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Krottendorf-GaisfeldStreit um Hochwasserschutz geht in die letzte Runde

Umsetzung oder Abbruch der Planungen? Bürgermeister Johann Feichter will nach Jahrzehnten endlich eine Entscheidung im Streit um den Hochwasserschutz in Krottendorf. Den führen jene Anrainer, die Grund abtreten müssten, und die Gemeindepolitik.

In Krottendorf wird über den Bau eines Hochwasserschutzdammes entlang der Kainach debattiert © Raphael Ofner
 

Es soll der (vorerst) letzte Anlauf sein. Seit Jahrzehnten wird in Krottendorf-Gaisfeld über das Thema Hochwasserschutz gestritten, nun will Bürgermeister Johann Feichter Nägel mit Köpfen machen. „Entweder wir können uns einigen oder es gibt eben keinen Hochwasserschutz.“ Geplant ist ein acht bis zehn Meter breiter und circa eineinhalb Meter hoher Damm, der entlang des rechten Kainachufers von der ehemaligen Wehranlage bis zur Billa-Filiale in Krottendorf verlaufen soll.

Ein Anrainer legte sich quer

Doch die Ausgangslage ist nicht die beste. Schon im Jahr 2002 schien man einer Lösung nahe, Anrainer hatten bereits Verträge zwecks der Grundablöse unterzeichnet. Dann habe sich jedoch einer der Grundbesitzer, den Feichter nicht namentlich nennen möchte, quergelegt – das Projekt wurde um Jahre hinausgezögert.

Johann Feichter, Krottendorf/Gaisfeld
Bürgermeister Johann Feichter will endlich eine Lösung im Streit um den Hochwasserschuss Foto © Clemens Ticar
 

In der Zwischenzeit änderten sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen. „Um die wasserrechtliche Genehmigung zu erhalten, müsste der Damm jetzt grundsätzlich zehn Meter vom Ufer entfernt gebaut werden“, so Feichter. Das würde bedeuten, dass die Anrainer doppelt so viel Grund abtreten müssten wie in den ursprünglichen Verträgen vereinbart. „Ich kann verstehen, dass die Betroffenen darüber ganz und gar nicht erfreut sind.“

Entweder wir einigen uns bald mit den Anrainern oder es gibt in Krottendorf entlang der Kainach eben keinen Hochwasserschutz.

Johann Feichter, Bürgermeister
 

Auch für die Gemeinde würde das neue Gesetz Nachteile bringen: „Die Ablösekosten wären natürlich deutlich höher. Außerdem müsste das Gebiet von unseren Mitarbeitern gepflegt und zwei oder drei Mal im Jahr gemäht werden.“ Daher habe man sich nun an den Verfassungsdienst des Landes Steiermark gewandt. „Die Frage war: Haben die alten Verträge noch Gültigkeit oder müssen wir den Mindestabstand einhalten?“

Infoabend am kommenden Dienstag

Die schriftliche Beantwortung durch den Verfassungsdienst sei mittlerweile beim Gemeindeamt eingelangt, so Feichter, wäre aber „für Normalsterbliche kaum zu verstehen”. Daher soll am kommenden Dienstag, 18. September, ein Treffen mit den Anrainern stattfinden, bei dem ein Rechtsanwalt die Lage „bürgernah” erklärt und das weitere Vorgehen besprochen wird. Die Grundeigentümer haben dafür eine schriftliche Einladung erhalten.

Geht es nach Feichter, solle der Hochwasserschutz unbedingt umgesetzt werden. „Durch den Bau der Umfahrungsstraße könnte sich die Kainach, sollte sie Hochwasser führen, nur noch über das rechte Ufer ausbreiten. Im schlimmsten Fall würde dann das Krottendorfer Ortszentrum unter Wasser stehen.” Doch die Entscheidung müsse bald fallen. „Es ist doch völlig unverantwortlich, dass seit mehr als 20 Jahren für die Gemeinde immens hohe Planungskosten anfallen und wir bis jetzt noch kein Ergebnis haben. Das kann so nicht weitergehen.”

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