Umsatz sinktMassenrückrufe und Lieferengpässe machen Philips schwer zu schaffen

Umsatz und Betriebsgewinn im dritten Quartal gesunken - Rückruf bestimmter Beatmungsgeräte - Segment Connected Care litt besonders

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
VR-Brille von Philips (Sujetfoto)
VR-Brille von Philips (Sujetfoto) © APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ
 

Lieferkettenprobleme und die Folgen eines Produktrückrufs machen dem niederländischen Medizintechnikkonzern Philips schwer zu schaffen. Im dritten Quartal sanken Umsatz und der operative Gewinn deutlich, teilte das Unternehmen am Montag mit. Zudem senkte der Konzern seine Erwartungen für heuer. So rechnet Philips beim Umsatzplus ohne die Effekte von Übernahmen oder Wechselkursveränderungen nur noch mit einem Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Im dritten Quartal sank der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 7,6 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Der operative Gewinn fiel um ein Viertel auf 512 Millionen Euro. Damit enttäuschte das Unternehmen die Erwartungen der Experten. Die Aktie gab am Montagvormittag nach.

Deutlich hinter den Erwartungen

Vor allem das Segment Connected Care blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum brach der Umsatz dort um Sondereinflüsse und Wechselkurseffekte bereinigt um fast 40 Prozent ein. Das Management erklärte den rapiden Rückgang mit der hohen Corona-Nachfrage im Vorjahresquartal. Weil in der Pandemie die Produkte deutlich mehr benötigt wurden und mittlerweile weniger, sei die Zahl etwa für Krankenhausgeräte zur Patientenüberwachung zurückgegangen.

Rückruf von Beatmungsgeräten

Zudem belastete ein Rückruf bestimmter Beatmungsgeräte den Konzern. Philips hatte auf mögliche Gesundheitsrisiken in Zusammenhang mit Akustik-Dämmschaum in einigen seiner Geräte hingewiesen. Rund 3,5 Millionen Geräte sollen betroffen sein. Konzernchef Frans van Houten sagte, dass in den Rückstellungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro noch nicht mögliche Kosten für Rechtsstreitigkeiten eingerechnet seien.

Besser stand es dagegen um die größte Sparte Diagnose und Behandlungen, die auf vergleichbarer Basis um zehn Prozent zulegte. Dabei profitierte der Konzern unter anderem von einer starken Nachfrage bei bildbegleitenden Therapien, bei der ein zweistelliges Plus verzeichnet wurde. Die Diagnostik mit Ultraschall sei im hohen einstelligen Bereich gewachsen, hieß es.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.