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Molkereien

Preisverfall: Milchbauern bitten Politik um Krisenhilfe

Der Milchpreis ist innerhalb eines Jahres um ein Viertel gesunken. Wegen Überproduktion in der Ära der Milchquoten muss zudem bald eine Rekordstrafe von 47 Millionen Euro bezahlt werden. Molkereien-Chef sieht Politik gefordert.

© APA/BARBARA GINDL
 

Der Milch-Erzeugerpreis für die heimischen Bauern ist innerhalb eines Jahres um 25 Prozent eingebrochen. Die Liberalisierung des EU-Milchmarktes seit April macht die Situation nicht leichter. Die Molkereien fordern nun von Agrarminister Andrä Rupprechter (ÖVP) sich auf EU-Ebene für eine Anpassung des Interventionspreises und eine Abschaffung der letztmaligen Überproduktions-Strafen einzusetzen.

"Zu viel Zeit ist hier verloren gegangen, ohne den Milchbauern wirksam zu helfen", kritisierte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter, Helmut Petschar, in einer Aussendung. Die Verlängerung des Russland-Embargos, die schwierigere Marktlage in China und auf anderen Exportmärkten würden "politische Maßnahmen" zur Stabilisierung des Milchmarkt erfordern.

Jahrelange Berg- und Talfahrt

Der Erzeugermilchpreis (4,2 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß, exkl. Umsatzsteuer) lag in Österreich im Mai bei 33,75 Cent/kg, im Mai 2014 lag er noch bei 39,9 Cent, geht aus dem aktuellen AMA-Marktbericht hervor. Seit Mai ist der Milchpreis weiter abgerutscht. Am 1. Juli senkte die größte heimische Molkerei Berglandmilch/Tirol Milch den Nettopreis um 1,5 auf 30 Cent.

Die Milchpreis-Entwicklung gleicht in den vergangenen Jahren einer Berg- und Talfahrt. Der Milchpreis erreichte einen Höhepunkt im Jänner 2008 mit 40,5 Cent/kg. Im Zuge der Wirtschaftskrise 2008/09 stürzte er auf 24,7 Cent/kg im Juli 2009 ab. Dann kletterte der Milchpreis bis Anfang 2014 wieder auf 42 Cent. Aktuell liegt er nun wieder bei 30 Cent.

Erzeugerpreise über dem EU-Schnitt

Die Preisrückgänge in Österreich konnten von den heimischen Molkereien laut dem Verbandschef "etwas abgefedert" werden, dennoch seien die derzeitigen Milchpreise "eine große Herausforderung". Die Erzeugerpreise in Österreich und damit die Kosten für die Molkereien würden über den Vergleichswerten aus Deutschland, Bayern oder dem EU-Durchschnitt liegen.

Die Forderung von Rupprechter nach höheren Milch-Exporten nach China, ist für den Molkereiverbands-Präsidenten angesichts der derzeit sehr schwierigen Marktlage in China "nicht nachvollziehbar". Die Exportquote der heimischen Milchwirtschaft betrage bereits rund 50 Prozent. "Ich würde mir ein stärkeres Engagement auf Drittmärkten wünschen, anstelle sich in der Heimat gegenseitig zu unterbieten - das ist mein Vorwurf", sagte Rupprechter kürzlich zur APA in Richtung der Milchverarbeiter.

Rekordstrafe für Milchbauern

Auf europäischer Ebene ist der Interventionspreises seit über zehn Jahren unverändert geblieben. Die EU garantiert einen Preis für Butter und Magermilchpulver von nur rund 21 Cent. Als "äußerst unpassend und zynisch" bezeichnete Petschar die Aussagen des EU-Agrarkommissars Phil Hogan, dass die Milchwirtschaft in Europa die Produktion entsprechend reduzieren solle. In nächster Zeit müssen die österreichischen Bauern zusätzlich die Rekordstrafe von 47 Millionen Euro für die Überlieferung ihrer Quoten (Superabgabe) nach Brüssel überweisen. Mit hohen Liefermengen wollten sich die Bauern eigentlich auf die Liberalisierung des Milchmarktes vorbereiten. "Die Superabgabe angesichts der derzeitigen Marktsituation abzukassieren ist nicht gerechtfertigt, das Geld sollte in der Milchwirtschaft bleiben und zur Stärkung der Betriebe verwendet werden", forderte Petschar.

Auch der Handel sowie die Gastronomie und Hotellerie sollten ihre "Hausaufgaben machen", so Petschar. Es sei "nicht fair, ständig von Regionalität und höheren Qualitäten zu sprechen, diese aber nicht abzugelten".

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Das ist das nächste Desaster

Die Verantwortung haben in erster Linie unsere eigenen Politiker. Die EU macht nur, was ihnen ermöglicht wird, von den einzelnen Staaten. Zwingen kann man kein Land zu etwas, doch anscheinend verdienen alle am Betrug gegen die eigene Bevölkerung ganz schön dabei. Man braucht nicht auf die eigenen Bauern rumhacken, sondern bei den eigenen Landsleuten Solidaritt zeigen und direkt beim Bauern kaufen. Zudem ist das auch gesünder, selbst für unsere Kinder.

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Tja,meine lieben Bauern!

Wer hat denn behauptet das die Liberalisierung, bzw die Öffnung des Marktes gen Europa und die ganze Welt bringt die große Kohle? Das war die ÖVP! Ihr wählt die ÖVP immer noch! Ihr habt anscheinend wirklich geglaubt das ihr international Konkurrenzfähig seid,aber es gibt viele Großkonzerne in der Welt gegen die ihr alle zusammen zu klein seid.

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Bauern haben keine Vertretung !

Die sogenannten Bauernvertreter sind nur Abnicker von dem was ihnen die Schreibtischbauern (Agrarbürokraten) vorgaukeln . Diese Schreibtischtäter haben von Marktwirtschaft und Praxis keine Ahnung .Die Industrie wird nicht mehr produzieren , als abgesetzt werden kann - das ist Preispolitik . Mit den Bauern hat der Handel unter diesen Voraussetzungen ein leichtes Spiel mit dem Preisdrücken . Und Massenware für China zu produzieren ist sowieso Stumpfsinn . Man sieht es an der Milchpreisentwicklung - Biomilch hält seinen Preis - während der Preis für konventionelle Milch verfällt . Ein Aufruf an Bauern und Konsumenten : schliest euch zusammen und kauft möglich direkt .

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Es ist eindeutige Absicht der EU

kleinbäuerliche Strukturen zu zerstören. Die Bauern bitten jetzt die um Hilfe, die das ganze Desaster verursacht haben und sonst gehts no?

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Play68
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Angebot und Nachfrage, das müssen unsere "armen Bauern" nun auch lernen !

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Auch die armen Bauern werden zur Kenntnis nehmen müssen daß Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen.der übliche Schrei nach Subventionen und zahlungen des Steuerzahlers sind vollkommen überflüssig !!

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Balrog206
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@golferino

Bin zwar kein Bauer aber was sollen sie die Kühe Schlachten wenn der Preis wieder zu nieder ist ??? Wie wärs wenn der Handel einmal weniger einstreifen würde !!!

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StockBoss
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Das ist witzig

Da gibt es eine eigene Landwirtschaftskammer und der für die Milchbauern zuständige Funktionär sagt "die Politik" hat etwas verschlafen. Was haben denn die Standesvertreter getan? Gar nichts. Die Milchquoten laufen (zurecht!) aus und der Preis sinkt wie erwartet. Zukünftig werden sie Strafzahlungen wegfallen, dafür sinkt der Verkaufspreis. Es läuft wie erwartet, die Milchbauern sollen sich endlich darauf einstellen, dass es so etwas wie einen Markt und Konsumenten gibt.

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Re: Das ist witzig

Wir haben auch ein Ministerium für Landwirtschaft.Der zuständige Minister ist ein gewisser Berlakovich von der ÖVP.Jene ÖVP die immer noch von den Bauern gewählt wird.Warum ? NoNa: Vor Angst das ihnen Förderungen gekürzt bzw.Gestrichen werden.Die Förderungen sind für mich sowieso vollkommen falsch aufgeteilt:Die großen Bauern bekommen das meiste Geld aus dem Fördertopf und die Kleinen fast nichts mehr.Das ist für mich genau verkehrt.Der große braucht keine Förderung mehr wenn er ordentlich wirtschaftet und den kleinen (z.B.:Bergbauern ,die sorgen dafür das es noch Almwiesen gibt) die gegen die großen Konzerne nicht wettbewerbsfähig sind sollte man mehr Unterstützung gewähren.

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Re: Re: Das ist witzig

Zusatz:Damit würde man dem "Bauernsterben" entgegenwirken.

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Unnötige Kammern

Egal welche Vertretung ob WK,Ak,Lk alle haben nur Angst um Ihren Sessel man bekommt nur Post wenn Wahlen sind und wenn Beiträge fällig sind,mit den ganzen Fördersystem wurde unsere vorherige Generation verarscht,nur nix von AMA und gefallen lassen.

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und wenn -

- 10 mal der milchpreis erhöht wird ,beim erzeuger kommt er nicht an.

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rekordstrafe??? -

- eu - unidet shit?????

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