AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Studie über Billigmode:Wie Arbeiter in Sri Lanka für Primark schuften müssen

Der Textildiscounter Primark verspricht offiziell faire Arbeitsbedingungen. Doch laut einer aktuellen Studie sieht die Realität anders aus.

Primark-Filiale (in Seiersberg) © Jürgen Fuchs/KLZ
 

Das Geschäftsmodell der schnellen Mode ("fast fashion), bei dem teilweise im Wochenrhythmus neue Kollektionen in die Läden geschafft werden, wurde ganz wesentlich von Primark geprägt. Mehr als 350 Primark-Filialen gibt es insgesamt, der Gewinn lag zuletzt bei knapp einer Milliarde Euro pro Jahr - und das, obwohl das Unternehmen mit Sitz in Dublin fast ohne klassische Werbung auskommt. Das übernehmen meist junge Frauen, die in Internetvideos ausgiebig über ihre Kaufzüge beim Klamottendiscounter berichten, der mit Filialen auch in Österreich vertreten ist. 

Der Textildiscounter verspricht auf seiner Homepage faire Arbeitsbedingungen bei seinen Lieferanten. So heißt es zum Beispiel auf der Homepage: "Jede Fabrik, die in die Primark-Liste der genehmigten Fabriken aufgenommen wird, wird nach den im Primark-Verhaltenskodex enthaltenen international anerkannten Standards überprüft. Der Verhaltenskodex enthält zum Beispiel Standards über Bezahlung, arbeitsrechtliche Vorschriften sowie Sicherheit und Gesundheit."

"Teams für ethischen Handel"

Und weiter: "Wenn die Fabrik genehmigt ist, ist unser Team für ethischen Handel und ökologische Nachhaltigkeit, eine Gruppe von über 100 Experten in unseren Hauptbeschaffungsländern, für die Kontrolle der Einhaltung dieser Standards durch die Fabrik zuständig. Jede Fabrik wird mindestens einmal im Jahr (in manchen Fällen auch häufiger) besucht, um zu prüfen, ob internationale Standards effektiv eingehalten werden. Doch die Aufgaben des Primark-Teams für ethischen Handel und ökologische Nachhaltigkeit gehen weit darüber hinaus."

"Löhne oft illegal"

Doch wie das deutsche Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" jetzt berichtet, sieht die Realität laut einer Studie, die die Christliche Initiative Romero aus Münster (CIR) zusammen mit einer Partnerorganisation in Sri Lanka gemacht hat, anders aus. 46 Prozent der Befragten verdienen demnach in der regulären Arbeitszeit nicht mal den Mindestlohn. Gut ein Drittel stempelt aus Angst vor Entlassung nach den maximal 45 Wochenstunden aus und arbeitet dann ohne Überstundenzuschlag weiter. Jede zweite der befragten Arbeiterinnen macht mehr Überstunden als die für Frauen erlaubten zwölf Stunden pro Woche. "Die Löhne und das Maß an Überstunden sind oft illegal", zitiert der "Spiegel" eine CIR-Sprecherin.

Die Studie wirft kein gutes Licht auf die Modekette, die gerade 50-Jahr-Jubiläum feiert. Fast genauso lang produziert Primark in Billiglohnländern, bereits in den frühen Siebzigerjahren wurde die Produktion dorthin verlagert.

Kommentare (4)

Kommentieren
Aurelia22
1
17
Lesenswert?

Wenn ich zurück denke

so 20 Jahre ungf. da habe ich nur in teure Geschäfte meine Mode gekauft. Sie hatte eine spitzen Qualität und ich habe sie viele Jahre getragen. Natürlich hatten sie ihren Preis, aber ich hatte auch eine kompetente Verkäuferin an meiner Seite. Ich denke mit großer Wehmut daran zurück. Heute mit den ganzen Billig-Läden geht man rein und kommt mit einem Teil raus den man am liebsten wieder gleich in den Mühl wirft. ich habe mich jetzt dazu entschlossen mir eine gute Schneiderin zu suchen und lass mir meine Klamotten schneidern. Mit mir machen diese Billiggeschäfte keinen Umsatz mehr.

Antworten
Balrog206
1
12
Lesenswert?

Na

Da musst aber suchen wie die Nadel im Heuhaufen oder Glück haben ! Der Berufszweig ist fast ausgestorben !

Antworten
ichbindermeinung
2
17
Lesenswert?

Produktionen wieder heim holen

deswegen müsste man schrittweise, die ganzen wegen den Profit in die ganze weite Welt ausgelagerten Produktionen, teils wieder heim holen, schon auch wegen der ganzen klima/Umweltbelastung durch den langen klimaschädl. Transport und der verwendeten Plastikfasern. Die heimische Wirtschaft könnte wieder massiv zulegen; Auch Palmöl könnte die EU-verbieten wegen dem klimaschädl. Transport, die Bauern könnten heimische Öle/Butter anstatt liefern. Dagegen gehen die Klimaschüler ja jede Woche auf die Straße.

Antworten
Gotti1958
0
11
Lesenswert?

Meinung

Erklär das mal den Aktionären dieser Konzerne. Die pfeifen dir was. Da geht es nur um das schnelle Geld und der Großteil der Politiker ist ebenso "eingekauft".

Antworten