AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

OmbudsmannSchlüssel-Safe führt zu Verunsicherung

Bei vielen Haushaltsversicherungen ist Einbruch nicht versichert, wenn Schlüsseltresore verwendet werden. Der Experte erklärt, was zu tun ist und informiert über Alternativen.

Der Schlüssel im Tresor ist vielen Versicherungen zu unsicher!
Der Schlüssel im Tresor ist vielen Versicherungen zu unsicher! © Illustration: Sinisa Pismestrovic
 

Schlüsselsafes ermöglichen berechtigten Personen jederzeit den Zugang zu Wohnungen. Sozialdienste empfehlen diese Art der Zugangsmöglichkeit zum Wohnbereich pflegebedürftiger Personen. Und auch Vermieter der Plattform „Airbnb“ bedienen sich gerne der Möglichkeit, ihren Gästen jederzeit Zutritt zu den angemieteten Räumlichkeiten zu gewährleisten, ohne selbst anwesend sein zu müssen. Was ist aber, wenn ein Schlüsselsafe aufgebrochen wird und ein potenzieller Dieb mit dem darin befindlichen Schlüssel widerrechtlich in die Wohnung oder in das Gebäude eindringt? „Haftet dann die Versicherung?“, fragen sich viele.

Einbruch ist nicht versichert!

Laut dem Versicherungsexperten Reinhard Jesenitschnig bietet für private Eigenheime und Wohnungen die Haushaltsversicherung Schutz gegen Schäden durch Einbruchdiebstahl. Werde aber der außerhalb von versicherten Räumlichkeiten montierte Schlüsselsafe aufgebrochen, falle das Eindringen unberechtigter Personen mittels des so erlangten Originalschlüssels nicht unter „Einbruch“.

„Es gibt somit keinen Versicherungsschutz!“, warnt der Experte. Laut Bedingungen der Versicherungen kann das Eindringen in die Wohnung mittels Originalschlüssel ein Einbruchs-Tatbestand sein. Der Täter muss diesen aber zuvor durch Einbruch in andere Räumlichkeiten als die versicherten oder durch Raub erlangt haben.

Alternativen zum Schlüsselsafe

Der Versicherungsexperte Reinhard Jesenitschnig erklärt die Vor- und Nachteile, die bei den Alternativen zu Schlüsseltresoren bestehen.
Will man nicht jedem einzelnen Berechtigten einen Schlüssel aushändigen oder denkt man an die Problematik häufig wechselnder Betreuer von Sozialdiensten, so bietet sich am ehesten die Installation eines digitalen Schließsystems an, das mittels Code oder „smart“ geöffnet werden kann.
Aber auch hier besteht die Gefahr, dass die Systeme von Unberechtigten überlistet oder gehackt werden.
Der OGH stellt in einem seiner Urteile fest, dass unberechtigtes Öffnen digitaler Schließsysteme dem Aufbrechen von analogen Schlössern gleichkommt und damit als Einbruch zu werten ist.
Allerdings hat der Versicherungsnehmer zu beweisen, dass ein Unberechtigter ein digitales Schloss geöffnet hat und damit der Versicherungsfall des Einbruches eingetreten ist.
Dieser Nachweis ist in der Praxis jedoch schwierig bis unmöglich. Möglich würde das, wenn digitale Schließsysteme den elektronischen Schlüssel oder das Smartphone registrieren, mit dem jeweils geöffnet wurde. Damit wäre nachvollziehbar, ob die letzte Öffnung vor einem Schaden durch eine berechtigte Person erfolgte.

Bricht ein Täter z. B. in eine Wohnung ein und findet darin die Schlüssel der Nachbarwohnung, könnte er diese damit bequem betreten und ausräumen. „Dieser Schaden wird von der Haushaltversicherung als Einbruch anerkannt!“, so Jesenitschnig.

Weil Schlüsselsafes aber keine „Räumlichkeiten“ sind, ist der Diebstahl daraus nach den herkömmlichen Bedingungen auch nicht versichert.

Risiko ist versicherbar

Wegen des steigenden Bedarfs nach Versicherungsschutz bei Verwendung von Schlüsselsafes haben sich aber innovative Versicherungen für die Übernahme dieses Risikos entschlossen. „Voraussetzung ist die Einhaltung der Montagevorschriften des Herstellers für den Schlüsseltresor, wie es z. B. die Uniqua fordert“, berichtet Jesenitschnig, der Betroffenen rät, mit ihrer Haushaltversicherung abzuklären, ob Versicherungsschutz bei Verwendung von Schlüsselsafes besteht oder ob dieser Schutz eingeschlossen werden kann.

Kommentieren