"Was ist der Unterschied zwischen Können und Beherrschen?", fragt HipHop-Tänzer Sanchez Humartist in die Runde. Der 30-Jährige ist aus Nürnberg angereist, um einen Workshop für den Gleisdorfer Verein HTS abzuhalten. Die Bewegungen des Körpers koordinieren und Verständnis für die Musik gewinnen, das will er den zehn Tänzerinnen und Tänzer näherbringen, die sich heute im Forum Kloster in Gleisdorf versammelt haben. Prompt antwortet ein Mädchen: "Wenn man was beherrscht, muss man nicht nachdenken." Gleich darauf ergänzt Jakob Göslbauer: "Man kann unterschiedliche Variationen von Dance Moves machen." Was er damit meint, demonstriert er sogleich am sogenannten "Running Man". Der 19-Jährige unterrichtet bereits selbst und tanzt seit sieben Jahren.

Sanchez Humartist hielt zum ersten Mal einen Workshop in Österreich
© Nicole Stranzl

Von Humartist kann er trotzdem noch einiges lernen. Der 30-jährige Deutsche mit türkischen und puertoricanischen Wurzeln tanzt HipHop, hauptsächlich "Freestyle". Dies sei die schwierigste Art zu tanzen, so Humartist, es gibt dabei keine Choreo. Der Leitfaden des Tanzens sei die Musik. "Ich tanze am besten zu Liedern, die ich nicht kenne."

Vom Spätzünder zum Profitänzer

"Ich habe spät mit dem Tanzen angefangen, erst mit 18 Jahren", erzählt Humartist. Anfangs war er der Meinung, er könne nicht tanzen; mittlerweile ist er deutscher HipHop-Meister und bestreitet seinen Lebensunterhalt als Tanzlehrer. "Unter der Woche unterrichte ich an unterschiedlichen Tanzschulen; zusätzlich gebe ich Workshops." Bisher hielt er diese ausschließlich in Deutschland, der Workshop im Forum Kloster ist sein erster in Österreich.

Ab Herbst neuer Name

"In der Corona-Zeit habe ich über Zoom Workshops angeboten und dadurch Anna Schrei kennengelernt", erinnert sich Humartist. Schrei arbeitet als Tanztrainerin im Verein HTS und ist seit Kurzem auch Vereinsobfrau. "Es hat einige Änderungen bei uns im Verein gegeben, ab Herbst bekommen wir auch einen neuen Namen, nämlich "United Movement".  Über den Sommer herrscht prinzipiell Tanzpause, "wir wollen aber ein- bis zweimal ein Programm bieten und so haben wir Sanchez eingeladen."

Von 14 bis 15.30 Uhr trainierte er Kinder im Alter von sechs bis elf Jahre, danach folgte das Training für Jugendliche und Erwachsene im Alter zwischen 12 und 26 Jahren. Letzteren möchte er vor allem vermitteln, dass es beim Tanzen kein "falsch" gibt. "Wenn ich falle, mache ich weiter. Es gibt kein 'falsch', nur ein 'neu'", so Humartist. Seinen Künstlernamen wählte er, um zu zeigen, dass er immer "ein normaler Mensch bleibt", egal, wie viele Erfolge er verbuchen kann. "Ich bin immer Anfänger, weil ich immer besser werde. Der größte Gegner bin ich selbst", gibt er den Workshop-Teilnehmenden mit auf den Weg.