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BrennerDas hat Wienerberger mit dem neuen Kärntner Ziegelwerk vor

Das Ziegelwerk Brenner, bedeutender Arbeitgeber im Granitztal, wird von Wienerberger übernommen. Pläne für Marktausweitung und langfristige Investitionen.

Zielwerk Brenner im Granitztal
Zielwerk Brenner im Granitztal © KK/Privat
 

Das rotleuchtende Tonvorkommen des Granitztales und moderne Technologie für die Erzeugung – das macht die Spezialziegel des Kärntner Ziegelwerkes Brenner aus. Mit 30 Mitarbeitern, die im Vorjahr rund neun Millionen Euro Umsatz schafften, ist der solide geführte Familienbetrieb bedeutender Arbeitgeber in dem beschaulichen Tal. Seit 60 Jahren werden am Standort in Schönweg bei St. Andrä Ziegel erzeugt, über 40 Jahre befand sich das Unternehmen im Besitz der Familie Wirth, die das Werk zu einer innovativen Produktionsstätte entwickelte.

Nun übernimmt der Wienerberger Konzern, der knapp drei Milliarden Euro umsetzt und heuer 415 Millionen Euro als Ergebnis (EBITDA) ansteuert, den Kärntner Betrieb. „Ich freue mich, dass wir mit der Eigentümerfamilie Wirth nach sehr intensiven Diskussionen Einigung über eine nachhaltige Zukunft erzielt haben. Für uns ist das Werk mit seinen hochwertigen Produkten für Niedrigenergiehäuser ein strategischer Standort für die Märkte Kärnten und Osttirol bis Südtirol, Friaul und Slowenien“, sagte Wienerberger-Generaldirektor Heimo Scheuch. „Als Kärntner freue ich mich, dass wir mit Investitionen zur Wirtschaftsentwicklung beitragen können“, erklärte Scheuch der Kleinen Zeitung via Telefon am Rande eines Investorentreffens in Paris.

Für Weltmarktführer Wienerberger ist das nun erworbene Kärntner Werk, über dessen Preis Stillschweigen vereinbart wurde, ein „optimale Stärkung des regionalen Portfolios und ein Bekenntnis zum Heimmarkt.“
„Priorität ist die Absicherung des Standortes und die Übernahme aller Mitarbeiter. Wienerberger sieht darin eine langfristige Investitionen, um die Wertschöpfung in der Region zu behalten“, erklärte geschäftsführender Gesellschafter Ernst Wirth. „Zukunftsfähige Spezialprodukte werden immer mehr gefragt. Die Vermarktung kann ein Marktführer natürlich effizienter bewerkstelligen als ein kleines Unternehmen“, begründete er den Verkauf des Brenner Ziegelwerkes an die Wienerberger Ziegelindustrie GmbH. Der Weg der Eigenständigkeit, auf den man im einzigen Kärntner Ziegelwerk bislang so stolz war, geht damit zu Ende.

Der Übernahme noch zustimmen muss die Bundeswettbewerbsbehörde, erst dann kommt die Kaufvereinbarung zum Tragen. Da die Hauptkonkurrenten in der Region aber nicht Ziegelhersteller, sondern andere Baustoffe und Wandsystem sind, dürfte mit einer positiven Entscheidung in wenigen Monaten zu rechnen sein. In Kärnten ist Wienerberger freilich bereits präsent – mit „Semmelrock Stein + Design“ stellt Wienerberger den Marktführer in Zentral- und Osteuropa für Betonflächenbefestigungen. Einen eigenen Produktionsstandort für Ziegel hatte Wienerberger hierzulande bislang jedoch noch nicht.

„Die Familie Wirth hat gut und nachhaltig investiert, da können wir mit unserer Produktentwicklung aufbauen,“ sagte Scheuch. „Für die Mitarbeiter ist es eine gute Nachricht, dass wir es langfristig weiterführen.“ Ziel sei eine Stärkung des Standortes im Granitztal, einen Abbau von Personal schließt Scheuch kategorisch aus. Im Gegenteil: „Die Mitarbeiter können sich auf eine erfolgreiche Zukunft freuen.“ Mit übernommen wird auch das Tonlager mitsamt einem Ausweitungsgebiet. „Da gehen wir von einer Absicherung auf 20, 30 Jahre aus“, so Scheuch.

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