Wieder einmal sorgt Tesla-Boss Elon Musk mit einem öffentlichen Auftritt für Aufsehen. Im Podcast von Comedian Joe Rogan sprach Musk über Erfindergeist, die Führungsposition bei Tesla ("schwerste Aufgabe"), die Fortschritte von Künstlicher Intelligenz oder seine Rolle als Hansdampf in allen Gassen ("Bin ein Alien"). Mehr als zweieinhalb Stunden dauert die Konversation, die man auch via Youtube nachsehen kann.

Hängenbleiben wird von dem Gespräch aber wohl in erster Linie jene Szene, wo Joe Rogan und Elon Musk zum Joint greifen und zu kiffen beginnen. Auf Rogans Frage, ob er schon einmal gekifft habe, sagt Musk. "Ja, ich glaube, ich habe es einmal versucht." Rogans Bemerkung, dass Musk "wahrscheinlich wegen der Aktionäre" nicht kiffen könne, erwidert Musk: "Es ist legal, oder?" Daraufhin nimmt er einen kräftigen Zug. Im US-Bundesstaat Kalifornien ist der Konsum von Marihuana gesetzlich erlaubt.

Auch wenn Musk anschließend betont, dass er Kiffen "nicht gut für die Produktivität" findet, dürfte sein Auftritt bei Rogan wohl weiteren Ärger bringen. Zuletzt sorgte der Tesla-Boss für Unruhe bei Aktionären, als er laut über einen Börsenrückzug seines Unternehmens nachdachte.

Chefbuchhalter wirft nach nur einem Monat hin

Unterdessen verlässt Chefbuchhalter Dave Morton nach nur einem Monat den Elektroauto-Pionier, wie der Konzern am Freitag bekanntgab. Das Ausmaß des öffentlichen Interesses an Tesla sei ihm zu groß.

Einem Agenturbericht zufolge verlässt auch Personalchefin Gaby Toledano das Unternehmen. Konzernchef Musk rauchte unterdessen in einer live im Internet übertragenen Veranstaltung mit dem Komiker Joe Rogan Marihuana und trank Whiskey. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an: Die Aktie rauschte um bis zu zehn Prozent ab.

Die Personalien und der Auftritt des 47-jährigen Chefs sorgen damit nur wenige Tage nach einer Kehrtwende über die Börsennotierung des Unternehmens erneut für Wirbel an der Wall Street. Einige Analysten stellten die Eignung des Firmengründers Musk an der Konzernspitze infrage und forderten einen Manager entweder als Nachfolger oder zur Entlastung von Musk. "Vielleicht wäre er der beste Marketingchef und Tesla bräuchte einen neuen, starken Chef", sagte Analyst Frank Schwope von der Nord/LB. "Es gibt so viele Gerüchte und Probleme bei Tesla, dass wir bei den Aktien skeptisch sind."

Kehrtwende

Die Aktie war in den Tagen nach dem Tweet deutlich gestiegen und kostete Anfang August knapp 380 Dollar. Nur gut zwei Wochen später vollzog Musk aber die Kehrtwende. Viele Anteilseigner hätten ihm von einem Börsenabschied abgeraten, begründete er den Schritt. Dies sorgte nicht nur für starke Kursausschläge der Tesla-Aktie, sondern rief auch die US-Börsenaufsicht SEC auf den Plan. Die Managementfähigkeiten von Musk wurden schon da in Zweifel gezogen. Nach dem Rutsch am Freitag kosteten Tesla-Papiere zeitweise nur noch 253 Dollar.

Chefbuchhalter Morton, der sich nun zurückzieht, wurde von Tesla mit den Worten zitiert, er glaube an das Unternehmen und dessen Mission. Morton hatte seine Stelle erst am 6. August angetreten und steigt nun mit sofortiger Wirkung wieder aus. Doch nicht nur das öffentliche Interesse an dem Elektroautobauer sondern auch das Arbeitstempo habe er sich nicht vorstellen können. Streit mit der Tesla-Führung gebe es nicht, auch nicht über die Finanzberichterstattung.