AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Tiefrote ZahlenEx-Kika-Leiner-Mutter Steinhoff schreibt erneut Milliardenverlust

Der angeschlagene Einzelhandelskonzern hat immer noch 40 Marken in mehr als 30 Ländern - und Bilanzprobleme.

© 06photo - Fotolia
 

Der angeschlagene Einzelhandelskonzern Steinhoff hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr tiefrote Zahlen geschrieben. Die Ex-Kika-Leiner-Mutter hatte erst vor wenigen Wochen zusammen mit korrigierten Zahlen für das Vorjahr seinen testierten Geschäftsbericht für 2016/17 vorgelegt und schob nun auch den Abschlussbericht für 2017/18 mit Verspätung nach.

Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr wies der Konzern einen Fehlbetrag von 1,2 Milliarden Euro aus, nach einem Minus von fast 4 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Der Konzern schrieb Vermögenswerte bei seinen Töchtern im Wert von 940 Millionen Euro ab. Die Aktie des SDax-Konzerns stürzte im außerbörslichen Handel auf Tradegate um mehr als 10 Prozent ab.

Bilanzprobleme seit 2017

Steinhoff hatte Ende 2017 seine Bilanzprobleme öffentlich gemacht. Dabei geht es laut den Ergebnissen der anschließend eingesetzten Prüfer vor allem um künstlich aufgeblähte Buchungen und zahlreiche Transaktionen, die in Wirklichkeit nie stattgefunden haben. Im Mittelpunkt des Skandals steht wohl der ehemalige Konzernchef Markus Jooste sowie eine kleine Gruppe weiterer Manager. Die Untersuchungen des Konzerns würden andauern, teilte Steinhoff jetzt mit.

Viele Beschuldigte haben sich bisher einer Befragung verweigert. Jooste selbst beteuerte im vergangenen Jahr unter Eid vor dem Parlament in Südafrika seine Unschuld.

Durch Übernahmen zum Weltkonzern

Steinhoff war durch zahlreiche Übernahmen in den vergangenen Jahren zu einem Weltkonzern herangewachsen, in der Krise hatte sich das Unternehmen aber bereits von einigen Beteiligungen getrennt - so wurde etwa der zum Konzern gehörende deutsche Möbelhändler Poco an Andreas Seifert verkauft, den Mitinhaber der Möbelkette XXXLutz. Die Kika-Leiner-Gruppe wurde im Sommer 2018 an die Signa Holding des Tiroler Investors Rene Benko verkauft.

Nach der mühsamen Aufarbeitung seines Bilanzskandals hofft der Konzern mit rund 120.000 Mitarbeitern derzeit auf grünes Licht für seinen Restrukturierungsplan für sein Europa-Geschäft. Steinhoff hatte mit seinen Gläubigern zuletzt immer wieder neue Fristen ausgehandelt, bis zu denen bestimmte Schritte umgesetzt werden müssen, damit die Restrukturierung endlich umgesetzt werden kann. Zuletzt wurde die Frist bis Ende Juni verlängert.

Zu den 40 Marken in mehr als 30 Ländern gehören etwa der US-Bettenverkäufer Matress Firm, den Steinhoff noch 2016 für fast vier Milliarden Dollar (3,58 Mrd. Euro) zugekauft hat. Gut die Hälfte der Anteile wurden inzwischen wieder verkauft. Im vergangenen Oktober hatte Matress Firm zwischenzeitig Insolvenz angemeldet und steckt nun in der Sanierung. Aus Frankreich gehört die Möbelhandelskette Conforama zum Steinhoff-Universum, sowie in Großbritannien etwa der Discounter Poundland. Steinhoff kündigte an, dass auch in diesem Jahr einige Verkäufe folgen könnten.

Die Steinhoff-Aktie war infolge der Bilanzprobleme ins Trudeln geraten und ist inzwischen zu einem Pennystock mutiert. Aktuell ist das Papier gerade einmal 0,08 Euro wert, das Eigenkapital des Unternehmens noch einige hundert Millionen Euro.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.