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RefcoNach 13 Jahren: Weitere Anklage im Bawag-Skandal

Der Konkurs der US-Investmentfirma Refco brachte den Bawag-Skandal ins Rollen. 13 Jahre danach gibt es nun die Anklagen gegen Johann Zwettler, Peter Nakowitz und Christian Büttner.

Selbst nach 13 Jahren ist der Bawag-Skandal noch nicht aufgearbeitet
Selbst nach 13 Jahren ist der Bawag-Skandal noch nicht aufgearbeitet © APA
 

Im mutmaßlichen Betrugsfall BAWAG/Refco, in der die Staatsanwaltschaft seit mehr als zehn Jahren rund um einen 350-Millionen-Euro-Kredit ermittelt, werden vier Spitzenmanager der damaligen Gewerkschaftsbank wegen Beitrags zum schweren Betrugs bzw. Untreue angeklagt. Ihnen werden gerade die Anklageschriften zugestellt, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey der APA.

Vor Gericht werden sich demnach der ehemalige BAWAG-Chef Johann Zwettler und die ehemaligen Vorstandsmitglieder Peter Nakowitz und Christian Büttner zu verantworten haben. Hinsichtlich eines Viertangeklagten gab es vorerst keine offizielle Bestätigung, laut "Salzburger Nachrichten" handelt es sich um einen 51 Jahre alten früheren Generalsekretär der Bank. Für die Manager gilt die Unschuldsvermutung. Einem "Kurier"-Bericht zufolge dürfte Zwettler aus gesundheitlichen Gründen weder vernehmungsfähig noch verhandlungsunfähig sein.

In der Causa BAWAG/Refco geht es um einen 350-Millionen-Euro-Blitzkredit der BAWAG an die strauchelnde US-Investmentfirma Refco im Jahr 2005 - vergeben an einem Sonntag. Gut 13 Jahre nach Platzen der Refco-Affäre - die Besicherung von Refco in Form von Refco-Aktien war nichts wert - kommt die Sache nun vor Gericht.

Kredit an Pleitefirma

Der Kredit hätte nicht vergeben werden dürfen, so die Anklage. Stunden nach dem gewährten Kredit war Refco pleite. Ex-Refco-Chef Phillip Bennett sitzt eine 16-jährige Gefängnisstrafe in New Jersey wegen Bilanzbetrugs ab.

Refco-Gründer Phillip R. Bennett im Jahr 2005, nach seiner Verhaftung
Refco-Gründer Phillip R. Bennett im Jahr 2005, nach seiner Verhaftung Foto © AP

Der 350-Millionen-Kredit an Refco hatte auch für das Auffliegen des BAWAG-Skandals rund um Spekulationsverluste der Bank und Wolfgang Flöttl gesorgt. Der Verbleib der von Flöttl angeblich gänzlich verspekulierten 1,4 Mrd. Euro wurde im BAWAG-Prozess nicht geklärt. Es kam nach knapp sechs Jahren inklusive erfolgreicher Nichtigkeitsbeschwerde und einer Wiederholung des Prozesses zu fünf Freisprüchen und vier Verurteilungen. Tatsächlich im Gefängnis war nur der frühere BAWAG-Chef Helmut Elsner - für rund viereinhalb Jahre.

 

Kommentare (2)
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stadtkater
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Wo sind die Flöttl-Millionen geblieben?


Das hat die damalige Richterin und spätere Justizministerin überhaupt nicht interessiert und Flöttl selbst hat sich nicht mehr daran erinnern können. Seine Festplatte war kaputt und Belege von den Geschäftspartner hat niemand, nicht einmal die geschädigte BAWAG, verlangt.

Könnte es nicht sein, dass die Millionen in seiner eigenen Tasche verschwunden sind und die behaupteten Verlustspekulationen niemals stattgefunden haben?

stadtkater
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3
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Nach 13 Jahren

wird sich keiner mehr an irgendetwas erinnern können.

Da lobe ich mir die USA, die Madoff ratzfatz nach der Skandalaufdeckung angeklagt und zu 150 Jahre Haft verurteilt haben.