Eingeschränkte Versammlungen Corona: Kroatien verschärft Maßnahmen an Adriaküste

Versammlungen von mehr als 1000 Menschen werden verboten, an privaten Treffen dürfen maximal 15 Personen ohne Immunitätszertifikat teilnehmen. Valamar-Chef Wurmböck: "Fühle mich in Kroatien sicherer als in Österreich."

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Split, gelegen an der kroatischen Adria-Küste
Split, gelegen an der kroatischen Adria-Küste © xbrchx - stock.adobe.com
 

Angesichts steigender Corona-Inzidenzzahlen an der Adriaküste hat Kroatien die Vorsichtsmaßnahmen in diesem Urlaubsgebiet verstärkt. Versammlungen von mehr als 1.000 Menschen sind ab kommendem Montag verboten - unabhängig davon, ob die Anwesenden gegen Corona geimpft sind oder eine Covid-Erkrankung überstanden haben. Das beschloss der Corona-Krisenstab der Regierung in Zagreb am Freitag.

Die neuen Beschränkungen betreffen auch die Gastronomie sowie private Zusammenkünfte, an denen nur noch bis zu 15 Personen ohne Covid-Immunitätszertifikat teilnehmen dürfen. Zuletzt gab es keine Beschränkungen bei der Personenanzahl. EU-Bürger dürfen weiterhin nach Kroatien einreisen, wenn sie das EU-weit gültige Corona-Zertifikat vorlegen. An der Adria wurden zum Teil um ein Vielfaches höhere Corona Inzidenzzahlen gemeldet als im Landesinneren. Die landesweite 14-Tage-Inzident betrug zuletzt 33,69 pro 100.000 Einwohner.

Kroatien impft deutlich langsamer

Indes rief Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) bei einem Besuch in Kroatien am Freitag eindringlich zum Impfen gegen das Coronavirus auf und warnte vor zu großer Sorglosigkeit. "Es wäre absurd, wenn wir in Europa, wo wir genug Impfstoff haben, es aus Leichtsinnigkeit aber nicht schaffen, über die nächsten Wochen das Virus in Schach zu halten", so Schallenberg bei einem Treffen mit dem kroatischen Außenminister Gordan Grlic Radman in Zagreb.

In Kroatien geht das Impfen deutlich langsamer voran als in Österreich. Knapp 40 Prozent der Gesamtbevölkerung haben bisher mindestens eine Impfdosis erhalten, hierzulande sind es fast 60 Prozent. 33 Prozent der Kroaten sind bisher vollständig geimpft, in Österreich sind es 47 Prozent.

Valamar: 200 Prozent Anreisen aus Österreich

200 Prozent mehr Anreisen aus Österreich im Vergleich zum vergangenen Jahr melden die 36 Hotels und Campingresorts von Valamar Riviera, einem führenden Tourismusunternehmen in Kroatien mit österreichischen Eigentümern. Trotz niedriger Impfrate erklärt Gustav Wurmböck, Vorsitzender des Valamar-Aufsichtsrates: "Ich selbst fühle mich in Kroatien zurzeit sicherer als in Österreich." Die Tourismusbranche in Kroatien sei bei der Durchimpfungsrate innerhalb der kroatischen Bevölkerung führend.

Kroatien bliebe weiterhin attraktiv und sicher, meint Wurmböck in einer Aussendung: "Istrien, aber auch viele Inseln weisen weiterhin eine besonders gute epidemiologische Lage auf. In Istrien liegt die 7-Tages-Insidenz derzeit bei 2, die Inseln Hvar, Krk und Rab sind ebenfalls grün. Lediglich ein paar Teile von Dalmatien melden steigende Zahlen, die jedoch nicht besorgniserregend sind. Wir sind froh, dass auch Österreich der Empfehlung des Robert Koch Instituts folgt. Aus jetziger Sicht gibt es überhaupt keinen Grund, über Verschärfungen betreffend der Einreisebestimmungen nachzudenken.“ In Dubrovnik verzeichnet Valamar derzeit die wenigsten Buchungen.

 

Kommentare (3)
Ogolius
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22
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Einem Herrn Wurmböck…

.. interessiert nur sein Kontostand, alles andere dürfte ihm recht egal sein. Soviel Cash in kürzester Zeit berechtigt scheinbar schon „paar Infizierte“ und eine tolle Verbreitung - ihn betrifft‘s nicht. Ist die Gefährdung von Menschenleben nicht mehr strafbar? 😳

levis555
6
23
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Wenn man von den Einnahmen abhängige „Experten“ wie den Valamar-Marketingchef befragt,

kommen natürlich nur Antworten, welche man beschönigend als „Salestalk“ benennen kann, heraus.

ichbindermeinung
9
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täglich die Zahlen der Vollimmunisierten aller 27 EU-Länder veröffentlichen

täglich sollten die Zahlen der Vollimmunisierten der 27 EU-Länder im Vergleich veröffentlicht werden