Drone Rescue Systems Wie ein steirisches Start-up sündteure Drohnen retten will

„Die Produktentwicklung ist jetzt abgeschlossen.“ Ein steirisches Start-up sichert Drohnen per Fallschirm ab und will sich mit einem ausgefeilten System von der Konkurrenz abheben.

© Drone Rescue Systems
 

Ein leidgeprüfter Freund, zwei abgestürzte Drohnen und ein Schadenswert von knapp 20.000 Euro. Drei Ingredienzien, die Markus Manninger und Andreas Ploier zu einer eigenen Unternehmensidee vermengten. Unter dem Namen Drone Rescue Systems entwickelten die Steirer ein Zubauteil für gängige Multikopter, das dank komplexer Algorithmen und Sensoren einen Absturz frühzeitig erkennt und einen Rettungsschirm ausschleudert.

„Die Produktentwicklung ist jetzt abgeschlossen“, erzählt Manninger im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Gemeinsam mit der FH Joanneum werden zurzeit die letzten Testflüge absolviert, „noch heuer“ will das Start-up mit dem Produkt auf den Markt kommen.

Was Drone Rescue Systems von vergleichbaren Rettungssystemen unterscheidet? „Unser System funktioniert schneller“, erklärt Manninger. Während die Konkurrenz 20 Fallmeter braucht, um auszulösen, reagiert der steirische Fallschirm schon nach sieben Metern. So können auch Drohnen, die tiefer fliegen, gerettet werden. Außerdem zeichnen die Steirer deutlich mehr Daten auf als andere Anbieter.

Markus Manninger, Andreas Ploier, David Kasper
Markus Manninger, Andreas Ploier, David Kasper Foto © Drone Rescue Systems

Gespeichert in der hauseigenen Blackbox sind etwa Höhe, Position und Beschleunigung der Drohne – das soll das Produkt auch für Versicherungen interessant machen, die Abstürze dadurch genauer nachkonstruieren können. Erste Gespräche gab es auch mit Drohnenherstellern, die das Sicherheitsteil als Zubehör anbieten wollen.

Grundsätzlich sehen die Gründer vor allem im Geschäftsbereich große Chancen für das ausgefeilte System, zu dem auch eine Webplattform und eine mobile App gehören. Private, die sich häufig sehr kleine und günstige Drohnen kaufen, wären kaum bereit, die Geräte abzusichern und dafür extra zu zahlen.

Vielseitiges Gründerteam

Ebenso spannend wie das Produkt selbst ist übrigens auch die Zusammensetzung des Gründerteams. Der eine, Markus Manninger, studiert Telematik an der TU Graz und war 15 Jahre beim Logistikspezialisten Knapp beschäftigt. Der andere, Andreas Ploier, studiert unter anderem Betriebswirtschaftslehre an der Karl-Franzens-Universität und zeichnet im Team für die betriebswirtschaftlichen Entscheidungen verantwortlich.

Ende März wurde die GmbH gegründet, als Investor ist David Kasper mit seiner VLSI Holding mit an Bord des Drohnenspezialisten.

Ein Drohnenrettungs-System im Einsatz
Ein Drohnenrettungs-System im Einsatz Foto © Drone Rescue Systems

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