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Branche in AufruhrWerbeverbot für ungesunde Lebensmittel im Netz in Planung

Österreich arbeitet an einer strengen Auslegung einer neuen Werberichtlinie der EU. In der Lebensmittelindustrie herrscht deshalb Aufregung.

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Symbolbild © Valentina R. - Fotolia
 

Die Markenartikelhersteller und die Werbe- sowie Medienbranche sind wegen eines befürchteten Werbeverbots für ungesunde Lebensmittel in heller Aufregung. Konkret geht es um einen Gesetzesentwurf für die Überarbeitung der seit 2012 geltenden EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste, die Österreich in nationales Recht umsetzen muss. Das Gesundheitsministerium sei mit seinem Vorstoß für ein österreichisches Nährwertprofilmodell päpstlicher als der Papst, lautet die Kritik.

In der EU-Richtlinie AVMD-RL geht es unter anderem um Werbung für ungesunde Lebensmittel im Umfeld von Kindersendungen. Diese soll laut dem Entwurf unterlassen werden. Die betroffenen Branchen fürchten aber noch weitreichendere Auswirkungen. Denn Grundlage für die Beurteilung, welche Lebensmittel für Kinder ungeeignet sind, ist ein sogenanntes Nährwertprofil, das laut Branchenmagazin "Horizont" von einer Expertengruppe des Gesundheitsministeriums im September in aktueller Fassung vorgelegt wurde.

Selbstregulierung

Derzeit regulieren sich Lebensmittel-, Werbe- und Medienbranche selbst - was sie auch weiterhin tun wollen. "Das hat auch bisher gut funktioniert", sagte Günter Thumser, Geschäftsführer des Markenartikelverbands, mehreren Branchenmedien. Der Gesetzesentwurf ist für ihn übereifrig, zumal die EU-Kommission für 2022 die Entwicklung eines europaweiten Nährwertprofils im Rahmen der "Farm-to-Fork-Landwirtschaftsstrategie angekündigt habe. "Diese Art von Gold Plating, die das Gesundheitsministerium hier an den Tag legt, ist überzogen und sinnlos", so Thumser zum Magazin "Cash".

Thumser zufolge sollen für mehrere Lebensmittelkategorien Werbeverbote bewirkt werden. "Und da hinein fallen etwa Süßwaren und Desserts, süße Backwaren, bestimmte Getränke, Speiseeis, bestimmte Fleisch- und Fischerzeugnisse, Wurst und pikante Snacks."

Für das Werbethema ist das Bundeskanzleramt zuständig. Die heimischen Fernsehsender haben sich 2010 puncto Nahrungsmittelwerbung für Kinder Selbstbeschränkungen auferlegt. In dem Verhaltenskodex steht beispielsweise geschrieben, dass die an Kinder gerichteten Werbespots nicht suggerieren dürfen, "dass diese Lebensmittel eine Mahlzeit ersetzen könnten". Außerdem solle nicht angedeutet werden, dass die beworbenen Artikel die Schulnoten verbessern oder beliebter machen.

 

Kommentare (2)
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Patriot
1
6
Lesenswert?

Absolut wichtig und richtig!!!

Der rote Bulle scharrt schon mit den Hufen und schnaubt mit blutunterlaufenen Augen.

Mezgolits
1
4
Lesenswert?

Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel im Netz in Planung

Vielen Dank - das befürworte ich auch und weiters empfehle ich ein Wer-
beverbot für alle Kfz mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 150 km/h.
Stefan Mezgolits, staatmitfinanzierter Erfinder und Erstantragsteller