Preise in der Gastronomie steigenJetzt werden die Schnitzel teurer

Lebensmittel verteuerten sich um 2,4 Prozent, Betriebskosten und Gehälter um mehr als zwei Prozent. Das zwingt die Gastronomen, ihre Kartenpreise zu erhöhen. "Alles andere wäre unverantwortlich", sagt Kärntens Gastro-Sprecher Stefan Sternad.

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Die Gastronomen überarbeiten ihre Kalkulationen, sodass sich die Kartenpreise für Schnitzel & Co. erhöhen werden. © FomaA - stock.adobe.com
 

Rohstoffe und Fixkosten haben sich in den vergangenen Monaten quer durch alle Branchen verteuert. Auch in der Gastronomie. Unter anderem stiegen die Lebensmittelkosten, die Löhne und die Energiekosten. "Das alles muss mit dem Preis, der auf die Menü-Karte geschrieben und von den Gästen bezahlt wird, abgedeckt werden. Auch Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und Inflation müssen eingepreist werden. So mussten wir unsere Kalkulationen überarbeiten", sagt Stefan Sternad, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Kärntner Wirtschaftskammer. Will heißen: die Preise in Restaurants, Cafés und Gasthäusern, sie steigen. 

Laut Sternad arbeite ein Großteil der Gastronomen "mit so niedrigen Deckungsbeiträgen, dass ihre Betriebe keine finanziellen Reserven aufbauen konnten". Während Corona habe sich gezeigt, wie wichtig Cashflow und Rücklagen für jedes Unternehmen sind. Kritik daran hält er für unzulässig. "Man muss nur einen Blick in handwerkliche Branchen werfen. Dort heißt es: Die Rohstoffe sind gestiegen, wir müssen neu kalkulieren. Für die Gastronomie gilt genau das selbe."

WK/KK
© WK/KK

Die Preise für Lebensmittel stiegen im Jahr 2020 um 2,4 Prozent. Besonders hohe Preissteigerungen gab es laut Statistik Austria bei Fleisch (plus 4,5 Prozent), Obst (plus 4,6 Prozent), bei Milch, Käse und Eiern (plus 2,3 Prozent). Damit war die Teuerung bei Nahrungsmitteln im Vorjahr doppelt so hoch wie 2019.

Die Preise für Wasser und Energie stiegen im Vorjahr um mehr als zwei Prozent. Und haben im ersten Halbjahr 2021 weiter angezogen. 

Am 1. April 2021 wurden die kollektivvertraglichen Gehälter für Mitarbeiter im Hotel- und Gastgewerbe um 2,25 Prozent erhöht. Für 2022 ist eine weitere Erhöhung um 2,5 Prozent vereinbart.

"Die Gewinnmargen in unserer Branche sind so niedrig, dass es sich kein Gastronomiebetrieb leisten kann, nicht auf steigende Preise zu reagieren. Das wäre aus betriebswirtschaftlicher Sicht unverantwortlich“, sagt Sternad.

Kommentare (5)
ppaula
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19 cent Gewinn?

Sorry, aber dieser Vergleich hinkt. In welchem Restaurant gibt ein Schnitzel guter Qualität inklusive Beilagen um 11 Euro? Hier wird bewusst zugunsten der Wirte mit falschen Zahlen kalkuliert. Ich kenne Wirte persönlich, die sogar zugeben, während des Lockdowns mit den ganzen Unterstützungen sehr gut über die Runden gekommen zu sein. Die sind wenigstens ehrlich! Unsere Konsequenz: weniger auswärts essen. Wenn, dann mit fairem Preis-/ Leistungsverhältnis. Danke

ctsch
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Ganz geistreiche Kommentare

Liebe Nichtwisser, Nörgler und Querulanten gehen sie doch bitte einmal einkaufen und sie werden sehen wie die Preise in den letzten Monaten explodiert sind. Nicht nur im Einzelhandel auch im Großhandel die der Wirt dem Gast - wenn er profitabel arbeitet - weitergeben muss. Schuld ist also nicht der Wirt sondern!! die Wirtschaft. Lg und guten Appetit

missionlivecm
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Tztztz

Zuerst Hilfen ohne Ende kassieren und jetzt legen wir dann noch einen drauf🤦🏻‍♂️feiner Zug…😫

Guccighost
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was kassiert die ÖBB

schon immer vom Staat damit so fürstliche Löhne und Pensionen gezahlt werden können.

Guccighost
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in der Corona Zeit

haben viele Wirte nachgerechnet und sind drauf gekommen dass sie viel zu billig sind.