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Bilanzkosmetik

Alpine soll sich Kredite erschlichen haben

Der Baukonzern Alpine legte die größte Pleite des Jahres 2013 hin. Schon 2009 soll die Lage angespannt gewesen sein. Zu der Zeit hat der Konzern einen Kredit in Höhe von 360 Millionen Euro bekommen. Für 180 Millionen Euro haftet der Steuerzahler.

THEMENBILD: BAUKONZERN ALPINE
© APA/HELMUT FOHRINGER
 

Der Bauriese Alpine, der 2013 eine Milliardenpleite hingelegt hat, wird die Gerichte noch lange beschäftigen. Nun liegt laut "Kurier" (Mittwoch) ein 425 Seiten starker Bericht des Bundeskriminalamtes vor. Das BKA gehe dem Verdacht nach, dass "seitens der Alpine-Führung über die zulässigen Spielräume hinaus bilanzkosmetische Maßnahmen vorgenommen wurden, um Kredite und Bundesgarantien zu erlangen".

In der Alpine Bau sollen Bilanzen gefälscht worden sein, um sich in einer finanziell bereits äußerst kritischen Zeit Kredite und Bundesgarantien zu erschleichen - es gilt die Unschuldsvermutung. Ein österreichisches Bankenkonsortium hat der Alpine 2009 und 2010 Kredite im Volumen von insgesamt 360 Millionen Euro gewährt. Für 180 Millionen Euro davon haftet die Republik auf Grundlage des Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetzes (ULSG). Das Gesetz wurde aber geschaffen, um gesunde Unternehmen in der Wirtschaftskrise via Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) mit Krediten zu versorgen. Staatsgarantien für marode Unternehmen sind darin keinesfalls vorgesehen.

Lage schon 2009 schwierig

Im Juli 2009 dürfte die finanzielle Lage der Alpine bereits höchst angespannt gewesen sein - diverse Finanzierungsquellen wurden angezapft. 70 Millionen Euro sollten von der spanischen Konzernmutter FCC fließen, 150 Millionen Euro aus einem ersten ULSG-Kredit und weitere 150 Millionen Euro aus einer Alpine-Anleihe (deren Begebung dann aber auf 2010 verschoben wurde). "Der Finanzvorstand weist verstärkt darauf hin, dass diese Punkte innerhalb der nächsten drei Monate durchgesetzt werden müssen, da sonst das Unternehmen binnen kürzester Zeit illiquid sein wird", zitiert die Kriminalpolizei laut "Kurier" aus Alpine-Protokollen.

"Die ULSG-Kredite waren der letzte Strohhalm", sagte dem Zeitungsbericht zufolge auch der Zivil-Gutachter Manfred Biegler. Und weiter: "Ohne Bundeshaftung hätten die Banken der Alpine keinen Kredit mehr gegeben", bestätige ein involvierter Banker. Beim BKA sagte dieser laut "Kurier" aus: "In der Liquiditätssituation von damals wäre es für eine Bank problematisch gewesen, einen mittelfristigen Kredit, wie ihn die Alpine bekommen hat, einem Kunden zu gewähren." Der Ex-Alpine-Finanzchef bestreitet die Vorwürfe.

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Danke für Ihr Verständnis.

fromm
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einfache Frage:

wo bleibt der Staatsanwalt?
Es wird Zeit, das Verantwortliche auch Verantwortung übernehmen. Nur hohe Gehälter plus Zulagen kassieren und dann davon schleichen sollte nicht mehr funktionieren.

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Wildheart
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@fromm: Der Staatsanwalt?

Der beschäftigt sich lieber mit Hendldieben.
Denn wenn das BKA jetzt draufkommt, daß es Malversationen gab, zeugt das nur von Inkompetenz der Ermittlungsbehörden.

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georgXV
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Klagenfurter Stadion

da war doch was ???
Bekanntlich wurde dieses Stadion von der Alpine gebaut ...
Qualitätsmängel, "part of the game" (???), usw., usw.

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Kärntnertreu
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georgXV... so ein "STUSS" den sie da schreiben!!!

Da haben sie sich wohl selbst als "Heimatland-Vernaderer" entlarvt?!!! Stadion wurde nämlich meines wissen`s von der PORR AG gebaut!

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georgXV
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zusammen mit der Alpine (im Konsortium) ...

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dribblanski
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und neuerlich muss

der Steuerzahler für die Malversation einiger Manager aber auch das Ungeschick der Legislative herhalten, wieder ohne zu wissen, wie ihm geschielt 😒

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Kärntnertreu
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Und die unfähigen Banker mit ihren Instituten steigen dank Haftung des Steuerzahlers wieder schadlos aus!

Haftungen der öffentlichen Hand gehören abgeschafft und verboten. Wenn sich ein Unternehmen nicht selbst rechnet, dann sollte es keine öffentlichen Aufträge mehr bekommen, sondern zusperren!

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fredfeuerstein
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Wo liegt das Problem?

Strafverfahren- Durchgriff auf die verantwortlichen Entscheidungsträger und Organe und ein Example setzen.

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