AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Aus der Arbeitslosigkeit in die Ich-AG

In Kärnten steigt die Beschäftigung. Auch, weil sich immer mehr Arbeitslose selbstständig machen.

 
Ihr Arbeitsplatz hat die Größe eines halben Esszimmertisches, ihre Arbeitszeit beginnt meist mit dem Zu-Bett-Gehen ihrer Tochter Anna. Auch kann sie noch nicht von ihrer Arbeit leben. "Aber ich hoffe, ab Frühjahr 2008."

Selbstständig. Die Krumpendorferin Sabine Vorauer hat sich im heurigen August aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig gemacht. Mit ihrer Ein-Frau-Firma Savor bietet sie Unternehmen administrative und organisatorische Dienstleistung an. Es war ein geplanter und gewollter Weg: Die 40-Jährige ist Alleinerzieherin.

"Ich-AG". So wie Vorauer schlagen in Kärnten immer mehr ehemalige Arbeitslose den Weg in die "Ich-AG" ein. Seit 1995 gab es 2800 Gründungen, mit denen 4000 Arbeitsplätze geschaffen wurden. "Nur 30 Prozent der ex-arbeitslosen Gründer hören wieder auf", weiß Franz Zewell vom Kärntner Arbeitsmarktservice. 70 Prozent bleiben Unternehmer: als Buchhalter, Schriftsteller, Partyköchin oder Lebensberater.

Arbeitslosenzahlen. Freilich ist es nicht vor allem der Gründungswille, der die Arbeitslosenzahlen in Kärnten nach unten dreht. Die gute Konjunktur und der daher steigende Bedarf der Firmen an Mitarbeitern hat in Kärnten im September zu einem Rückgang der Arbeitslosen um 3,9 Prozent geführt. Das heißt: 12.245 Kärntner waren arbeitslos, das sind um 496 weniger als noch im August. Vor allem die Metall- und Elektrobranche sind in Kärnten gute "Konjunkturanzeiger". Aber auch im Fremdenverkehr, im Büro, in Gesundheitsberufen, selbst in der Lehrerschaft gibt es weniger Arbeitslose. "Und das, obwohl in unserem Bundesland um 17 Prozent weniger Arbeitslose in Schulungen sind als im August", sagt Zewell.

Österreichweit nähert man sich - sehr zur Freude von Arbeitsminister Martin Bartenstein (VP) - der Vollbeschäftigung: Ab vier Prozent Arbeitslosenquote darf man davon sprechen. Per Ende September erreichte Österreich eine Quote von 4,3 Prozent.