Internet-Kriminalität

Immer mehr Jugendliche tappen in Internet-Falle

Im Bezirk häufen sich „Sextortion“-Fälle, dabei werden Jugendliche mit Sexvideos erpresst. Kontakt knüpfen die Täter über soziale Medien. Der Verein akzente veranstaltet am Mittwoch, dem 6. April, einen Info-Abend. Von Katharina Pillmayr

Auch im Bezirk Voitsberg steigt laut Polizei die Zahl der Opfer von "Sextortion"
Auch im Bezirk Voitsberg steigt laut Polizei die Zahl der Opfer von "Sextortion" © Fotolia
 

Ein Bursche wird von einer jungen Frau via Facebook angeschrieben, ihre Fotos gefallen ihm und er reagiert auf die Anfrage. Die beiden plaudern in einem Videochat miteinander. Die Frau „verführt“ den Burschen und animiert ihn dazu, sich auszuziehen oder sexuelle Handlungen vorzunehmen. Damit nimmt das Übel seinen Lauf. Denn der Bursche ahnt nicht, dass er gerade in eine „Sextortion“-Falle (der Ausdruck setzt sich aus den Begriffen Sex und Extortion – englisch für Erpressung – zusammen) getappt ist. Dabei erpressen Unbekannte Jugendliche mittels Sexvideos, die heimlich von ihnen angefertigt wurden.

Opferzahlen steigen

Ein Phänomen, das auch im Bezirk Voitsberg sehr verbreitet ist. „Fälle von ,Sextortion‘ häufen sich stark“, bestätigt Philipp Lechner von der Polizei. Der Grund dafür ist für den Bezirksermittler für Internet-Kriminalität schnell gefunden: „Durch soziale Medien ist es einfach an Menschen heranzukommen.“ Da Minderjährige eher leichtgläubig seien, würden sie leicht Opfer krimineller Handlungen werden.

Betroffenen rät Lechner, sich umgehend an die Polizei zu wenden. Und auch an die Eltern – auch wenn die Scham oft groß ist. Auf Forderungen (meist sind es Geldbeträge) sollte man nicht eingehen. Facebook-Accounts sollten stillgelegt und mögliche Protokolle gesichert werden.
Damit es gar nicht erst dazu kommt, sollten Jugendliche kritisch gegenüber sehr offensiver (Flirt-)Anfragen von Personen, die sie nicht kennen, sein. Fordert das Gegenüber rasch sexuelle Handlungen, sollte der Chat schnellstmöglich beendet werden. Eltern rät Lechner, dass „sie versuchen sollen, offen mit ihren Kindern zu sprechen“.

Info-Abend

Über weitere Gefahren, die im Internet auf Jugendliche lauern, spricht Sexualpädagogin Katja Grach bei einem Info-Abend des Vereins akzente in Voitsberg.

Vortrag

Mittwoch, 6. April: kostenloser Vortrag zum Thema „Sexualität und Pornografie im Netz“ bei Verein akzente (17.30 Uhr, Grazer Vorstadt 7).

Anmeldung unter Tel (03142) 93 030 oder via E-Mail an office@akzente.or.at

Zielgruppe: vor allem Eltern und Pädagogen.

 

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