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MooskirchenNach vier Jahren: Grünes Licht für Hausapotheke

Bittere Pille für die umliegenden Apotheken: Nach dem plötzlichen Tod des praktischen Arztes im Jahr 2014 kämpfte die Gemeinde Mooskirchen mit Erfolg um seine Arztpraxis. Mediziner Peter Molterer darf nun endlich eine Hausapotheke führen.

Arzt Peter Molterer atmet auf: Am Mittwoch wird die Hausapotheke in seiner Praxis von einem Großhändler endlich mit Medikamenten befüllt © Rainer Brinskelle
 

Die Erleichterung ist bei Engelbert Huber, Bürgermeister der Marktgemeinde Mooskirchen, deutlich spürbar: „Das war eine echte Leidensstory für alle Beteiligten.“ Vor wenigen Tagen hat der praktische Arzt Peter Molterer, der seit einem Jahr in dem 2200-Einwohner-Ort ordiniert, Post vom Landesverwaltungsgericht bekommen. Darin das Urteil, dass Molterer mit sofortiger Wirkung seine Praxis mit einer Hausapotheke ausstatten darf: „Ich bin nie mit dieser Erwartung hergekommen, aber natürlich bin ich jetzt erleichtert.“

Das ist das vorläufige Ende eines vierjährigen Kampfes um eine adäquate Gesundheitsversorgung in Mooskirchen, nachdem im Juli 2014 der damalige Arzt Gustav Schwarz mit 55 Jahren plötzlich verstorben war. Weil die Ordination nicht sofort übernommen wurde, erlosch die Bewilligung für die Hausapotheke.

100 Meter zu nahe

Als Nachfolger Oliver Walsberger 2015 eine Ordination in Mooskirchen eröffnete und von der Bezirkshauptmannschaft das Führen einer Hausapotheke bewilligt bekam, legten die Vertreter der umliegenden Apotheken Lieboch, Ligist und St. Stefan ob Stainz Beschwerde ein. Denn die gesetzlich vorgeschriebene Entfernung von 6000 Metern zur nächstgelegenen Apotheke wird im Fall von Lieboch um rund 100 Meter unterschritten.

Als Folge des Rechtsstreits schloss Walsberger Ende März 2017 seine Praxis wieder. „Danach stand Mooskirchen ein halbes Jahr lang ohne praktischen Arzt da“, ärgert sich Ortschef Huber noch immer. Auch weil er selbst angezeigt wurde.

Robert Cescutti
Bürgermeister Engelbert Huber wurde sogar wegen Amtsmissbrauchs einvernommen - das Verfahren wurde eingestellt © Robert Cescutti

Denn der Mooskirchner Gemeinderat hatte einen Kniff angewendet und ließ einen Teil der – laut Kuratorium für Verkehrssicherheit für Fließverkehr ohnedies nicht geeigneten – Grießstraße sperren und wandelte diesen in Privateigentum um. Mit einem Schlag stieg die Wegstrecke zur Liebocher Apotheke auf mehr als 6000 Meter an.

Statt der Genehmigung der Hausapotheke setzte es für den Bürgermeister ein Verfahren wegen Amtsmissbrauchs, das im Frühjahr 2018 von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurde. „Ich sehe nicht ein, dass ich als Täter einvernommen werde, wenn ich mich bemühe, für die Bevölkerung eine korrekte Lösung zu erzielen“, so Huber.

 

Ich will Apotheken kein Geschäft wegnehmen, aber für ältere Menschen, die nicht mobil sind, ist das eine enorme Erleichterung.

Peter Molterer, Allgemeinmediziner

Am Mittwoch wird die Hausapotheke in Molterers Praxis endlich bestückt. „Ich will Apotheken kein Geschäft wegnehmen, aber für ältere Menschen, die nicht mobil sind, ist das eine enorme Erleichterung“, so der Allgemeinmediziner. Zudem könne er zu Hausbesuchen nun auch mit Antibiotika ausrücken. Gegen die Genehmigung könnte noch beim Verwaltungsgerichtshof Einspruch eingelegt werden – aufschiebende Wirkung hätte dies aber nicht.

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