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Personalaffäre Wirbel in der Nationalbank: Mahrer "höchst verwundert"

Die Kündigung der Personalchefin der Nationalbank, Susanna Konrad-El Ghazi, durch den neuen OeNB-Gouverneur Robert Holzmann ohne Information des gesamten Direktoriums sorgt für Aufsehen.

OeNB-Präsident Harald Mahrer
OeNB-Präsident Harald Mahrer © APA/Georg Hochmuth
 

OeNB-Präsident Harald Mahrer sei "höchst verwundert über eine derartige Vorgehensweise", sagte eine Mahrer-Sprecherin zur APA. Der Generalrat der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) ist mit dem Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft vergleichbar. Mahrer wurde am Freitagnachmittag erst nach der Kündigung von Konrad-El Ghazi und ihrer Suspendierung mit sofortiger Wirkung durch Holzmann von der Causa unterrichtet. Die OeNB-Direktoren Thomas Steiner und Gottfried Haber sowie der Generalrat seien nicht eingebunden gewesen, so die Mahrer-Sprecherin. Der Generalrat werde sich nun das Vorgehen ansehen, kündigte sie an. Eine Sondersitzung des Generalrats könne jederzeit einberufen werden.

Laut Medienberichten war auch OeNB-Direktor Eduard Schock in die Personalia involviert. Holzmann und Schock kamen auf einem FPÖ-Ticket in die Nationalbank, Haber und Steiner auf einem ÖVP-Ticket. "profil" und "Standard" hatten als Erste über die Vorgänge berichtet.

Anlassfall soll eine Entscheidung der Personalchefin gewesen sein, in der es um die Verlängerung der Karenzierung eines Notenbankers gegangen ist. Konrad-El Ghazi werde vorgeworfen, diese Entscheidung ohne Direktoriumsbeschluss getroffen zu haben. Inoffiziell könnte ein anderer Grund für die Kündigung gewesen sein, schreibt der Kurier (Sonntagsausgabe). Konrad-El Ghazi soll sich geweigert haben, hoch dotierte Verträge mit Beratern der neuen FPÖ-nahen Direktoren abzuschließen.

Kritik der Gewerkschaft

Es soll laut Medienberichten auch weitere Personalveränderungen in der Nationalbank geben. Der langjährige Leiter der OeNB-Hauptabteilung Beteiligungen, Zahlungsverkehr und Interne Dienste, Stefan Augustin, sei ein sofortiger Pensionsantritt per nächsten Montag nahegelegt worden. Augustin ist 62 Jahre alt. Außerdem sei der bisherige Nationalbank-Pressesprecher, Christian Gutlederer, vor die Wahl gestellt worden, entweder den Job als stellvertretender Filialleiter der OeNB-Zweigstelle in Innsbruck anzunehmen oder das Haus zu verlassen.

Die Nationalbank wollte die Medienberichte am Samstagvormittag nicht kommentieren. Es werde eine Stellungnahme am Montag geben, sagte OeNB-Sprecher Rudolf Kaschnitz zur APA.

Kritik an der Causa kam am Sonntag von der Gewerkschaft. "Die Art und Weise wie leitende Angestellte der Österreichischen Nationalbank in einer Nacht und Nebel-Aktion aus dem Haus gewiesen bzw. mit Versetzungen konfrontiert wurden, ist sehr irritierend und führt zu großer Verunsicherung unter den Beschäftigten", so die GPA-djp-Chefin Barbara Teiber.

Betriebsrat berät nächste Schritte

Der Betriebsrat der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) berät derzeit die nächsten Schritte, wie man auf die Kündigung der OeNB-Personalchefin, Susanna Konrad-El Ghazi, reagieren soll. Man sei "in ständigen Kontakt" mit der Gewerkschaft GPA und einem bekannten Arbeitsrechtler, sagte die stellvertretende OeNB-Betriebsratsvorsitzende, Birgit Sauerzopf, am Sonntagnachmittag zur APA.

Ob der Betriebsrat einen Widerspruch gegen die Kündigung einlegen wird - wie es zuvor in Notenbankkreisen hieß - wollte Sauerzopf derzeit nicht bestätigen. Der Betriebsrat arbeite an einem Schreiben an die OeNB-Führung zu der Causa. Die Vorgänge hätten "keinen Stil", welcher der Nationalbank entsprechen würde. Auch der Betriebsrat sei wie der Generalrat und Teile des Direktoriums nicht in die Kündigung eingebunden gewesen, kritisierte Sauerzopf.

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Danke für Ihr Verständnis.

jg4186
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hoch dotierte Verträge

Wenn diese Vermutung wahr ist, wenn das bestätigt wird, dann muss Holzmann gehen. "Hoch dotierte Verträge" gibt es genug, gibt es zu viele - wenn das einmal gestoppt wird, dann ist das nur lobens- und anerkennungswert. Da ist jetzt die Regierung gefordert. Die Blauen sind, wie wir wissen, immer bereit, tief in den Topf zu greifen, jetzt muss einmal Schluss damit sein.
Es geht letztlich um unser aller Geld!

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Kunierer
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Darüber wird Papa Konrad sicher nicht erfreut sein

und als mächtiger Mann hinter den Kulissen der ÖVP noch ein Machtwort sprechen.

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SoundofThunder
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😏

Die Türkisen Ahnungslosen.😏

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pesosope
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SoundofThunder

komisch, die Unregelmäßigkeiten von Fr. Konrad-El Ghazi gab es ja schon unter dem SPÖ Gouverneur Ewald Nowotny und der war, im Gegensatz zu Mahrer, sogar im selben Unternehmen und auch noch der direkte Vorgesetzte. Also entweder sind auch die Roten ahnungslos, das haben Sie jetzt aber sicherlich nur vergessen, oder sie wussten davon und haben es so lange es möglich war vertuscht. Also, was jetzt?

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UHBP
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@peso

Welche Unregelmäßigkeiten?

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pesosope
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Vertragsverlängerungen, die nicht mit dem Vorstand abgesprochen wurden?

Oder glauben Sie allen Ernstes, dass ein Mitarbeiter ohne Grund vom Sicherheitsdienst aus dem Haus geleitet wird? Und selbst wenn es sich im Nachhinein vielleicht als "Irrtum" herausstellen sollte, ein Verdacht muss schon länger im Raum gestanden sein, denn nicht einmal Nowotny hat sich bisher dazu negativ geäußert und der müsste ja alles wissen

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