AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

ILO Breath Steirische Hochtechnologie: Per Atemtest zum Wunschkind

Das Grazer Start-up Carbomed sorgt für Aufsehen: Per Atemluftmessung wird die Fruchtbarkeit von Frauen ermittelt. 2019 könnten 3000 Messgeräte gefertigt werden - in Kärnten.

© ILO/David Bazabal Studios
 

Ein steirisches Jungunternehmen sagt unerfüllten Kinderwünschen jetzt den Kampf an. Das Grazer Start-up Carbomed um die beiden Geschäftsführer Evi Jesacher und Bastian Rüther will dafür das "weltweit erste Atemluftanalysegerät für die Ovulationsprognose" auf die internationalen Märkte bringen.

Was das bedeutet und wie das Gerät, das sich "Breathe ILO" nennt, funktioniert? Über im Atem enthaltenes CO2 wird bestimmt, ob sich eine Frau gerade in ihren fruchtbaren Tagen befindet. Diese muss nur 60 Sekunden in das Mundstück hineinatmen und bekommt das Ergebnis anschließend mittels App angezeigt. Ein auf künstlicher Intelligenz basierender Lernalgorithmus soll die Genauigkeit der Ergebnisse zudem kontinuierlich verbessern, Carbomed verspricht, "fünf der sechs fruchtbaren Tage pro Zyklus" zu erkennen. Drei Millionen Euro investierte das Unternehmen dafür in Forschung und Entwicklung des Produkts, für dessen Messverfahren Patente in Europa und den USA gesichert wurden.

Geschäftsführer von Carbomed: Evi Jesacher und Bastian Rüther
Geschäftsführer von Carbomed: Evi Jesacher und Bastian Rüther Foto © ZWT/Helmut Lunghammer

Mit der greif- und begreifbaren Technologie sorgt das am Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin (ZWT) angesiedelte Start-up für enormes Aufsehen - nicht nur in medizintechnikaffinen Kreisen. Knapp 35.000 Euro holte sich Carbomed jüngst bei einer Crowdfunding-Kampagne, jetzt startet die Serienfertigung. Und zwar bei der Kärntner Wild-Gruppe, die schon als Entwicklungspartner fungierte und etwa Know-how in Sachen Firmware und Elektronikdesign beisteuerte.

Sollen zunächst in einer Art Testdurchlauf zwischen 200 und 300 Geräte produziert und der Produktionsprozess dadurch durchlaufen und final erprobt werden, sind die Ziele für das kommende Jahr hehre. Bis zu "3000 Messgeräte" will man auf den Markt bringen, lässt Bastian Rüther wissen. Damit soll eine technologische Trendwende eingeleitet werden. Bis dato wird die Fruchtbarkeit nämlich etwa über die Messung der Körpertemperatur oder mit Urin-Teststreifen überprüft.

Hightech-Messgerät ILO Breath
Hightech-Messgerät ILO Breath Foto © ILO/David Bazabal Studios

Carbomed ist überzeugt, nicht nur "die einfachste Art" von derlei Fruchtbarkeitsmessungen gefunden zu haben, sondern auch die vielseitigste. Das Start-up will "Breathe ILO" als "Lifestyle-Produkt" (Evi Jesacher) etablieren und in naher Zukunft auch in der Verhütung - dafür braucht es aber die Zulassung als Medizinprodukt - oder für die Zyklus-Analyse einsetzen. Jesacher: "Wir wollen ein ganzheitlicher Ansprechpartner für Frauen zwischen 20 und 60 Jahren sein."

Carbomed wurde übrigens erst 2013 gegründet, die Produktidee aber ist einiges älter. Schon in den 1990er-Jahren entdeckte der spätere Carbomed-Gründer Ludwig Wildt, dass sich aus CO2 im Atemgas Rückschlüsse auf den weiblichen Gesundheitszustand ableiten lassen. Gemeinsam mit Mitgründer Horst Rüther gehört Wildt - der in Innsbruck die Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, bekannt als "Kinderwunschklinik", leitete - auch heute noch zu den Eigentümern von Carbomed. Ebenfalls mit an Gesellschafterbord: die Familie Schinko, nicht zuletzt als Eigentümer von Hörakustiker Neuroth bekannt.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren