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Exporttag 2021"Die Horrorszenarien für den Export haben sich nicht erfüllt"

Ein Kärntner Exporttag in physischer Präsenz ist in Zeiten wie diesen schon etwas Besonderes. Der Erfahrungsaustausch wurde stark genutzt. Generell orten die Unternehmen Aufbruchstimmung und sehen die wirtschaftliche Entwicklung positiv.

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China ist der mittlerweile drittwichtigste Exportmarkt für Kärntner Betriebe © AP
 

Wirtschaftsdelegierte aus Italien, Deutschland, der Slowakei, Slowenien und Tschechien haben am Donnerstag im Rahmen des von Wirtschaftskammer Kärnten und der Raiffeisen Landesbank  durchgeführten Kärntner Exporttages mit Kärntner Unternehmern über Marktchancen und Post-Corona-Trends gesprochen. Und das nicht im Rahmen einer Online-Konferenz, an die wir alle uns mittlerweile schon fast gewöhnt haben, sondern in physischer Präsenz.

Tatsächlich ist Kärnten das einzige Bundesland, wie Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl betont, das einen solchen Exporttag mit Anwesenheit unter Einhaltung aller Regeln durchgeführt hat. Und das Interesse war mehr als groß. Die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch wurde kräftig genutzt.

"Dynamische wirtschaftliche Entwicklung"

Und dass es der Kärntner Wirtschaft und somit auch der exportierenden trotz Coronakrise im Großen und Ganzen nicht schlecht geht, haben gestern alle Beteiligten unisono betont. "Die Aufbruchstimmung in der Wirtschaft ist sichtbar, die Entwicklung dynamisch. Wir haben beinahe wieder die Vorkrisenzahlen erreicht", erklärt Peter Gauper, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten, die viele Kärntner Unternehmen bei der Abwicklung und Finanzierung ihrer Exportgeschäfte begleitet.

Der Export, so Gauper, sei ein wichtiger Träger des Wachstums. Und alle 2020 im ersten und zweiten Quartal prognostizierten "Horrorszenarien" in Bezug auf den Export, sind, so Meinrad Höfferer, stellvertretender Direktor der Wirtschaftskammer Kärnten und Leiter der Abteilung Außenwirtschaft, "nicht eingetreten". Während im ersten Halbjahr 2020 das Minus noch bei zwölf Prozent lag, war es auf das Jahr gesehen dann ein Minus von sieben bzw. acht Prozent. "Verglichen mit der Finanzkrise ist das ein unglaublich gutes Ergebnis", sagt Höfferer. Und für das erste Halbjahr 2021 werde sogar ein deutliches Plus erwartet. "Es ist absehbar, dass wir heuer wieder das Niveau von 2019 erreichen", glaubt Höfferer.

Unternehmen berichten über Erfolge

Und Unternehmen wie die Alturos Destinations GmbH, woody, die Kohlbach Energieanlagen GmbH oder Lindner Recycling Tech haben im Rahmen des Exporttages über ihre Erfolge auf Auslandsmärkten auch im Coronajahr berichtet. Die Bedingungen seien durch unterschiedlichen Regelungen in Europa aber natürlich erschwert gewesen. Auch, dass der Austausch und die Marktbearbeitung ausschließlich virtuell stattgefunden haben, sei zum Teil problematisch gewesen. "Es war aber nicht nur negativ. In vielen Bereichen hat man erkannt, dass man Themen in Onlinekonferenzen effizient abhandeln kann, ohne, dass dafür jemand in einen Flieger steigen muss", sagt Mandl. Künftig werde eine Mischform ideal sein. Und es gibt auch Unternehmen, sagt Höfferer, die über die digitale Schiene neue Vertriebsstrukturen aufgebaut hätten.

Deutschland ist wichtigster Exportmarkt

Wichtigster Exportmarkt für Kärnten ist nach wie vor Deutschland, vor Italien und China. 2500 Kärntner Betriebe exportieren ihre Waren und Dienstleistungen, viele eben trotz der Coronakrise sehr erfolgreich. 

Absolut positiv für Kärnten sieht Gauper auch die aktuelle Wirtschaftsentwicklung. "Wir sehen bei der Raiffeisen Landesbank, dass die Unternehmen sehr solide durch die vergangenen eineinhalb Jahr gekommen sind." Auch bei den Insolvenzen sei keine Erhöhung absehbar. Für Europa generell werde ein Wirtschaftswachstum von vier Prozent prognostiziert. Raiffeisen-Chefanalyst Peter Brezinschek erklärte im Rahmen seines Vortrages, dass "die Rohstoff- und Produzentenpreise massiv anziehen", sich "mit der Normalisierung der Lieferketten der Preisauftrieb aber wieder beruhigen" werden.

Kommentare (1)
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Berni100873
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Aufbruch

Nun, da die wirtschaftlichen Ausfälle nicht eintreten, dürfen also auch die Forderungen nach Lohnerhöhung wieder anziehen. 4% und mehr - ist ja alles wieder Zucker. Da dürfen wir auf die ArbeitnehmerInnen nicht vergessen!

Da ist aber dann definitiv wieder von ganz schlechten Zahlen die Rede... Schelm, wer Böses denkt.