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Ergebnislose GesprächeLufthansa: Fronten mit der Gewerkschaft bleiben verhärtet

Im Streit der AUA-Mutter Lufthansa mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO bleiben die Fronten verhärtet. Gewerkschaftskreise: "Option unbefristeter Streiks wird geprüft."

© APA/AFP/Christof Stache
 

Der dritte Versuch, eine Schlichtung über alle offenen Fragen zu vereinbaren, sei gescheitert, erklärte die Gewerkschaft am Donnerstag nach einem Gespräch mit der Lufthansa und den designierten Schlichtern. "Es gibt kein Ergebnis", hieß es weiter.

Beide Seiten äußerten sich enttäuscht. Die Weigerung von UFO verhindere Lösungen im Sinne der 22.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, erklärte der neue Personalvorstand Michael Niggemann. Themen "einzelner Funktionäre" hätten die Einigung verhindert. UFO-Vizechef Daniel Flohr erklärte, die Lufthansa treibe weiter "ihre Spielchen" gegen die Gewerkschaft. In Gewerkschaftskreisen hieß es unterdessen, es werde jetzt die Option unbefristeter Streiks geprüft, denn die auf wenige Tage beschränkten Arbeitsniederlegungen hätten nicht gefruchtet.

Weiterhin zu Mediation bereit

Lufthansa und UFO sind tief zerstritten, wobei es stärker um die grundsätzliche Zusammenarbeit der Tarifparteien und weniger um konkrete Forderungen für die Beschäftigten geht. UFO hatte im vergangenen Jahr drei Mal zu Streiks aufgerufen. Die Lufthansa und deutsche Tochter-Airlines mussten viele Flüge streichen. Um an den Verhandlungstisch zu kommen, hatte die Lufthansa sich zuletzt bereit erklärt, die nicht-tariflichen Themen in einer Mediation zu lösen. Dazu sei sie auch weiter bereit, erklärte die Airline. Aus ihrer Sicht muss eine so genannte kleine Schlichtung über die Tariffragen angegangen werden.

In dem schon lange schwelenden Konflikt geht es um die Vertretungsbefugnis von UFO und Rechte ihrer führenden Vertreter zu Gewerkschaftsarbeit. Die Lufthansa zweifelte die Tariffähigkeit von UFO an und attackierte die streiklustige Gewerkschaft über mehrere Gerichtsverfahren. Auch gegen die führenden UFO-Vertreter persönlich, vor allem Ex-Chef Nicoley Baublies, ging sie rechtlich vor. Das Unternehmen kündigte Baublies fristlos.

Der Krach eskalierte und zog drei Streiks der Flugbegleiter bei Lufthansa und ihrer Billigflugtochter Eurowings nach sich. Die Gewerkschaft konnte damit ihre Macht demonstrieren. Ein Verfahren gegen den Status von UFO als Gewerkschaft zog die Lufthansa daraufhin mit einem Angebot zur Schlichtung unter Personalchefin Bettina Volkens Ende letzten Jahres zurück. Sie räumte kurze Zeit später ihren Posten.

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