Steirerin des TagesSie lebt für Kinder und Schüler

Soziale Projekte und Reisen treiben Hermine Ohner an. Nun entwickelt sie ein Ausbildungskonzept für eine Selbsterfahrungsmethode, die sie in der Schulsozialarbeit etablieren will.

Therapie durch Gehen: Die Schulsozialarbeiterin Hermine Ohner will „Walking in your shoes" in der Pädagogik etablieren © Gernot Muhr
 

Sie denkt auch in den Ferien an die Schule: Hermine Ohner bringt Schülern der Neuen Mittelschulen Sinabelkirchen und Pischelsdorf durch Projekte in Kontakt mit regionalen Kulturinitiativen. Die Lebens- und Sozialberaterin sowie Traumatherapeutin plädiert dafür, die Schultüren auch für Themen abseits des Lehrplans zu öffnen. Derzeit läuft ihr im Schuljahr 2015/2016 begonnenes Integrationsprojekt „Ich gehör dazu – Du gehörst zu uns“, an dem mehrere Neue Mittelschulen aus dem Bezirk Weiz teilnehmen. Entstehen soll das weltweit längste mehrsprachige Spruchband – rund ein Kilometer davon ist schon fertig. Für dieses Projekt wurde sie 2016 bei der steiermarkweiten Kinderrechte-Gala ausgezeichnet. Eine weitere Initiative Ohners steht ebenfalls kurz vor der Umsetzung: ein Daumenkino-Büchlein, das sich mit der Würde des Menschen beschäftigt.

Vor ihrer Tätigkeit als Schulsozialarbeiterin begleitete sie für den Verein „Rettet das Kind“ von physischer, psychischer oder sexualisierter Gewalt oder Vernachlässigung betroffene Kinder, Jugendliche sowie deren Angehörige.

Zur Person

Hermine Ohner ist ausgebildete Kindergartenpädagogin, diplomierte Lebens- und Sozialberaterin, Schulsozialarbeiterin im Verein Weiz Sozial, Traumatherapeutin und staatlich anerkannte
Supervisorin.

Von 2002 bis 2015: Kinderschutzarbeit im Verein Verein „Rettet das Kind“.

Bis Herbst 2018 will sie eine Ö-Cert zertifizierte „Walking in your shoes“-Ausbildung für Menschen in pädagogischen und psychosozialen Bereichen anbieten.

Weitere Infos: www.hilfe-hilfreich.at

Ohners Leben ist geprägt von Reisen. „Von inneren und äußeren“, wie sie selbst sagt. In den 80er-Jahren arbeitete sie in Israel im Kindergarten eines Kibbuz mit. In Südafrika war sie für „Women For Peaceful Change Now“ in der Anti-Apartheid-Bewegung tätig. Später begründete sie in St. Margarethen an der Raab den alternativen Kindergarten „Bunte Knöpfe„ (u. a. Montessori-Pädagogik) mit und war im Gründungsteam des Psychosozialen Zentrums Graz Ost.

Aktuell entwickelt die Ludersdorferin, die im Schloss Freiberg lebt, ein Ausbildungskonzept für den Einsatz der Selbsterfahrungsmethode „Walking in your shoes“ in der Schulsozialarbeit. „Es geht dabei um innere Friedensarbeit, darum, sich selbst zu verstehen, Blockaden oder Probleme in der Kommunikation zu erkennen“, sagt Ohner. Jemand vertritt für eine andere Person ein bestimmtes Anliegen (etwa einen Konflikt mit der Tochter) während der Methodenleiter gezielte Fragen zu diesem Anliegen stellt. Dadurch würden dann „auf allen Bewusstseinsebenen“ bestimmte Gefühle und Gedanken an die Oberfläche treten, die erstaunliche Übereinstimmungen mit der Wirklichkeit zeigen würden, so Ohner.

Wenn sie nicht gerade neue Projekte ausarbeitet oder reist, schneidert sie sehr gerne Eigenkreationen. „Mein Tag beginnt mit einem Yoga-Spagat, der symbolisch den Spagat des Tages erledigen soll.“

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