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PreisverfallHöhere Kosten: Deutsche Bauern sorgen sich um Brexit

Großbritannien produziere nur rund 60 Prozent seiner Lebensmittel selbst - und importiere deshalb viele Produkte.

© APA/dpa/Patrick Seeger
 

Der Brexit könnte die deutschen Bauern teuer zu stehen kommen. Vor allem ein Brexit ohne Abkommen würde den Export auf die Insel verteuern - und hohen Druck auf den Lebensmittelmarkt in der EU aufbauen, warnte der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands, Walter Heidl.

Großbritannien produziere nur rund 60 Prozent seiner Lebensmittel selbst - und importiere deshalb viele Produkte. Deutschland exportiere jährlich Agrargüter im Wert von 4,5 Milliarden Euro und führe britische Produkte im Wert von 1,3 Milliarden Euro ein.

"Der Handelsbilanzüberschuss beträgt 3,2 Milliarden Euro. Einen solch großen Agrarhandelsüberschuss hat Deutschland mit keinem anderen Handelspartner", sagte Heidl der Deutschen Presse-Agentur.

Das deutsche Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume in Braunschweig erwarte bei einem weichen Brexit einen Rückgang des Überschusses um ein Fünftel, bei einem harten Brexit eine Halbierung. "Wir müssen erreichen, dass die Folgen für die britischen Verbraucher und für die deutsche Landwirtschaft über Handelsabkommen abgefedert werden", sagte Heidl. Nicht nur hohe Zölle bei einem harten Brexit, sondern auch die Zoll- und Veterinärkontrollen bei einem weichen Brexit erschwerten den Export. Betroffen seien alle Nahrungsmittel, vor allem Schweine- und Geflügelfleisch, aber auch Milch, Rindfleisch und Getreideprodukte.

Heidl warnte zudem vor einem Preisverfall. Andere EU-Länder könnten nicht mehr wie bisher nach Großbritannien exportieren und böten damit Produkte im EU-Binnenmarkt an. Die Folgen seien Verdrängungswettbewerb, Mengendruck und damit auch Preisdruck.

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