TV-Doku von Alfred Ninaus

Darum waren in Stallhofen Krampusse unterwegs

Filmemacher und Regisseur Alfred Ninaus dreht für ORF und 3sat Filme über die Lipizzanerheimat und das Schilcherland. Am Dienstag wurde dafür in Stallhofen das Krampustreiben nachgestellt.

Für den Film wurde gestern der Stallhofener Bartl aus seiner Krampushöhle geholt © Robert Cescutti
 

Lipizzaner, Glas und Kohle, Brauchtum und eine traumhafte Landschaft: Die Weststeiermark hat viel zu bieten! Das weiß auch Regisseur und Filmemacher Alfred Ninaus: „Die Idee für einen Film über die Lipizzanerheimat und das Schilcherland gibt es schon ein paar Jahre.“ Wegen fehlenden Interesses in der Region und damit auch mangels Finanzierung wurde das Projekt bislang nicht umgesetzt.
„Ich habe aber immer gewusst: Irgendwann wird die Zeit reif sein – und jetzt ist es soweit“, freut sich Ninaus, dem das Projekt auch eine Herzensangelegenheit ist.

Denn die Weststeiermark ist die einzige große Region in der Steiermark, über die der aus der Oststeiermark stammenden Regisseur noch keinen Film gedreht hat. Nun dreht er sogar zwei jeweils 25-minütige Dokumentationen über die Lipizzanerheimat und das Schilcherland. Diese sollen im Frühjahr 2018 in der Schiene „Erlebnis Österreich“ im ORF laufen. Aus den beiden Streifen wird Ninaus zusätzlich einen 45-minütigen Film mit dem Arbeitstitel „In der Heimat der Lipizzaner und des Schilcherlandes“ erarbeiten. „Das ist die Edelfassung, die dann ebenfalls 2018 im Hauptabendprogramm von 3sat gezeigt wird.“

 

Stallhofen: So war der Dreh mit den Krampussen

Robert Cescutti
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Für den roten Faden in der Dokumentation über die Lipizzanerheimat sorgen die weißen Pferde im Jahreslauf: von der Geburt über Aufzucht, Ausbildung und Sommerfrische auf der Alm bis zur Arbeit der Hengste in der Spanischen Hofreitschule. Ninaus blickt aus verschiedenen Perspektiven auf die Region: Wirtschaft, Brauchtum, Kultur, Kulinarik und Natur will der Regisseur zeigen. „Das wird kein typischer Touristik-Film, sondern ein Porträt der Region, in der auch die Bewohner ihre Heimat neu kennenlernen“, verspricht Ninaus, der sich über vollen Rückhalt in der Region freut.

Am Dienstag drehte der Filmemacher in Stallhofen bei der Krampushöhle: „Ich finde es sensationell, dass es ein Nikolaus- und Krampusmuseum gibt, das auch wissenschaftliche Bedeutung hat.“ Weil es rund um den 6. Dezember keinen Schnee gab, wurden gestern auch Hausbesuche vom Nikolo und dem Stallhofner Bartl gedreht. Gezeigt wird im Film auch das einzigartige Maschta-Singen.

Weststeirische Wurzeln

Ninaus begibt sich vor und beim Dreh aber nicht nur auf Motivsuche in der Region, er forscht auch nach Spuren seiner eigenen Herkunft: „Der Name Ninaus kommt ja aus der Weststeiermark. Wie ich über Umwege erfahren habe, sollen meine Vorfahren mütterlicherseits hier in der Lipizzanerheimat zuhause gewesen sein“, erzählt der Filmemacher, der als Ziehkind in der Oststeiermark aufgewachsen ist. „Ich will herausfinden, wo meine Familie tatsächlich herstammt. Ich weiß, dass meine Mutter und meine Großmutter in den Nachkriegsjahren nach Wien gezogen sind.“

Im Rahmen der Dreharbeiten erhofft sich Ninaus weitere konkrete Hinweise. 40 Drehtage sind anberaumt – je 20 in der Lipizzanerheimat und im Schilcherland. „Mit allen Motivbegehungen werde ich aber mehr oder weniger das ganze Jahre in der Region unterwegs sein“, freut sich Ninaus.

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