Fed und EZB legen Prognosen vorZinsen, Inflation: Woche der Wahrheit für die Zentralbanken

Hohe Inflation erhöht den Druck auf die Notenbanken. Heute und morgen geben sie ihren weiteren Kurs bekannt.

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Zentrale der EZB in Frankfurt
Zentrale der EZB in Frankfurt © stock.adobe.com (Roman Kern)
 

Seit sechs Jahren ist der Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB) auf dem Rekordtief von null Prozent festgenagelt. Und selbst das agiler agierendere US-Pendant Federal Reserve (Fed) liegt mit einem Korridor von 0 bis 0,25 Prozent weit weg von Rekordzinsen.

Dennoch: Panta rhei, alles fließt. Seit einiger Zeit gar etwas schneller. Zu tun hat das mit vergleichsweise hohen Inflationswerten, also im Vergleich mit dem Vorjahr stark steigenden Preisen. Die Frage, die sich viele stellen: Tritt die zurzeit primär von Energiepreisen getriebene Inflation nur vorübergehend auf, oder bleibt sie erhalten? Was Notenbanken darüber denken und vor allem, was diese als Antworten folgen lassen, sollten Beobachter am Ende dieser Woche jedenfalls deutlich besser wissen.

Bereits heute tut die Fed ihre Einschätzung kund, am Donnerstag folgen wichtige Sitzungen der EZB und der Bank of England. Dabei könnten sich die eingeschlagenen Wege weiter voneinander wegbewegen. Die Fed, so ist es häufig zu hören, werde sich noch schneller von der ultralockeren Geldpolitik entfernen. Heute könnte ein Beschluss gefällt werden, den Abbau von Anleihenkäufen zu beschleunigen. Das habe vor allem mit der Einschätzung von US-Notenbankern – aber auch mit jener von Finanzministerin Janet Yellen – zu tun, die glauben, dass die hohe Inflation eben nicht so schnell wieder verschwinden wird.

EZB-Chefin Christine Lagarde
EZB-Chefin Christine Lagarde Foto © AP

EZB-Chefin Christine Lagarde sah das jüngst noch fundamental anders. „Das ist im Moment auffällig und macht vielen Menschen Sorgen – wir erwarten aber, dass dieser Anstieg der Inflation nicht von Dauer sein wird“, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Lagarde glaubt, dass sich die Preise schon 2022 wieder einpendeln werden, ab Jänner rechnet man bei der EZB mit rückläufigen Inflationsraten.

Die Inflationsprognose sei auch der Grund, warum die Zentralbank keine Zinsen erhöhen will. „Wenn wir jetzt die Geldpolitik straffen würden, hätten wir voraussichtlich in 18 Monaten einen Effekt“, sagt Lagarde, „bis dahin aber würde nach unseren Prognosen die Inflation schon längst wieder gesunken sein.“ Nach wie vor lautet deswegen das Dogma der EZB: Erreicht die Inflation „dauerhaft und nachhaltig“ den Wert von zwei Prozent, können auch die Zinsen wieder steigen.

Jedenfalls früher aktiv wird die EZB in Sachen „Pepp“, also jenem gigantischen Notfallprogramm, bei dem die Bank flexibel Anleihen kaufen kann. Ab dem Frühjahr 2022, so die bisherige Prognose, werde die EZB zumindest keine weiteren Nettoanleihenkäufe über Pepp tätigen. Zugleich soll es in Frankfurt schon intensivste Überlegungen geben, welche Alternativen man zu Pepp hätte.

Kommentare (5)
Hapi67
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Lagarde

ist die Oberchefin der Schuldentreiber.
Nachdem es sich nicht um Ihr Geld handelt, sieht Sie natürlich kein Problem.
Eine Trendumkehr mit entsprechenden Zinsen bringt das System zum Implodieren.
Also weiterwurschteln und Geldentwertung schönreden.

Vielen Dank

lamagra
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Sie weiß genau, warum sie um alles in der Welt

an der Null-Zins-Politik festhalten will.
Gehen die Zinsen, so wie es jetzt sein müsste, mit der Inflation in die Höhe, sind Frankreich und Italien von heute auf morgen pleite!
Und sie müsste den Sessel räumen und damit ginge ihr Weg direkt ins Kittchen!

Ben Grimm
1
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kein Problem

...rauf mit den Zinsen! Wir haben ja jetzt die Schuldenverallgemeinerung! In Zukunft werden wir sowieso fuer die Schulden der Franzosen und Italiener mitbezahlen.
Also, alles kein Problem....

fans61
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Zeit dass die Gelddruckmaschinen gestoppt

und die Zinsen angehoben werden.

wlan
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ist leider nicht mehr möglich...

Der Zug ist abgefahren. Die Inflation läuft nun voll an.
Bin gespannt wann der Punkt erreicht ist, bis die Masse der Bevölkerung erkennt, dass die offiziellen Inflationszahlen nicht der Realität entsprechen...

Oh, Binn ich jetzt ein Verschwöhrungsdtheoretiker? :) Von mir aus ;)