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VoitsbergJunge Schauspieler in einem "Labor" der anderen Art

Im „Theaterlabor“ der NMS Stallhofen wurde gemeinsam improvisiert, gelacht und an eigenen kleinen Theaterstücken gefeilt.

Alltagsutensilien und bunte Stoffe fungierten als Requisiten © Simone Rendl
 

Drei Kinder fahren mit einem Auto und zucken unkontrolliert mit Armen und Beinen. Die umstehenden Zeugen lachen in sich hinein. Was sich nach dem Beginn eines schlechten Scherzes anhört, ist in Wahrheit das Theaterlabor der zweiten Klasse der NMS Stallhofen. Einen Vormittag lang schlüpfen die Schüler gemeinsam mit Theaterpädagogin und Schauspielerin Sabine Aigner in ganz neue Rollen. So werden aus elfjährigen Kindern in Improvisationsübungen schnell gebisslose Greise und vergessliche Patienten, die ihre Kontaktlinsen verloren haben.
Gelächter dominiert den dreistündigen Workshop, den Bibliotheksleiterin Brigitte Sturm gemeinsam mit Lehrerin Natalie Holzner im Rahmen einer Projektwoche organisiert hat. „Wir legen unseren Fokus derzeit stark auf die Leseförderung und da wir im Frühjahr mit den Kindern in der Schule ein Musical aufführen, hat sich diese Kombination mit einem Theaterlabor sehr gut angeboten“, erklärt Holzner.

Kreatives Arbeiten

Die Kinder genießen die kreativen Freiheiten, die sie haben. Aigner teilt die Schüler in Kleingruppen und versorgt sie mit unterschiedlichen Requisiten, mit denen die jungen Schauspieler selbst eine Geschichte erfinden sollen. Ein alter, brauner Lederkoffer zündet so unter anderem die Idee für eine kurze Kriminalgeschichte. „Der Räuber will eine Bierdose in der Bank einzahlen, aber das geht natürlich nicht. Deshalb wird er sauer und klaut den Koffer mit Geld. Die Polizisten müssen ihn dann wieder einfangen“, erklären die fünf Kinder, die sich um das Gepäckstück versammelt haben.

Die Kinder hatten beim Planen ihrer Stücke sichtlich Spaß Foto © Simone Rendl

In einer anderen Ecke wird ein Kind mit bunten Tüchern und einer Spaßbrille in einen Roboter verwandelt. „Wir haben einen Fahrradreifen bekommen. Den benutzen wir dann als Schraubmotor für den Roboter. Wir sind verrückte Wissenschaftler“, sagt einer der Burschen, zieht sich einen weißen Kittel über und lacht.

Selbstbewusstsein stärken

Am Ende werden die Ergebnisse auch den Mitschülern präsentiert. „Ich fand das Stück sehr lustig“, gibt die elfjährige Lena nach einem der Auftritte Feedback. Manche Kinder wagen den Schritt vors Publikum jedoch nicht, sie halten sich zurück. Aigner bindet sie auf andere Art und Weise ein: „Du musst nicht sprechen, drück deine Gefühle einfach mit einem lustigen Gesichtsausdruck aus.“ Selbstbewusstsein stärken und Kreativität fördern ist das Ziel des Theaterlabors, das Aigner und ihr Kollege Helmut Schlatzer mit ihrem Projekt „Theater/Baum/Schere“ Menschen aller Altersgruppen vermitteln wollen. „Vor allem für Kinder in der Pubertät ist es sehr wichtig, sie in ihrer Persönlichkeit zu stärken.“, findet auch Sturm.

Bei den verrückten Wissenschaftlern

Die Büchereileiterin, die 2019 in Pension geht, wird zum Abschluss ebenfalls in die Schauspiel-Übungen involviert. Die Kinder verkörpern Sturms innerer Stimme und schicken sie in der Pension auf Weltreise.

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