Ware aus Brasilien Fast 70 Prozent des Honigs in den Supermärkten stammt aus dem Ausland

Die Landwirtschaftskammer kritisiert unnötig lange Transportwege vor allem bei Mischhonigen. Der Ruf nach klaren Herkunftsangaben auf den Glaserln wird lauter.

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Honig kommt häufig aus Thailand, Mexiko, Uruguay oder Brasilien
Honig kommt häufig aus Thailand, Mexiko, Uruguay oder Brasilien © Martina Pachernegg
 

In den heimischen Supermärkten findet sich mehrheitlich ausländischer Honig. Knapp 70 Prozent des Honigs in den Regalen kommt nicht aus Österreich, hat die Landwirtschaftskammer (LK) Steiermark erhoben und nennt das Ergebnis "sehr ernüchternd". Für Honigfreundinnen und -freunde sei es zudem oft sehr schwer herauszufinden, woher das Produkt kommt. Die LK fordert daher Transparenz durch Angabe der Herkunftsländer auf dem Etikett. Empfohlen wird der Direktkauf beim Austro-Imker.

"In den Supermarktregalen finden sich überraschend viele Honigsorten. Exakt 68,8 Prozent der Honige kommen aus dem fernen Ausland und davon sind 90 Prozent Mischhonige", erläuterte der steirische LK-Kammerdirektor Werner Brugner am Donnerstag in einer Aussendung. "Solche Mischhonige werden beispielsweise von Honigen aus Rumänien, Uruguay, Brasilien und Argentinien zusammengemischt." Nicht selten habe ein Glaserl Mischhonig mehr als 30.000 Kilometer auf dem Buckel, bevor der Inhalt aufs Butterbrot, den Tee oder in die Mehlspeise kommt, kritisiert Brugner "unnötig lange Transportwege".

Gekennzeichnet seien diese Mischhonige meist "lapidar mit 'Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern', ohne das Herkunftsland genau anzugeben". Auf Honigen von heimischen Imkern hingegen sind der genaue Name und die Adresse der Imkerei angegeben.

Der Biohoniganteil liegt bei 18,4 Prozent. Aber selbst die Hälfte des Biohonigs im Supermarkt kommt aus dem Ausland. Auch hier gibt es Mischhonige, die laut Kammer beispielsweise aus Thailand, Mexiko oder Brasilien stammen.

Ausländischer Honig bei österreichischen Anbietern

Kritikpunkt für die Kammer ist auch, dass die beiden größten österreichischen Honiganbieter auch fast nur ausländische Honige und Mischhonige im Sortiment hätten. Es gehe grundsätzlich um eine eindeutige Kennzeichnung von ausländischem Honig, fordert die Kammer klare Angaben auf den Gläsern. Konkret soll bei Honigmischungen jedes Herkunftsland mit der Prozentangabe der vermischten Honigmenge angegeben werden. Auf dem Etikett von Honig aus fernen Ländern könnte beispielsweise Folgendes stehen: 70 Prozent Ukraine, 25 Prozent China und 5 Prozent Italien.

Den Einkaufstest hat die Landwirtschaftskammer in der ersten Dezemberwoche in den elf größten Supermärkten in der Steiermark durchgeführt. Untersucht wurde die Herkunft der angebotenen Honige. Insgesamt wurden 234 Honige unter die Lupe genommen.

Laut Statistik Austria lag der Selbstversorgungsgrad – also das Verhältnis von Inlandsproduktion und gesamten Verbrauch – mit Honig im Wirtschaftsjahr 2019/20 (1. Juli 2019 bis 30. Juni 2020), in Österreich bei rund 44 Prozent.

Kommentare (5)
Amordsgaude
0
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Ich habe

noch nie in meinem Leben einen Honig im Supermarkt gekauft. Allerdings bin ich auch in der glücklichen Lage, das meine Nachbarin Imkerin ist!

Ragnar Lodbrok
1
8
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Der mündige Konsument...

...bestimmt, was in unseren Regalen landet. Leider können viele net lesen...

OE39
3
15
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Der Konsument

hat es in der Hand. Witzigerweise sagen bei Umfragen alle, sie schauen auf die Herkunft aus Österreich. Aber offensichtlich findet sich dann doch ein Markt für Überseehonig! Anders als beim Tomatenmark, wo man die Reise kaum nachvollziehen kann, ist es beim Honig wenigstens gut deklariert.

kritik53
2
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Leider

ist dem Konsumenten, der groß für die österreichischen Produkte aufsagt, der billigere Preis des auch qualitativ schlechteren Honigs lieber. Bei der Geldbörse hört sich die Heimatverbundenheit.

kritik53
2
8
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hört sich die Heimatverbundenheit auf.

Sorry