zumal ich nicht annehme, dass er seinen Ruf so leichthin aufs Spiel setzt. Offenbar hat er seine Botschaft missverständlich gebracht und dadurch reagieren seine Gegnern so aufgebracht.

ego57
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Aufgaben für niedrig qualifizierte Menschen

Allein schon dieser Satz disqualifiziert diesen Vorschlag im Zusammenhang mit dem Pflegewesen! Und dann frage ich mich, warum diese Leute gerade auf dem Land eingesetzt werden sollten. Hat ein Pflegebedürftiger auf dem Land etwa geringere Ansprüche, als jemand in der Stadt? Ausserdem: wer ist niedrig qualifiziert? Was ist der Bauingenieur ohne den Maurer, etc.?

ibinanders
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Die meist Arbeits-UNWILLIGEN

Die armen Alten und Hilflosen sollen den meist Arbeits-UNWILLIGEN hilflos ausgesetzt werden ?
Warum werden diese meist doch UNWILLIGEN vom AMS an einer so langen Leine gehalten ?
Die sollen sich täglich persönlich beim Amt melden, damit sie morgens wieder aufstehen lernen.
Dieses Sozialsystem ist total krank

minerva
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Mazal, immer das gleiche...

spricht von Themen wovon er keine Ahnung hat

93113eaa11bb199c98ff40568e24619c
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Warum gibt es so viele Arbeitslose????

Es ist ein wenig eigenartig:
Im Grazer Raum werden momentan in vielen Branchen Facharbeiter gesucht:
Tischler, Installateur, Steinmetz, Handel, Friseur, Gastronomie ... etc.
Allein Magna und Spar suchen rund 3200 (!!!) Mitarbeiterinnen - warum meldet sich keiner????
Es ist anscheinend attraktiver "Sozialgeld" zu kassieren und ein wenig "steuerfrei" dazuzuverdienen als einen fixen Job anzunehmen!
Schade!

josrai
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Wie kommen Sie darauf,

dass sich keiner meldet ? Magna hat eine ganze Halle angemietet für die Bewerbungsgespräche. Woher wollen Sie diese Information haben ?

cindymax1
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haben wir nur "pragmatisierte" Experten?

oder gibt es keine anderen Meinungen?
Um einen Pensionsexperten ist es gottseidank leiser geworden.

marc98
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Expertenvorschläge

Menschen zwangsweise zu Diensten einsetzen, die sie nicht machen können oder wollen, halte ich für einen schlechten Vorschlag.
Dies ist eine schlechte Idee vom sogenannten Experten Mazal.
Besser ist mit Sicherheit, z.B. für die Betriebe die Lohnnebenkosten
zu reduzieren, wenn diese neu einen Mitarbeiter einstellen, der vorher
beim AMS gemeldet war. Dies sollte aber nur für inländische Mitarbeiter gelten.

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marc98

und das gerade in einem so sensiblen Bereich, wie im Umgang und Pflege mit alten Menschen!
Wenn man glaubt, dass man alten und pflegebedürftigen Menschen jeden Langzeitarbeitslosen zumuten kann!?

pinsel1954
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Ich wünsche Herrn Mazal vom ganzen Herzen......

....sollte er einmal eine Pflege benötigen, dass er dann von einem so "zwangsbeglückten Pfleger" gepflegt wird!
Pflege und Betreuung von hilfsbedürftigen alten Menschen benötigt fachliche Kompetenz und soziale Fähigkeiten.
Ob ein Arbeitsloser (möglicherweise auch Arbeitsunwilliger!)
diese Fähigkeiten mitbringt möchte ich sehr bezweifeln.

helmutmayr
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Der Rechtsexperte

hat so überhaupt keine Ahnung welche Qualifikation in der Altenpflege gefordert ist.
Schuster bleib bei deinen Leisten.

thj123
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Pflege ist ein qualifizierter Beruf. Sagen andere Experten.

Der 50 jährige arbeitslose Arbeiter soll dann also in Zukunft meine demenzkranke Oma 24 h pflegen?! So, so. Sicher eine spannende Lebenssituation für alle Teilnehmer dieses Experiments. Diesen Job kann ja eh jeder machen, weil bei uns jeder der nichts beiträgt, wie Arbeitslose, Flüchtlinge und Senioren, ja froh sein dürfen überhaupt was zu bekommen. Aus humanistischer Sicht" Nicht genügend, setzen!"

gberghofer
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Was genau sollen (dürfen) sie dort machen?

Mazal beweist wieder einmal, dass er keine Ahnung hat.