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David gegen GoliathStreit ums Quellwasser: Gemeinde kämpft gegen Nestlé

Viele Bürger der Gemeinde, die 2016 mehrheitlich für Präsident Donald Trump votierte, fühlen sich ausgebeutet und werfen dem mächtigen Konzern Profitgier vor.

Maryann Borden lebt seit 1953 in dem Dorf und hat die Veränderungen im Twin Creek River dokumentiert
Maryann Borden lebt seit 1953 in dem Dorf und hat die Veränderungen im Twin Creek River dokumentiert © APA/AFP/Steven M. Herppich
 

In der winzigen US-Gemeinde Osceola Township ist ein Kampf ums Quellwasser entbrannt: Viele Einwohner machen den Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé für Umweltschäden verantwortlich und stemmen sich gegen Pläne des Unternehmens, mehr Wasser aus der örtlichen Quelle zu zapfen.

Die pensionierte Lehrerin Maryann Borden lebt seit 1953 in dem Dorf im Westen des US-Bundesstaats Michigan und hat auf Fotos die Veränderungen im Twin Creek River dokumentiert, seit Nestlé in den frühen 2000er-Jahren mit der Entnahme von Wasser für seine Marke "Ice Mountain" begann. "Es ist nicht mehr derselbe Bach", sagt die 73-Jährige. "Er ist enger und tiefer und deshalb wärmer" - verglichen mit dem "beißend kalten" Wasser ihrer Jugend.

Konkret geht es um eine Pumpverstärkerstation, die Nestlé in dem 900-Einwohner-Ort etwa vier Stunden nördlich von Detroit bauen will. Sollte die Umweltbehörde von Michigan grünes Licht geben, könnte das Unternehmen damit künftig gut 1.500 Liter Wasser pro Minute fördern - statt knapp 950 Liter wie bisher. Im Jänner legte der Gemeinderat Berufung gegen die Entscheidung eines Bezirksgerichts ein, das für Nestlé entschieden hatte. "Sie müssen kein Geologe oder Hydrologe sein, um diese Wasserstände zu sehen: Die Grundwasserspiegel sind heute niedriger als vor zwei Jahren", warnt Ortsvorsteher Tim Ladd.

Nestlé will davon nichts wissen: "Es gibt keine messbaren Veränderungen an den Bächen und dem Leben im Gewässer", betont Arlene Anderson-Vincent, Managerin für natürliche Ressourcen bei Nestlé Waters North America. Vielmehr würden nahe gelegene Dämme "diese Bäche beeinflussen". Der Lebensmittelriese verweist auf eigene Untersuchungen, die diese Haltung untermauern - unabhängige Studien gibt es nicht.

Ausgebeutet

Viele Bürger der Gemeinde, die 2016 mehrheitlich für Präsident Donald Trump votierte, fühlen sich ausgebeutet und werfen dem mächtigen Konzern Profitgier vor: Für die Förderung von fast 500 Millionen Liter Wasser jährlich bezahlt Nestlé lediglich 200 Dollar (162 Euro) pro Jahr an den Staat Michigan. Andere US-Staaten haben ähnliche Vereinbarungen mit multinationalen Unternehmen: Solange Coca-Cola oder PepsiCo selbst für die Infrastruktur aufkommen, können sie für ein Almosen unbegrenzte Mengen Wasser fördern.

Leere Versprechen

"Nestlé ist weltweit bekannt dafür, in arme ländliche Gemeinden zu gehen, alle möglichen wirtschaftlichen Vorteile zu versprechen, aus denen dann nichts wird, so viel Wasser zu entnehmen, wie sie kriegen können, und dann zu verschwinden, wenn die Quellen versiegen", sagt die Vorsitzende der Bürgervereinigung für Wasserschutz in Michigan, Peggy Case.

Nach eigenen Angaben gibt Nestlé in Michigan jährlich 18 Millionen Dollar aus, davon 2,4 Millionen Dollar Steuern 2016. In seinem Werk im Bezirk Mecosta sind 280 Leute beschäftigt, 50 davon wohnen im 40 Minuten entfernten Osceola Township. Der Ortsvorsteher der Gemeinde Evart, Zackary Szakacs, lobt den Konzern für die niedrigen Leitungswasserkosten der Region: "Sie tragen dazu bei, unsere Wasserpreise für die ärmeren Bewohner niedrig zu halten." Nachdem 2015 in einigen Quellen die Chemikalie Perchlorat gefunden wurde, finanzierte Nestlé die Sanierung.

Nachfrage nach Tafelwasser

Der Lebensmittelgigant will von der steigenden Nachfrage nach Tafelwasser auf dem US-Markt profitieren: Im Großhandel überholten die Umsätze für Tafelwasser 2016 mit 16,4 Milliarden Dollar erstmals die von Softdrinks mit 12,5 Milliarden, erklärt das US-Beratungsunternehmen Beverage Marketing. Gleichzeitig wird der Zugang zu Trinkwasser immer problematischer: Nach einer Studie der Michigan State University 2017 könnte Leitungswasser für bis zu 36 Prozent der US-Haushalte innerhalb der nächsten fünf Jahre unerschwinglich werden.

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Danke für Ihr Verständnis.

fortus01
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Schlimm, Schlimm

Hört doch bitte auf, Nestle derart schlecht zu behandeln, die wollen doch nur unser Bestes.
Dem Konzern liegt doch ausschließlich das Wohl aller Menschen auf dem Planeten am Herzen!

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schneeblunzer
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Gegen Nestlé und Co,

und für eine öffentliche Wasserversorgung!

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Reipsi
3
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Man hüte sich vor Nestle

die Gier dieses Konzerns ist unerschöpflich und sie kennen keine Rücksicht ,die Anderen sind ihnen wursch , es geht nur um Manni, Manni . Denen darfts du nicht einmal den kleinen Finger geben , die nehmen dir ohne Rücksicht alles weg, wichtig ist nur ihr Gewinn. Sie wollen ja auch das Wasser der Österreicher aber da werden wir mit ALLEN Mitteln kämpfen, da könnt ihr sicher sein.

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Sager007
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Den kleinen Finger geben?

Die haben schon die ganze Hand. Die EU hat schon ein Schlupfloch für die Privatisierung des Wassers geöffnet. Die Gemeinden und Staaten werden durch deren Untätikeit im Bezug auf Steuern weiter in Schulden getrieben und am Ende kommen die Grosskonzerne mit Almosen und nehmen den Bürgern den Zugang zum Wasser. Sie sollten mal über die Grenzen hinausgehen. Sowohl der Grenzen Österreichs als auch der Konzernjournale.

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