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Gesundheitsreform

Gemeinsam in Richtung Gesundheit gehen

Bei der Regionalkonferenz zur Gesundheitsreform in Lieboch war Landesrat Christopher Drexler vor allem um Zusammenarbeit bemüht.

Landesrat Christopher Drexler propagierte den "gemeinsamen Weg" © Rainer Brinskelle
 

Mehr als 200 Besucher kamen am Mittwochabend zur Regionalkonferenz „Steirischer Gesundheitsplan 2035“ mit Schwerpunkt Steirischer Zentralraum in der Veranstaltungshalle Lieboch. Unter den Interessierten waren vor allem Mediziner und lokale Politiker, die wissen wollten, in welche Richtung sich die Gesundheitsversorgung in unserem Land entwickeln wird. Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP), Landesrätin Ursula Lackner (SPÖ) und Verena Nussbaum, Obfrau der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse (STGKK) präsentierten die Eckpfeiler der Reform, deren genauer Fahrplan erst durch eine breite öffentliche Diskussion abgesteckt werden soll.

Netzwerke und Facharztzentren

Wie berichtet sieht der „Gesundheitsplan 2035“ in jeder Region die Absicherung der medizinischen Versorgung durch das Gesundheitstelefon, Gesundheitszentren und Netzwerke mit Allgemeinmedizinern, Facharztzentren sowie ein Leitspital – im Zentralraum ist dies das LKH-Universtitätsklinikum – vor.

 

Die gesunden Jahre hinken hinterher, weil chronische und Mehrfacherkrankungen in der modernen Gesellschaft zunehmen.  

Verena Nussbaum, Steiermärkische Gebietskrankenkasse

Zwar seien 95 Prozent der Bürger mit der aktuellen Versorgung zufrieden, trotzdem sei diese Reform notwendig. Immerhin sei die Lebenserwartung in den vergangenen 100 Jahren – damals wurde die Basis für das aktuelle Gesundheitssystem gelegt – von 48 auf über 80 Jahre angewachsen. „Es ist aber so, dass die gesunden Jahre hinterhinken“, sagte Nussbaum, weil chronische und sogenannte Mehrfacherkrankungen in der modernen Gesellschaft zunehmen. „Das Ziel ist es, dass Menschen mit dem neuen System von den Ärzten in den Gesundheits- und Facharztzentren ein Leben lang begleitet werden“, so Nussbaum weiter, die anmerkt, dass diese Zentren die Spitäler keineswegs ersetzen sollen.

Gesundheitsreform: Regionalkonferenz

Gesundheitskonferenz

Vertreter aus Politik und von der Gebietskrankenkasse diskutierten mit den Besuchern die "Gesundheitsreform 2035".

Rainer Brinskelle

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Zur Gründung von Gesundheitszentren, in denen neben Allgemeinmedizinern auch Kräfte aus vielen anderen Gesundheitsberufen tätig sein sollen, werde niemand gezwungen, versuchte die STGKK-Obfrau den anwesenden Ärzten die artikulierte Verunsicherung zu nehmen. Dort, wo es Probleme mit der Nachbesetzung von Planstellen gebe, komme man aber nicht daran vorbei, solche Zentren aufzubauen. In der Steiermark sollen elf solcher Zentren entstehen, so Harald Gaugg vom Gesundheitsfonds Steiermark.

Kein Kaputtsparen

Bei der anschließenden Diskussion ging es ins Detail. „Den Vorwurf, dass wir das Gesundheitssystem kaputtsparen, kann ich entkräften. Wir steigern das Budget für Gesundheit jedes Jahr um 3,2 bis 3,6 Prozent“, versicherte Gaugg gleich zu Beginn. Von anwesenden Medizinern wurden vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen angesprochen. So wollte der Liebocher Hausarzt Roman Artner wissen, wie ärztliche Ferndiagnosen via Gesundheitstelefon zukünftig möglich seien, wo dies derzeit strikt verboten sei. „Die rechtlichen Dinge werden wir selbstverständlich so korrigieren“, so Drexler.
Bürgermeister Ernst Meixner forderte erneut für den LKH-Standort Voitsberg eine chirurgische Notfallversorgung rund um die Uhr. „Wir nehmen mit, dass es hier in der Region Bedarf zum Nachschärfen gibt und wir eine gescheite Lösung zusammenbringen“, versprach der Gesundheitslandesrat.

 

Sagen Sie uns, was Sie für einen Blödsinn halten und was Sie für gut halten. Und gehen wir diesen Weg gemeinsam. 

Landesrat Christopher Drexler (ÖVP)

Die Gerüchte, dass eine in Voitsberg bestehende Planstelle für einen niedergelassenen Chirurgen nicht mehr nachbesetzt werde, bestätigte STGKK-Obfrau Nussbaum: „Wir haben in der Gebietskrankenkasse den Entschluss gefasst, dass es zukünftig keine niedergelassenen Chirurgen mehr geben wird, weil der Bedarf von den chirurgischen Spitälern gut abgedeckt werden kann.“
Zum Abschluss machte die Hitzendorfer Bürgermeisterin Simone Schmiedtbauer das Angebot, das in der Gemeinde leer stehende Ärztehaus für ein Gesundheitszentrum zur Verfügung zu stellen: „Ich glaube, die Bereitschaft gibt es auch in anderen Gemeinden, weil es derzeit beinahe unmöglich ist, offene Ärztestellen nachzubesetzen.“
Nach drei Stunden schickte Landesrat Drexler die Zuhörer mit einer Botschaft nach Hause: „Sagen Sie uns, was Sie für einen Blödsinn und was Sie für gut halten. Und gehen wir diesen Weg gemeinsam.“

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