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Arbeitsrechtliche KonsequenzenAuslandsreise und Coronavirus: Runder Tisch zu Arbeitsrecht

Die Grenzen zu den Nachbarländern sind offen. Doch unter Arbeitsrechtlern gibt es unterschiedliche Auffassungen zu den Folgen einer möglichen Corona-Ansteckung.

Arbeitsrechtler sind sich nicht klar, welche Folgen ein Urlaub im Ausland haben könnte
Arbeitsrechtler sind sich nicht klar, welche Folgen ein Urlaub im Ausland haben könnte © AFP
 

Aufgrund der unterschiedlichen Rechtsauslegungen zu den arbeitsrechtlichen Konsequenzen eines Auslandsaufenthalts im Sommer lädt Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) für Anfang kommender Woche zu einem Runden Tisch. Eingeladen sind neben dem Tourismus- und Außenministerium auch die Arbeiterkammer (AK), der ÖGB sowie Wirtschaftskammer (WKÖ) und Industriellenvereinigung (IV).

"Unser Ziel ist es, für die kommenden Sommermonate arbeitsrechtliche Klarheit in Hinblick auf die jeweiligen Reisewarnstufen zu schaffen, damit alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren Urlaub ohne Sorgen antreten können", so Aschbacher zur APA in einer schriftlichen Stellungnahme.

Folgen einer Ansteckung

Die AK vertritt die Rechtsmeinung, dass es nach einem Auslandsurlaub keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen geben kann, selbst dann nicht, wenn Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerinnen in einem Gebiet waren, für das eine Reisewarnung gilt.

Andere Arbeitsrechtler hatten diesbezüglich zur Vorsicht geraten. Wer sich in einem Land infiziert, für das eine Reisewarnung besteht, dem drohen dienstrechtliche Konsequenzen bis hin zu einer Kündigung, hatte etwa Elias Felten, Vorstand des Instituts für Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Linz, eingeräumt. Reisen in Gebiete, für die es eine Reisewarnung gebe, würden als grob fahrlässig eingestuft und es seien dann sogar Schadenersatzansprüche seitens des Arbeitgebers denkbar, warnte Birgit Vogt-Majarek, Partnerin bei SMS Rechtsanwälte.

 

Kommentare (4)

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helmutmayr
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Wer weiss

in diesem Land überhaupt noch wann, was, gilt. Das Schlimme ist nicht das Virus, sondern wie unsere Regierung damit logistisch umgeht. Und das in allen Lebensbereichen. Gesundheitswesen, Wirtschaft, Kultur, Sport.
Überall das gleiche Verordnungschaos.

peterhager
0
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Früh dran!

Die Urlaubssaison hat bereits begonnen, Frau Aschbacher! Eine Reisewarnung gilt ab Sicherheitsstufe 5 (vgl. Homepage BMEIA, dzt. z.B. für Schweden, USA, Pakistan ...) darunter gilt es als Sicherheitsrisiko.

scionescio
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Warum eine bewährte Masche aufgeben, um seine Ziele zu erreichen - Angstmache hat schon einmal gewirkt ...

... also warum nicht dabei bleiben, wenn es darum geht den Menschen ihren Urlaub zu vermiesen?
Was passiert den eigentlich, wenn mich ein Tourist ansteckt - an wen sind dann die Schadensersatzansprüche zu richten?
Woher weiß man, wo und durch wen die Ansteckung erfolgt ist?
Wäre das nicht die notwendige Voraussetzung, um überhaupt erst einmal einen Anspruch geltend zu machen?

tenke
9
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"Angstmache hat schon einmal gewirkt"

GOTT SEI DANK!