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Nach Unfall mit WildWer sich nicht sofort meldet, zahlt

Stehen bleiben und Polizei anrufen - das sollte man unmittelbar nach einem Unfall mit Wild tun. Schon 30 Minuten zu warten oder etwa 100 Meter weiterzufahren, kann zuviel sein und teuer werden.

Immer mehr Wildunfaelle in Sachsen
Täglich vier bis fünf Wildunfälle werden im Bezirk der Polizei gemeldet. Die Dunkelziffer ist weit höher © dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
 

Es vergeht derzeit keine Nacht, in der nicht vier, fünf Wildunfälle im Bezirk Weiz angezeigt werden. Sehr oft aber passiert es, dass diese Unfälle erst Stunden oder sogar Tage später angezeigt werden – dann nämlich, wenn man eine Wildschadenversicherung hat und diese eine Anzeige bei der Polizei verlangt.

Das kann dann aber erst recht teuer werden. Denn erstattet man nach einem solchen Unfall mit einem Wildtier (zu) spät Anzeige, hat man selber möglicherweise zwei Anzeigen am Hals: eine wegen Fahrerflucht und eine wegen Verletzung der Anhaltepflicht.

„Zu spät“ könne dann auch schon eine halbe Stunde nach dem Unfall sein, sagt der Strafreferent der Bezirkshauptmannschaft Weiz, Franz Weingartmann. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes muss der Unfall „ohne unnötigen Aufschub“ bei der Polizei gemeldet werden. Auch darf sich der Fahrer nicht vom Unfallort wegbewegen. Sogar 100 Meter können da schon zu weit sein.

Was tun?

Was also ist genau zu tun, wenn man einen Wildunfall hatte? „Nach Möglichkeit sofort stehen bleiben und die Polizei und/oder den zuständigen Jäger verständigen“, sagt Klaus Strobl, Verkehrsreferent des Polizeikommandos Weiz. Zu melden ist das an die Landesleitzentrale der Polizei unter Tel. 059 133-60 oder an die Bezirksleitstelle in Weiz unter Tel. 059 133-60 20.

Missachtet man Anhalte- und Meldepflicht, zahlt man jeweils bis zu 250 Euro Strafe – wenn man „Ersttäter“. Ersteres Delikt kann für Probeführerschein-Besitzer bedeuten, dass sich die Probezeit verlängert. Im wiederholten Fall kann man bis zu 726 Euro pro Delikt zahlen.

Gemeldete Wildunfälle

735 Verkehrsunfälle mit Wild wurden 2017 bei der Polizei gemeldet, in den beiden Jahren davor waren es 610 und 619 (2015).

Beim Bezirksjagdamt liegt die Anzahl der bekannten Unfälle mit Wild deutlich höher: 2017 waren es 963, in den Jahren davor 868 und 869.

Die Differenz ergibt sich daraus, dass nicht alle Unfälle bei der Polizei angezeigt werden, verletztes Wild aber gemeldet oder gefunden wurde.

Meldet man einen solchen Unfall und ist mit abgelaufenem Reifenprofil oder Pickerl unterwegs, wird man für diese „minderen“ Delikte nicht bestraft. Ausreden wie „Ich habe es nicht gemerkt, dass ich ein Reh angefahren habe“, lässt die Behörde nicht gelten. Denn lenkt man ein Fahrzeug, müsse man mit „gehöriger Aufmerksamkeit“ unterwegs sein, man habe den Geschehnissen rund um sein Auto also „die volle Aufmerksamkeit“ zu widmen.

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