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Neuer ÖBB-Rahmenplan17,5 Milliarden Euro für bessere Bahn

Österreich investiert im großen Stil in die Schieneninfrastruktur. Der größte Brocken geht an die drei großen Tunnelprojekte.

Symbolbild
Symbolbild © APA/ROBERT JAEGER
 

In den nächsten sechs Jahren, von 2021 bis 2026, werden 17,5 Milliarden Euro in die Erneuerung und den Ausbau der Bahn-Infrastruktur investiert. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) und ÖBB-Chef Andreas Matthä präsentierten heute, Freitag, gemeinsam bei einer Pressekonferenz in Wien die Projekte des neuen ÖBB-Rahmenplans. Damit soll die Bahn schneller und attraktiver werden, sowohl im Personenverkehr als auch im Gütertransport.

Im neuen Rahmenplan 2021 bis 2026 werden alle Projekte des Rahmenplans 2018 bis 2023 weitergeführt. Projekte mit einem Gesamtvolumen von 8,0 Milliarden Euro wurden neu aufgenommen, damit wird das bisher größte Investitionsprogramm in die Schiene geschnürt. Die Investitionen in die Schieneninfrastruktur liegen in Österreich pro Kopf doppelt so hoch wie in Deutschland. Auch die Bedeutung der Investitionen für die heimische Wirtschaft und die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen wurde bei der Präsentation betont.

Das Investitionsprogramm sei ein Klimaschutzpaket für alle neun Bundesländer, betonte Gewessler: "Mehr als 17 Milliarden Euro für Bahnprojekte im ganzen Land sind eine Ansage im Kampf gegen die Klimakrise." Auch der ÖBB-Chef unterstrich die umweltpolitische Intention: "Gegen Corona wird es irgendwann eine Impfung geben, gegen den Klimawandel ganz sicher nicht, daher müssen wir aktiv dagegen vorgehen", sagte Matthä.

Weniger Passagiere

Infolge der Corona-Pandemie sind die Passagierzahlen bei der Bundesbahn von Jänner bis September um 37 Prozent eingebrochen, der Güterverkehr ist um 10 bis 15 Prozent gesunken. Derzeit verlaufe die Entwicklung seitwärts bzw. ganz leicht steigend. Die Reisewarnungen hätten den Fernverkehr aber wieder gedämpft. "Es fällt nicht ins Bodenlose" versicherte Matthä. Für die Zeit nach Corona gibt es schon Wachstumsprognosen. Der ÖBB-Chef erwartet im Jahr 2026 290 Millionen Passagiere auf der Schiene. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 waren es 266,7 Millionen Bahnpassagiere.

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Beim 1-2-3-Ticket wird zunächst nur die dritte Stufe, das österreichweite Öffi-Ticket, kommen, der Bund prescht also vor. Die Finanzierung für das "Dreier-Ticket" sei gesichert, man wolle im ersten Halbjahr 2021 damit starten, erklärte Gewessler. Für die Realisierung der ersten und zweiten Stufe sei man in intensiven Gesprächen mit den Ländern.

Regionalbahnen attraktivieren

Der neue Rahmenplan umfasst mehr S-Bahnen in und rund um die Städte, ein Schwerpunkt liegt in der Ostregion auf der Schnellbahn-Stammstrecke, wo ein Zweieinhalbminuten-Takt angestrebt ist. Weiters werden Regionalbahnen attraktiviert und die Elektrifizierung vorangetrieben, etwa bei der Grazer Ostbahn oder der Traisentalbahn. Auch Digitalisierung und Effizienzsteigerung sollen weiter intensiviert werden. In Oberösterreich wird die Strecke Linz-Wels und die Pyhrnbahn Linz-Selzthal ausgebaut. In Salzburg wird u.a. die Verbindung Bischofshofen - Stainach-Irdning verbessert. In Kärnten kam durch den neuen Rahmenplan die Attraktivierung der Ossiacherseebahn zwischen Villach und St. Veit als Planungsprojekt dazu.

Von den 17,5 Milliarden Euro fließt rund ein Drittel in die großen Tunnelprojekte Brennerbasistunnel, Semmeringbasistunnel und Koralmbahn. Weitere Schwerpunkte: "Park and Ride" und Lärmschutz, Bahnhofsumbauten und Streckenausbauten. Aber auch ins rollende Material gehen die Investitionen: Circa drei Milliarden Euro werden bis 2026 in neue Fahrzeuge fließen. Dazu gehört auch die Aufstockung der Nachtzugflotte.

Vielfaches Lob

Die Gewerkschaft vida begrüßt das Ausbauprogramm für die Schiene im ÖBB-Rahmenplan. Günter Blumthaler, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn, fordert darüber hinaus Maßnahmen, um eine weitere Rückverlagerung von Millionen Gütertonnen zum Lkw-Straßentransport zu stoppen. Dabei kann sich der vida-Gewerkschafter eine staatliche Industrieförderung zur Verlagerung von Gütern von der Straße auf die Schiene vorstellen.

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) lobt die Verbesserung der Nahverkehrsverbindungen. Gerade in den Ballungsräumen sei die Bahn bereits an Kapazitätsgrenzen angelangt. Der viergleisige Ausbau Wels-Linz werde die Verkehrsbelastung im Raum Linz verringern. Durch die Modernisierung der S-Bahn Stammstrecke in Wien werden auf dieser zentralen Verbindung in Zukunft 26 statt 20 Züge pro Stunde fahren können.

Lob kommt auch von den Wiener Grünen. Von den Investitionen im Umfang von 6 Milliarden Euro in der Ostregion seien die wichtigsten Projekte die Modernisierung der S-Bahn-Stammstrecke durch Wien, der Ausbau der Verbindungsbahn Meidling-Hütteldorf, der viergleisige Ausbau der Südbahn zwischen Meidling und Mödling sowie Bahnhofsumbauten. Bahnsteigverlängerungen und die Einführung des europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS auf der Stammstrecke brächten eine wesentlich höhere Kapazität durch mehr und längere Züge. Auch werde dadurch die Pünktlichkeit erhöht und die Fahrzeit Floridsdorf-Meidling um zwei Minuten verkürzt. Der öffentliche Verkehr werde für Pendlerinnen und Pendler attraktiver, das sei ein Schritt zur "Klimahauptstadt" Wien.

Kommentare (7)

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CWM61
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1-2-3-Ticket

Eine gute Idee, aber dazu lade ich Frau Gewessler ein in Kärnten eine Arbeitsstelle anzutreten und sich eine Wohnung am Land zu nehmen! Dann wird wohl auch Frau Gewessler sehr schnell klar werden das es in Kärnten nicht so leicht möglich ist ohne Auto zur Arbeit zu kommen, ausgenommen im Umfeld von Klagenfurt und Villach! Denn es wurden über Jahre hinweg öffentliche Verbindung massiv ausgedünnt! Also bevor Geld für das 1-2-3-Ticket aufgebracht wird sollte in den Ländlichen Gegenden der öffentliche Verkehr wieder so ausgebaut werden das dieser auch benutzt werden kann! In Wien würde ich auch kein Auto brauchen! Für mich bringt das 1-2-3-Ticket nur Vorteile wo der öffentliche Verkehr gut ausgebaut ist! Kärnten ist da doch noch weit davon entfernt! Frau Gewessler überzeugen Sie sich selber davon und nehmen meinen Vorschlag an!

joektn
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Naja

Also in Kärnten sind wir nicht so schlecht aufgestellt mit den Öffis in Vergleich zu anderen Regionen. Das Problem ist nur, dass das Land immer weiter zersiedelt wird, weil heute jeder sein Eigenheim irgendwo in die Pampa stellt. Da ist natürlich logisch, dass es schwer wird alles anzubinden. Eine Haltestelle vor jeder Haustüre wird es nie geben können und ein paar Meter zu Fuß gehen ist für viele aus Bequemlichkeit schon nicht mehr vorstellbar.
Der neue Fahrplan 2021 bringt auch wieder viele Verbesserungen, auch an Wochenenden und am Tagesrand. Verkehr kostet halt immer viel Geld und da hat leider ein ehemaliger Landesrat (ein Grüner) fest gespart, was die Einstellung von Gailtalbahn, Rosentalbahn und Lavanttalbahn zur Folge hatte. Ein Fehler wie man heute weiß, nur aus den damals (2015) abgeschlossen Verträgen kommt man quasi nicht mehr raus.

dieRealität2020
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interessant wäre wenn das Budget beim OeBFA öffentlich nachzuschlagen ist

ob die in den letzten Jahren jährlichen Fördermitt aus dem Budget der Förderungen (jährlich 75 Milliarden österreichweit auf allen 3 politischen institutionellen und wirtschaftlichen Ebenen) die ÖBB 5,0 Milliarden wieder erhalten wird?
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Und nachzuschlagen wäre, was insgesamt das BAR Budget der Republik Österreich 2019 und die derzeitige Vorschau auf das diskutierte 2020/2021 ausmacht.
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denn dann wären es 23 Milliarden, bin gespannt ob die ÖBB Förderungen aus dem Budget der Förderungsgelder herausgenommen wurden

petera
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Freut mich sehr, dass Österreich den

erfolgreichen Bahn-Weg fortsetzt.

Man sieht erst wie gut unser Bahnnetz ist, wenn man im Ausland unterwegs ist.

Natürlich kann man vieles verbessern, aber da wird jetzt eh viel angegangen.

georgXV
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Österreichische Bummel Bahnen

und bitte auch auf einen "Railjet"fähigen Bahnhof direkt am Grazer Flughafen NICHT vergessen.

herwig67
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Railjet

ist nicht barrierefrei. Nur beo 1 Wagon ist der Einstieg ohne Stufen. Hier muss die ÖBB investieren.

joektn
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😉

Die neuen Railjet 2 Garnituren die aktuell gebaut werden sind Niederflur und barrierefrei. Einsatz ab 2023