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Rating gesenktKika/Leiner-Mutter Steinhoff könnte bald das Geld ausgehen

Der südafrikanische Möbelkonzern Steinhoff kommt nicht aus der Krise. Moody´s hat nun das Kreditrating der Kika/Leiner-Mutter gesenkt. Die Österreich-Töchter sind stabil.

Die Mutter der Möbelkette Kika/Leiner steckt nach einem Bilanzskandal in Geldnöten
Die Mutter der Möbelkette Kika/Leiner steckt nach einem Bilanzskandal in Geldnöten © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Die Ratingagentur Moody's hegt zunehmend Zweifel an der Finanzkraft der Kika/Leiner-Konzernmutter Steinhoff. Die Bonitätswächter senkten das Rating des Möbelkonzerns am Donnerstag um drei Stufen auf "Caa1" und prüfen eine weitere Herabstufung. Damit sehen sie ein hohes Ausfallrisiko bei den Krediten von Steinhoff. Damit steigt auch das Risiko für Kika und Leiner in Österreich.

Die Liquidität könnte schon bald nicht mehr ausreichen, um das Europageschäft am Laufen zu halten, warnte Moody's. Besonders problematisch sei dabei, dass die Konzernmutter als zentraler Kapitalgeber für die operativen Einheiten fungiere. Diese hätten in jüngster Zeit Kreditversicherungslinien gekürzt oder gestrichen bekommen.

Die Möbelketten Kika und Leiner mit ihren rund 5.600 Beschäftigten in Österreich gehören seit 2013 zum Steinhoff-Konzern mit 130.000 Mitarbeitern in mehr als 30 Ländern. Seit Anfang Dezember befindet sich das Unternehmen in einer Krise, nachdem wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ermittelt wird.

Über zehn Milliarden Euro Schulden

Nach eigenen Angaben saß Steinhoff am 14. Dezember auf ausstehenden Schulden in Höhe von 10,7 Milliarden Euro, rund 4,8 Milliarden Euro entfallen auf die Steinhoff Europe AG. Diese sitzt wie die Steinhoff Finance Holding GmbH im niederösterreichischen Brunn am Gebirge. Die Verflechtungen nach Österreich sind hoch.

Aufgrund der unsicheren Lage beim Mutterkonzern Steinhoff kappen Kreditversicherer mittlerweile ihre Deckungen auch für Kika und Leiner. Die österreichische Möbelindustrie ist entsprechend nervös und liefert verstärkt nur noch gegen Bezahlung. Vergangene Woche verschlechterte der Kreditschutzverband 1870 (KSV) seine Bewertung für Kika und Leiner, berichteten die "Salzburger Nachrichten" kürzlich. Beide Unternehmen fallen seither unter die Kategorie "erhöhtes Risiko", eine Ausfallswahrscheinlichkeit ist damit "überdurchschnittlich".

Kika/Leiner nicht in Gefahr

Insolvenzgefahr für die Österreich-Töchter sehen Kreditschützer vorerst nicht. "Wir prüfen die Rudolf Leiner Gesellschaft m.b.H. und die Kika Möbel-Handelsgesellschaft m.b.H. Beide Unternehmen sind unauffällig und derzeit in einer guten Bonität", wird Gerhard Weinhofer, Sprecher des Kreditschutzverbandes Creditreform, in der "NÖN" zitiert. Es gebe keine negativen Anzeichen einer Zahlungsunfähigkeit. Vieles hänge aber von der Reaktion von Banken und Lieferanten ab, so Weinhofer.

Gegen Steinhoff laufen in Deutschland bereits seit zwei Jahren Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen. Wegen der Vorwürfe hatte der Möbelkonzern zuletzt die Veröffentlichung von Geschäftszahlen verschoben und seine Bilanz 2016 mit der Begründung zurückgezogen, dass die Zahlen nicht mehr zuverlässig seien. Laut der bisherigen Bilanz 2016 steht Steinhoff mit über 16 Milliarden Euro bei Banken in der Kreide.

Billig-Aktien

Die Aktien des Möbelhändlers beeindruckte die Moody's-Schelte am heutigen Donnerstag kaum. Sie gehörten mit einem Kursplus von gut vier Prozent zu den größten Gewinnern im deutschen Nebenwerte-Index MDax. Mit 0,31 Euro kosten die Papiere aber immer noch rund 90 Prozent weniger als zu Monatsbeginn.

Steinhoff, der in den vergangenen Jahren weltweit auf eine milliardenschwere Einkaufstour von Österreich bis Australien gegangen war, gilt als der zweitgrößte Möbelhändler der Welt hinter Ikea. Wegen der komplexen Struktur nach den zahlreichen Übernahmen der vergangenen Jahre sei es schwierig, die Kreditwürdigkeit des Konzerns zu bewerten, erklärte Moody's.

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