Start-upIndustrieanlagen mit virtuellen Simulationen optimieren

Michael Gruber baut mit Sensolligent Anlagen am Computer nach, um diese zu optimieren.

Michael Gruber Sensolligent
Michael Gruber und sein Sensolligent-Team © KLZ/Weichselbraun
 

Den Output von Industrieanlagen zu optimieren, ist so eine Sache: Es ist kaum möglich, Anpassungen im Vollbetrieb vorzunehmen, also bleiben Prozess-Entwicklungen oft aus. Das Klagenfurter Start-up Sensolligent löst das Dilemma: Man baut reale Anlagen virtuell nach, der Kunde kann Parameter in der Simulation ändern, optimiert die Einstellungen und übernimmt diese bei der nächsten Rüstphase. „Der Kunde kann viel ausprobieren, ohne die Maschine abzustellen“, laut der USP der Simulations-Software in einem Satz. Mit seiner Idee steckte der Judenburger Michael Gruber nicht nur drei Kollegen aus der Studienzeit an, die er „überredete, gratis mitzuhelfen“, sondern überzeugte auch den KWF, der das Projekt mit einem Stipendium ebenso unterstützte wie das Gründerzentrum „build!“, das ein Büro in den Lakeside Labs bereitstellt.

Gruber (39) kennt die Praxis: Der Karosseur studierte dank Studienberechtigungsprüfung und Selbsterhalter-Stipendium in Klagenfurt Informationstechnik, dem Bachelor- folgt nun das Masterstudium.
Vier Entwickler und eine Grafikerin arbeiten derzeit im Sensolligent-Team. Dessen Tool begeisterte auch ein Kärntner Paradeunternehmen: Die Springer Maschinenfabrik in Friesach beteiligte sich an der am 1. 2. gegründeten Firma und sichert damit die finanzielle Basis. „Die Industrie ist gefordert, Möglichkeiten elektronischer Vernetzung zu erkennen“, sagt Springer-CFO Manuel Seiß. „Wir beschreiten den spannenden Weg gemeinsam.“

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